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20.08.2015, 15:14 Uhr | 0 |

Start ohne Pannen Japanischer Raumfrachter bringt Nachschub zur ISS

Pünktlich und problemlos ist am Mittwoch eine japanische Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Tanegashima gestartet. Kurz darauf entließ sie den Raumtransporter „weißer Storch“. Er soll am Montag bei der Internationalen Raumstation ISS eintreffen und wichtige Versorgungsgüter abliefern.

Trägerrakete vom Typ H-IIB der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa am Boden
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Aller guten Dinge sind drei: Wegen schlechter Wetterbedingungen war der Start der Trägerrakete vom Typ H-IIB der japanischen Raumfahrtagentur Jaxa zweimal verschoben worden. Gestern (19.8.2015) lief dann alles nach Plan im Tanegashima Space Center im Süden Japans. 

Foto: Jaxa

Der Start war zwar zweimal wegen schlechter Wetterbedingungen verschoben worden, aber dann lief alles nach Plan im Tanegashima Space Center im Süden Japans. Am Mittwoch (19.8.2015) konnte die Trägerrakete vom Typ H-IIB der japanischen Raumfahrtagentur JAXA abheben und etwa 15 Minuten später den Raumtransporter HTV-5 in die Umlaufbahn schicken. Der Raumtransporter Kounotori – weißer Storch auf Japanisch – hat rund 4300 kg Nachschub für die ISS an Bord. Für Montag (24.8.2015) sind das Rendezvous und die Übergabe der Versorgungsgüter geplant.

Genügend Lebensmittel bis zum Ende des Jahres

Dann wird der japanische Astronaut Kimiya Yui, der sich zurzeit mit fünf Kollegen auf der ISS befindet, einen Roboterarm benutzen, um den weißen Storch an die Raumstation anzudocken. Fünf Wochen lang wird der Raumfrachter am ISS-Modul Harmony angedockt bleiben. Währenddessen wird er entladen und anschließend mit dem Müll beladen, der sich auf der ISS angesammelt hat. Beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre wird Kounotori mitsamt Fracht weitestgehend verglühen. Eventuell noch vorhandene Trümmerteile sollen entweder über dem Südpazifik oder dem Indischen Ozean abstürzen.

Beim jetzigen Versorgungsflug müssen die Japaner zusätzliche Nahrungsmittel und andere kritische Komponenten mitnehmen und damit einen Ausgleich schaffen für die letzten fehlgeschlagenen Flüge. Im Juli konnte zwar ein russischer Raumfrachter Lebensmittel, wissenschaftliches Gerät sowie Spielfilme für die ISS-Crew bringen. Zuvor aber hatten zwei russische Transporter wegen technischer Defekte ihr Ziel verfehlt.

Auch das amerikanische Raumfahrtunternehmen SpaceX hatte einen herben Rückschlag hinnehmen müssen, nachdem die Trägerrakete Falcon 9 mit der Raumfähre Dragon kurz nach dem Start explodiert war.

Teleskop soll nach Hinweisen auf Dunkle Materie Ausschau halten

Die aktuelle Lieferung aus Japan soll nun sicherstellen, dass die ISS-Crew genügend Lebensmittel bis zum Ende des Jahres vorrätig hat. Außerdem bringt HTV-5 Filter und Pumpen für die Trinkwasseraufbereitung, Sammelbehälter für die Bord-Toilette sowie medizinisches Gerät und Ausrüstung für die Raumanzüge bei Außeneinsätzen.

Für den wissenschaftlichen Einsatz hat der Raumfrachter das Teleskop CALET (CALorimetric Electron Telescope) an Bord. Das hochauflösende Teleskop soll nach Hinweisen auf Dunkle Materie im All Ausschau halten und das Spektrum der hochenergetischen kosmischen Strahlung messen. Die Wissenschaftler wollen damit unter anderem Fragen nach dem Ursprung und der Beschleunigung der kosmischen Strahlung nachgehen.

Mini-Satelliten und Proben für die Zwillingsstudie

Darüber hinaus hat der japanische Raumfrachter auch einige Mini-Satelliten an Bord, die später von der ISS-Besatzung ausgesetzt werden. Darunter ein Schwarm von 14 kleinen Dove Satelliten, die Bilder der Erde machen werden für humanitäre, kommerzielle und umwelttechnische Anwendungen. Weitere Satelliten dienen der weltweiten Kursverfolgung von Flugzeugen und Schiffen.

Zusätzlich bringt HTV-5 die Versuchsanordnungen für insgesamt zehn biologisch-medizinische Studien und Experimente, darunter auch eine Zwillingsstudie. Hierfür wurden verschiedene biologische Proben wie Urin und Blut von Zwillingen entnommen.

Während die Probensammlung des einen Zwillings zur ISS geschickt wird, bleiben die Proben des anderen Zwillings auf der Erde. Verschiedene Experimente, die an beiden Probensammlungen durchgeführt werden, sollen Aufschluss darüber geben, welche biomolekularen Auswirkungen die physikalischen und physiologischen Stressfaktoren haben, denen der menschliche Körper im All ausgesetzt ist.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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