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31.07.2014, 14:34 Uhr | 1 |

Ende einer Ära Letzter ATV-Frachter zur Internationalen Raumstation unterwegs

Der fünfte und letzte europäische Weltraumfrachter ist am Mittwoch planmäßig gestartet und nun auf dem Weg zur internationalen Raumstation ISS. Mit dieser Versorgungsmission endet eine Ära: Alle fünf Automated Transfer Vehicles (ATV) hat Airbus in Deutschland gebaut, alle fünf hat die europäische Weltraumagentur ESA ins All geschickt – und insgesamt 28 Tonnen Fracht zu den ISS-Bewohnern gebracht.  

Mit gewaltigem Getöse startete am Mittwoch eine Ariane-5-Rakete
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Mit gewaltigem Getöse startete am Mittwoch eine Ariane-5-Rakete – an ihrer Spitze der ATV-Frachter Georges Lemaître mit allerlei Leckereien für Alexander Gerst und seine ISS-Kollegen: darunter Kässpätzle und Pudding. 

Foto: dpa

Mit der Versorgungskapsel Georges Lemaître starteten am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana insgesamt 6,6 Tonnen Versorgungsgüter ins All – an der Spitze einer Ariane-5-Rakete. Voraussichtlich am 12. August 2014 wird der Transporter an der Raumstation andocken.

Vom 400 Kilogramm schweren Levitator, über Lebensmittel wie Orangen-Mango-Saft, Brotpudding, Käsespätzle, Socken, T-Shirts und Zahnseide bis hin zum golfballgroßen Orbit-Herzchen der Stiftung Kinderherz hat sie 1232 verschiedene Güter im Gepäck. Zur Fracht gehören auch 855 Liter Trinkwasser – frisches Quellwasser aus der Nähe von Turin. Ebenso ist im Gepäck aber auch eine Pumpe, mit der auf der ISS Trinkwasser aus Urin aufbereitet werden kann.

Frachter berechnet Flugbahn zur ISS millimetergenau

In Bremen wurden die fünf Automated Transfer Vehicles (ATV) vom Unternehmen Airbus Defence and Space gebaut. Der zehn Meter lange Frachter ist dabei im Grunde eine Wegwerfverpackung – wie seine vier Vorgänger soll auch Georges Lemaitre nach dem Ende der Mission in rund einem halben Jahr beim Eintritt in die Erdatmosphäre auseinanderbrechen und verglühen.

Der Frachter ist mit hochentwickelter Technik ausgestattet. So kann er mit einem Navigationssystem seine Flugbahn selbst ermitteln und den Kurs für das Andockmanöver an die Raumstation automatisch berechnen. Das ATV-4 beispielsweise wich damit beim Andocken nur elf Millimeter von der optimalen Flugbahn ab.

ATV-Programm endet früher als ursprünglich geplant

Zudem sind die europäischen Frachter auch die größten, die derzeit die ISS ansteuern. Mit mehr als sieben Tonnen Fassungsvermögen können sie mehr Güter transportieren als alle anderen Versorgungsfrachter. Das ist allerdings auch der Grund für das Ende der ATV-Missionen: Die Europäische Weltraumagentur (ESA) hatte sich verpflichtet, 28 Tonnen Versorgungsgüter zur ISS zu bringen. Etwa neun Versorgungsflüge waren dafür angesetzt, aber bereits mit dem fünften ist das Ziel nun erreicht.

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Im September 2012 dockte der ATV-Frachter Eldorado Amaldi erfolgreich an der ISS an. Die Bewohner haben ihn mit Müll beladen, mit dem er anschließend bei Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht ist. 

Foto: NASA

Das Ende der ATV-Missionen bedauern nicht nur die Ingenieure der ESA, sondern auch Bart Reijnen, Leiter für die bemannte Raumfahrt bei Airbus Defence and Space. „Natürlich hätten wir noch gerne ein sechstes und siebtes ATV gebaut.“ Stattdessen entwickelt Airbus nun ein Antriebs- und Versorgungsmodul für die nächste amerikanische Raumkapsel Orion.

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Von Andrea Ziech
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kommentare
02.08.2014, 22:53 Uhr Progetti
Auf lange Sicht wäre zunächst künstliche Schwerkraft durch Fliehkraft erforderlich, wie Wernher v. Braun geplant hat, damit die Astronauten gesund bleiben. Dazu braucht man die Stabilisierungs- Kreisel- Technik, damit ein fixer Widerhalt entsteht, wo auch die Richtantennen für die Kommunikation zur Bodenstation untergebracht sind. In der Kreisel- Technik steckt mehr Zukunft, als die meisten heute ahnen können! Hier müsste die Forschung ansetzen, damit echter Fortschritt erzielt wird!

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