01.11.2013, 07:29 Uhr | 0 |

Europäischer Mars-Roboter Mars-Rover Bridget übt derzeit in der chilensischen Wüste

In der Atacama-Wüste in Chile rollt derzeit der europäische Mars-Roboter und testet seine Fähigkeiten sowie möglicherweise auch seine Schwächen. Dieser Roboter namens Bridget soll im Jahre 2018 von der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA zum Mars geschickt werden. Die Tests in Südamerika werden gänzlich von Europa aus gesteuert.

Mars-Rover Bridget
Á

2018 soll der Mars-Roboter Bridget den Roten Planeten erreichen. 

Foto: ESA

Für die ESA hat Astrium den Bridget Roboter entwickelt und gebaut. Die Steuerung und Überwachung der Tests in Chile liegt ganz beim Rutherford Appleton Laboratory in Harwell bei Oxford. Zwar gibt es eine Begleitmannschaft, die in der Atacama-Wüste die Tests beobachtet. Für den Betrieb verantwortlich ist allerdings ausschließlich das Laboratorium bei Oxford. Es verfügt bewusst über keine anderen Situationsangaben als jene, die der Roboter aus Chile laufend übermittelt.

Dabei ist der langen Laufzeit der Radiowellen für die Kommunikation mit dem Roboter Rechnung getragen. Das bedeutet, dass die Bedienmannschaft in Oxford keine Möglichkeit der schnellen Reaktion hat, wenn der Roboter beispielsweise auf ein Hindernis zufährt. Selbst bei der Übertragung mit Lichtgeschwindigkeit würde es mehrere Zehnminuten dauern, bis das Bild vom Mars in Oxford einträfe, dort darauf schnell reagiert würde und die entsprechenden Steuerbefehle zurück auf den Mars gingen. Also muss sich der Roboter weitestgehend selbst mit seinem Umfeld auf dem Planeten auseinandersetzen und unüberwindlichen Hindernissen alleine aus dem Weg gehen.

Software eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg

Neben dem Roboter selbst und dem Transport zum Mars ist die Software von Bridget die dritte der wichtigsten Erfolgsvoraussetzungen für das Programm. Im Wesentlichen stammt diese Software aus dem Softwarehaus SCISYS. Die Stereo-Kamera an Bord des Roboters liefert die Bilder, aus denen die Software unter anderem eine dreidimensionale Landkarte entwickelt und dann dem Roboter seinen Weg rund um eventuelle Hindernisse vorgibt. Für Entfernungen bis zu einem Kilometer ist Bridget dabei ganz auf sich selbst angewiesen. Nur über längere Strecken gibt es die Möglichkeit, den eigenen Kurs mit Karten abzugleichen, die von früher am Mars vorbei geflogenen Raumfahrzeugen aufgezeichnet worden sind. Eventuell kann der Kurs der Bewegungen von Bridget dann entsprechend verändert werden.

Projekt ExoMars

Natürlich ist die Software von Bridget Hightech. Und doch ist sie nicht ganz so Hightech, wie sich das vielleicht auf ersten Anhieb unterstellen lässt.  So besteht das Navigationssystem letztlich nur aus der Kamera und einem kleinen Computer. Beide sind vergleichsweise einfach ausgelegt, relativ billig und zeichnen sich durch einen geringen Stormverbrauch aus. Das ist für die Expedition zum Mars akzeptabel, weil sich Bridget nur mit geringer Geschwindigkeit bewegt und die Mars-Oberfläche aus der Sicht der Bridget-Kamera ein statisches Umfeld ist. Für ähnliche Funktionen auf der Erde wären die Leistung der Kamera wie des Navigationscomputers vielfach nicht ausreichend.

Einfach heißt nach dem Denken der für das Projekt ExoMars Verantwortlichen zugleich auch zuverlässig und sicher. Dabei werden für relativ einfache ähnliche Systeme auf die Dauer sogar auch Chancen auf der Erde gesehen – zum Beispiel an Bord von unbemannten Flugzeugen.

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Von Peter Odrich
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ESA
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