28.06.2016, 14:21 Uhr | 0 |

INTERNET IM FLUGZEUG Lufthansa rüstet auf: Beim Fliegen kann man künftig surfen

„Bitte schalten Sie ihre Smartphones und Tablets ab“: Diese Bitte gilt bei der Lufthansa künftig nur noch bei Start und Landung. Anschließend können die Passagiere künftig munter im Internet surfen. Die Lufthansa holt das Internet in den Himmel, wenn Sie im richtigen Flieger sitzen.

Retro-Jumbo der Deutschen Lufthansa
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Retro-Jumbo der Deutschen Lufthansa: Am 15. Januar 2003 startete der erste Jumbo mit Internet an Bord. Jetzt rüstet die Lufthansa ihre Mittel- und Kurzstreckenjets mit Antennen aus, um Internet während des Fluges anbieten zu können.

Foto: Deutsche Lufthansa

Künftig ist man nicht mal mehr in 10.000 m Flughöhe sicher vor dem Daddeln im Internet. Die Lufthansa sorgt dafür, dass künftig Kids auch beim Fliegen ihre WhatsApp-Gruppe mit neuesten Fotos aus der Kabine versorgen und Manager auch im Flug ihr Mailfach unter Kontrolle halten.

Ab Herbst rüstet die größte deutsche Fluggesellschaft die ersten Kurz- und Mittelstreckenjets mit Antennen aus, die Breiband-Internet an Bord holen. Selbst anspruchsvolle Dienste wie Streaming sollen sollen über das Mobile Internet möglich sein. Zunächst werden 180 Airbus-Flugzeuge umgerüstet.

Internet-Zugang bisher nur auf Langstrecken

Die Deutsche Lufthansa hat, wie viele andere Fluggesellschaften auch, bereits seit 2003 ihre Langestreckenflieger nach und nach mit Routern ausgestattet, die den Passagieren Zugang zum Breitband-Internet verschaffen. Ab Herbst werden auch die Kunden der größten deutschen Fluggesellschaft in den Genuss des Internets über den Wolken kommen, die auf Kurz- und Mittelstrecken unterwegs sind.

Die European Aviation Safety Agency hat jetzt die Musterzulassungen für die Airbus-Familie A319, A320 und A321 erteilt. Diese Flugzeuge dürfen jetzt mit einer Ka-Band-Antenne ausgestattet werden, die Radiosignale im Frequenzbereich 27 bis 40 Gigahertz empfängt und abstrahlt. Die Antenne kommuniziert mit dem Inmarsat-Satellitennetz Global Xpress, das wiederum die Verbindung zum erdgebundenen Internet herstellt. Bis 2018 sollen alle 180 Maschinen dieser Airbus-familie umgerüstet sein.

Telefonieren mit Skype

Fluggäste können den Dienst mit eigenen Endgeräten wie Smartphones, Laptops und Tablet-PCs nutzen. Die Bandbreite reicht weit über den Empfang und das Senden von E-Mails hinaus. Selbst Streamen soll möglich sein, also das Hören von Musik und das Anschauen von Filmen aus dem Internet.

Auch Telefonieren wird möglich sein, allerdings nur mit Microsofts Internet-Dienst Skype. Wird aber nicht gern gesehen, weil Mitreisende gestört werden.

Eine Stunde Surfen kostet neun Euro

Während die Maschinen der Lufthansa-Töchter wie Eurowings und Gemanwings erst später an der Reihe sind, wird die Airbus-Tochter Austrian Airlines ab Herbst ihren  Kunden den gleichen Service wie die Muttergesellschaft bieten.

Eine Stunde Surfen kostet bei Lufthansa 9 Euro. Der 24-Stunden-Tarif beträgt 17 Euro. Das FlyNet-Portal der Gesellschaft, das neben aktuellen Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik, Sport und Gesellschaft auch Informationen zum Wetter bietet, ist kostenlos.

Lufthansa rüstet seine Flugzeuge selbst mit der neuen Internet-Technik aus. Das dauert jeweils vier Tage. Um zusätzliche Stillstandzeiten möglichst zu vermeiden sollen diese Arbeiten möglichst während der routinemäßigen Wartung erledigt werden.

Premiere war am 15. Januar 2003

Am 15. Januar 2003 führte Lufthansa das Internet an Bord auf einer Boeing 747-400. Der Erstflug ging von Frankfurt am Main nach Washington. Drei Jahre später waren bereits 69 Flugzeuge der deutschen Gesellschaft internetfähig. 2014 wurde auch noch das letzte Langstreckenflugzeug nachgerüstet.

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Von Wolfgang Kempkens
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