02.12.2014, 14:11 Uhr | 0 |

Letzte Startvorbereitungen NASA bereitet sich auf ersten Weltraumflug der Orion-Kapsel vor

Auf dem US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral laufen die letzten Vorbereitungen für den ersten Testflug der Raumkapsel Orion am Donnerstag. In dem viereinhalbstündigen Flug soll die Kapsel die Erde in großer Höhe umrunden und später heil im Pazifik wassern. Es ist der erste Schritt der NASA für einen bemannten Flug zum Mars.

Orion-Rakete vor dem Kennedy Space Center in Florida
Á

Das Orion-Modul vor dem Kennedy Space Center in Florida: Die Orion-Kapsel soll am Donnerstag abheben, zweimal die Erde umrunden und dann wieder auf der Erde landen.

Foto: NASA/Kim Shiflett

Es ist Launch Week auf Cape Canaveral und da schauen alle auf die Wettervorhersage. Am Donnerstag, 4. Dezember, soll die neue Raumkapsel Orion der NASA mit einer Rakete des Typs Delta IV Heavy vom Raketenstartgelände an der Ostküste Floridas starten. Die Meteorologen melden zurzeit eine 60-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass das Wetter mitspielen wird. Niedrige Wolken, Wind und Niederschlag würden den Start, der in einem Zeitfenster von 2 Stunden 39 Minuten stattfinden muss, hinauszögern oder verhindern.

Orion-Kapsel wird die Erde in 5800 Kilometern Höhe umrunden

Auch an der Westküste der USA schaut man aufs Wetter, denn hier soll die Orion-Kapsel nach ihrem viereinhalbstündigen Flug im Pazifik wassern. Die US-Marine sendet derzeit Schiffe aus, die die Kapsel hoffentlich heil aus dem Ozean fischen werden.

Die unbemannte Kapsel wird in ein Erdorbit von fast 5800 Kilometern aufsteigen. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation ISS umkreist die Erde in gut 400 Kilometern Höhe. Dazu wird sich Orion rund sechs Minuten nach dem Start von der Trägerrakete lösen und mit seiner ersten Erdumrundung beginnen. Dabei erreicht Orion eine Geschwindigkeit von bis zu 32.000 Kilometer pro Stunde.

Nach knapp zwei Stunden und einer erneuten Zündung folgt die zweite Umrundung. Rund anderthalb Stunden danach wird das Crew-Modul, in dem später die Astronauten sitzen werden, sich vom Servicemodul lösen und Richtung Erdatmosphäre fliegen. Nach 4 Stunden 13 Minuten kommt die kritische Wiedereintrittsphase, bei der das Material und die Elektronik besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Bis zu 2200 Grad Celsius muss der Hitzeschild aushalten. Dann öffnen sich die acht Fallschirme und die Kapsel wird relativ sanft mit knapp 30 km/h ins Wasser fallen. Soweit der Plan.

Mit Orion will die NASA von den Russen unabhängiger werden

Mit der Orion-Kapsel hat die NASA noch einiges vor. Nach dem Ende des Space-Shuttle-Programms könnten die Amerikaner endlich wieder Astronauten ins All schicken, ohne auf die Russen und deren Sojus-Kapsel angewiesen zu sein. Aber die Pläne der NASA gehen noch deutlich weiter, denn langfristig haben die Amerikaner den Mars als Ziel für die bemannte Raumfahrt angepeilt.

Für diese jahrelange Mission ist einiges an Vorbereitungen nötig. Als Zwischenschritte auf dem Weg zum Mars sollen Astronauten zu einem Asteroiden gelangen und erneut zum Mond fliegen. Dafür will die NASA auch ein neues Raketensystem, das Space Launch System SLS, bauen. „In Zukunft wird Orion mit dieser neuen, der leistungsstärksten Rakete aller Zeiten, starten“, kündigt die NASA an. „Sie wird es möglich machen, dass wir Menschen auf weit entfernte Ziele im All wie einen Asteroiden und irgendwann auch zum Mars schicken können.“

Anzeige
Von Gudrun von Schoenebeck
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden