16.06.2014, 15:25 Uhr | 0 |

Konkurrenz für Ryanair und Easyjet Lufthansa plant zweite Billigfluglinie neben Germanwings

Eurowings soll zur zweiten Billigtochter der Lufthansa werden. Nach Informationen des Spiegels soll dazu die Regionalfluglinie mit Airbus A320 ausgerüstet werden und gegen Ryanair und Easyjet antreten.

Maschinen der Luftansa-Töchter Eurowings und Germanwings auf dem Flughafen Köln/Bonn
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Maschinen der Luftansa-Töchter Eurowings und Germanwings auf dem Flughafen Köln/Bonn: Die Lufthansa will die Regionalgesellschaft Eurowings zu einer europäisches Billigfluglinie ausbauen.

Foto: dpa

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa plant nach Informationen des Nachrichtenmagazins Spiegel einen zweiten Billigflieger, der von Deutschland aus Ziele in ganz Europa anfliegen soll. Dazu soll die Lufthansa-Tochter Eurowings, die bislang mit ihren 23 Bombardier CRJ 900 weniger ausgelastete Strecken der Germanwings bedient, durch größere Maschinen des Typs Airbus A 320 ausgebaut werden. Neben Germanwings wäre Eurowings dann die zweite Billiglinie der Lufthansa.

Eurowings soll gegen Ryanair und Easyjet anfliegen

Eurowings soll künftig eher international ausgerichtet sein und besonders Ryanair und Easyjet das Leben schwer machen. So soll Eurowings beispielsweise deren beliebte und gut gebuchten Flugstrecken wie London-Rom bedienen.

Ein Sprecher der Lufthansa bestätigte die Pläne gegenüber dem Spiegel, allerdings sei noch keine Entscheidung getroffen worden. Zurzeit würden „alle Optionen geprüft, um die Zukunftsfähigkeit der Lufthansa zu sichern", so ein Sprecher von Lufthansa.

Überkapazitäten und Preisnachlässe machen Lufthansa zu schaffen

Mit dem zweiten Billigflieger reagiert die Lufthansa auf den wachsenden Preiskampf in Europa und Amerika. Die Konkurrenz vom Persischen Golf und Billigflieger wie Ryanair und Easyjet führen zu Überkapazitäten und Preissenkungen auch bei den etablierten Fluglinien.

Die Lufthansa kann aber nicht mit einer abgespeckten, billigeren Crew und sparsamen Jets mithalten und hat deshalb schon vor Monaten einen Teil ihres deutschen Streckennetzes an die Billigtochter Germanwings abgegeben.

Lufthansa steht unter großem Kostendruck

Unter Druck steht die Fluggesellschaft zusätzlich durch die Kosten aus dem Pilotenstreik und durch Wertberichtigungen auf Währungsforderungen, die den Gewinn der Lufthansa schmälern. Jetzt prüft die Lufthansa weitere Maßnahmen, um die Kosten zu senken, etwa eine Ausdünnung des Winterflugplanes, den Finanzchefin Simone Menne angekündigt hat.

Außerdem sollen günstigere Asien-Verbindungen her. Hier muss noch geklärt werden, ob dazu eine Gemeinschaftsfirma gegründet werde oder ob Partner in Asien gesucht werden, so der Spiegel.

Kurssturz nach korrigierter Gewinnprognose

Erst in der vergangenen Woche musste Lufthansa einen Kurssturz verkraften. Auslöser waren die gesenkten Gewinnerwartungen für das laufende Jahr. Lufthansa-Chef Carsten Spohr korrigierte den anvisierten Gewinn seines Vorgängers Christoph Franz für dieses Jahr von erwarteten 1,5 Milliarden auf nur noch eine Milliarde Euro. Auch für das kommende Jahr gehen die Erwartungen nach unten. Das Gewinnziel hat Spohr von 2,65 auf zwei Milliarden Euro zurückgenommen.

Vor knapp sechs Wochen hatte sich Vorgänger Franz mit viel Applaus von der Hauptversammlung verabschiedet. Jetzt ist klar: Die Ziele, die Franz formuliert hatte, waren zu hoch gesteckt – viele Baustellen sind offen geblieben. Der Kurssturz veranlasste sogar die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), die Hintergründe für den Kurssturz aufzuklären und den Handel mit Lufthansa-Aktien zu überprüfen. 

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Von Petra Funk
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