14.04.2015, 11:06 Uhr | 1 |

Rettung der Welt NASA will Asteroiden Didymoon aus der Bahn schießen

Die US-Weltraumbehörde NASA will den Asteroiden Didymoon mit einer Sonde aus seiner Bahn schießen. Nur als Test. Eines Tages könnte sich so allerdings die Welt retten lassen. 

Mit sechs Kilometern pro Sekunde soll eine Sonde in den Asteroiden Didymoon einschlagen.
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Mit sechs Kilometern pro Sekunde soll eine Sonde in den Asteroiden Didymoon einschlagen. Der Koloss soll einen halben Millimeter pro Sekunde langsamer werden. 

Foto: ESA

Hollywood hat das Thema schon ausgereizt: Ein Asteroid rast auf die Erde zu, die Menschheit sucht verzweifelt nach einer Rettungsmöglichkeit. In den Blockbustern Armageddon und Deep Impact zerbomben Rettungsteams die heranrasende Gefahr mit Nuklearsprengköpfen. In der Realität setzt die NASA auf eine andere Idee. Die US-Weltraumbehörde will die Gesteinsbrocken mit einer Sonde beschießen und aus der Bahn lenken.

Sonde schlägt mit 6 km/s auf Asteroiden auf

Doch ist es wirklich machbar, Gesteinskolosse durch Beschuss aus der Bahn zu bringen? Die NASA will´s wissen und schickt eine Sonde los, die 2022 auf den Asteroiden Didymoon aufschlägt – elf Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Sie hat dabei die unglaubliche Geschwindigkeit von sechs Kilometern pro Sekunde, legt also pro Stunde 21.600 Kilometer zurück.

„Der Einschlag wird den Asteroiden um etwa einen halben Millimeter pro Sekunde verlangsamen“, erklärt Ian Carnelli, Projektmanager der 200 Millionen Euro teuren Asteroid Impact Mission (AIM). Dabei könnten sich Rotation und Umlaufbahn des Gesteinsbrockens verändern, der einen Durchmesser von 170 Metern hat und seinen noch größeren Zwilling (800 Meter Durchmesser) umkreist.

Zweite Sonde dokumentiert spektakulären Einschlag

Was genau beim Aufschlag passiert, soll eine zweite Sonde dokumentieren, die die Europäische Weltraumorganisation ESA 2020 auf den Weg schickt. 2022 soll sie Didymoon erreichen und ein Landemodul absetzen – ähnlich der Landeeinheit Philae auf dem Kometen Tschuri. Sie wird den spektakulären Einschlag miterleben und Daten zur Erde schicken. Die Forscher können Vorher-Nachher-Vergleiche aufstellen und berechnen, wie sich Asteroiden zukünftig gezielt vom Kollisionskurs mit der Erde abbringen lassen.

Asteroiden sind heißes Thema bei der NASA

Das Thema Asteroiden wird für die NASA immer wichtiger. „Asteroiden sind gerade ein ganz heißes Thema“, sagte NASA-Wissenschaftler Jim Green gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Das spiegelt sich auch im Budget wider: Standen in den Neunzigerjahren für die Asteroidenabwehr rund vier Millionen US-Dollar pro Jahr zur Verfügung, sind es mittlerweile über 40 Millionen. Wird es etwa gefährlich für die Erde?

Mit dem Geld brachte die Behörde auch das Programm Great Challenge auf den Weg, das alle für die Menschheit gefährlichen Asteroiden rechtzeitig entdecken soll. Derzeit sind mehr als 600.000 Asteroiden in unserem Sonnensystem bekannt, 12.000 davon sind sogenannte Near Earth Objects (Neos). 494 Neos stehen auf der Risikoliste der NASA, 30 bis 40 könnten der Erde gefährlich werden. 

NASA will Asteroiden in Mondumlaufbahn lenken

Und die NASA hat noch weitere Pläne, um Asteroiden zu bekämpfen: Im Herbst 2016 soll ein Raumschiff zum Asteroiden Bennu fliegen, der für die Behörde der gefährlichste bekannte Asteroid ist – mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 1800 kracht er im Jahr 2182 auf die Erde. 2018 soll das Raumschiff den potentiellen Störenfried erreichen, mindestens 60 Gramm Proben nehmen und 2023 zur Erde zurückkehren.

Noch spektakulärer ist die sogenannte Asteroid Redirect Mission. Die NASA will dabei Mitte der 2020er Jahre einen Asteroiden in die Umlaufbahn des Mondes lenken und Astronauten darauf landen lassen. NASA-Chef Charles Bolden gegenüber dpa: „Diese Mission bedeutet eine noch nie dagewesene technische Leistung, die zu neuen wissenschaftlichen Entdeckungen und technischen Möglichkeiten führen und dabei helfen wird, unseren Heimatplaneten zu beschützen.“ 

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Von Patrick Schroeder
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kommentare
16.04.2015, 16:41 Uhr Progetti
Das Didymoon- Experiment sollte primär den 800 Meter durchmessenden Zwilling ins Visier nehmen! Denn, wird dieser sanft gebremst, dann nimmt er den kleinen Zwilling gleich mit. Aber auch die Bahnkorrektur- Methode über mehrere Hoch- Energie- Laser sollte in der nächsten Zeit nicht vernachlässigt werden. Zusätzlich wäre der Erdmond für solche Laser wegen der fehlenden Atmosphären- Schwächung als Standort geeignet.

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