12.09.2016, 15:14 Uhr | 0 |

Das Model trägt Fels Marsrover schickt spektakuläre Aufnahmen vom Roten Planeten

Curiosity hat eine einmonatige Foto-Safari durch die „Murray-Butts-Region“ auf dem Mars hinter sich. Die gestochen scharfen Farbbilder von Fels-Formationen geben spannende Einblicke in die geologische Vergangenheit des Planeten, der offenbar nicht immer eine Wüste war. 

Curiosity macht seinem Namen mal wieder alle Ehre: Der Marsrover, der nach der sehr menschlichen Regung „Neugier“ benannt wurde, befindet sich am Ende einer einmonatigen Sightseeingtour durch die „Murray Buttes“-Region am Mount Sharp, auch bekannt als „Gale-Krater“. Dort knipst er wie ein japanischer Tourist auf Neuschwanstein, was das Zeug hält, und erfreut seine Kollegen auf der Erde mit spektakulären Aufnahmen. 

Ähnlichkeit mit US-Nationalparks

Die Fotos, die das 900 kg schwere Mars-Fahrzeug dort am 8. September machte und per Satellit zur Erde schickte, könnten auch von einer Nationalpark-Tour in den USA stammen: Sie zeigen eine Landschaft voller Gesteinsformationen – geschichtet, scharfkantig und vielfältig. Manche Bilder zeigen Felsbrocken auf der Oberfläche von Sanddünen, andere wiederum Spitzkuppen und kleine Tafelberg-Formationen – viele davon schieferartig geschichtet. An manchen Steinwänden hängen Felsnasen, andere sind zerklüftet.

Für die Forscher auf der Erde, die seit 2012 mithilfe der Curiosity-Daten den Wandel von einer lebensfreundlichen zur jetzigen Landschaft des Mars nachvollziehen wollen, sind die Aufnahmen jedoch deutlich mehr als nette Urlaubsbilder: Sie geben ihnen Anhaltspunkte über die geologischen Gegebenheiten auf dem Planeten.

Reste uralter Sanddünen

Es handele sich um die Reste uralter Sanddünen, die der Wind dort aufgehäuft habe, erläuterte Ashwin Vasavada, ein Wissenschaftler aus dem Curiosity-Projekt der Nasa.  Irgendwann seien sie unter der Oberfläche verschwunden, wo sie in Kontakt mit dem Grundwasser gekommen seien. Dabei hätten sie sich chemisch verändert. Irgendwann seien sie wieder an die Oberfläche gekommen.

Der Wind erledigte dann den „Feinschliff“ und machte sie zu der Landschaft, die Curiosity jetzt den Erdbewohnern zeigt. Die ganze Gegend, so vermutet man aufgrund früherer Daten, ist vor Milliarden von Jahren durch große Seen genau an dieser Stelle entstanden.

MastCam mit zwei leistungsfähigen Kameras

Die gestochen scharfen Farbbilder stammen von der sogenannten MastCam, mit denen der Rover seine Umgebung knipst. Sie besteht aus zwei hochauflösenden Kameras, die am 1,1 m hohen Mast von Curiosity befestigt sind. Dieser kann sich wie ein menschlicher Kopf bewegen und so verschiedene Perspektiven einnehmen. Zusätzlich schafft er noch 360-Grad-Drehungen, sodass sich nicht jedes Mal das ganze Fahrzeug mitbewegen muss. Die Gefahr, dass die Bilder während der Fahrt verwackeln, besteht eher nicht: Der Rover bewegt sich mit einer Höchstgeschwindigkeit von gerade einmal vier Zentimetern pro Sekunde – das sind 144 Meter pro Stunde.

Die beiden Kameras, die bis aufs Gesichtsfeld, die Festbrennweiten von 34 bzw. 100 mm und die verfügbaren Filter identisch sind, haben Sensoren, die eine Auflösung von 1,44 Megapixel sowie 720p-Videos mit bis zu zehn Bildern pro Sekunde schaffen. Sie machen ihre Aufnahmen im sichtbaren und nahem Infrarot-Spektrum. Die Bilder speichern sie auf Flash-Speichern von je 8 GB, bis ein Satellit in Reichweite ist, der sie zur Erde schickt.

Nächste Aufgabe: Bohren

Für Curiosity ist die Foto-Safari nun erstmal beendet: Der fahrende Forscher zuckelt bereits weiter. Auf dem Weg aus der spektakulären Murray-Buttes-Region heraus machte er noch einmal Halt am Fuß der letzten Spitzkuppe, wo er seine Suche nach Spuren von Wasser derzeit mit einer Bohrung fortsetzt. Danach geht es weiter Richtung Süden und dann hinauf auf den Mount Sharp. 

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Von Judith Bexten
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