08.06.2015, 13:06 Uhr | 0 |

195 Tage auf der ISS Italienische Astronautin Cristoforetti stellt Langzeitrekord auf

Geplant war der Rekord nicht: Der Absturz einer russischen Rakete verlängerte den Aufenthalt der italienischen Astronautin Samantha Cristoforetti auf der ISS am Sonntag auf 195 Tage und macht sie damit zur neuen Rekordhalterin. Bis zu ihrem Rückflug am 11. Juni 2015 kommen sogar noch einige Tage dazu. 

Astronautin Samantha Cristoforetti auf der ISS
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Keine andere Frau war je so lange im All wie die italienische Astronautin Samantha Cristoforetti. Sie stellte am Sonntag einen neuen Rekord auf.

Foto: ESA/Nasa

Die amerikanische Astronautin Sunita Williams ist nicht länger Rekordhalterin für Langzeitflüge von Frauen im Weltall. Völlig unerwartet und ungeplant erreichte die 38jährige in Mailand geborene Italienerin Samantha Cristoforetti am vergangenen Sonntag um 16:21 Uhr MESZ eine neue Rekordmarke.

Die Absolventin der Technischen Universität München und ehemalige Kampfpilotin der italienischen Luftwaffe befindet sich damit länger als 194 Tage und 18 Stunden auf der ISS. Keine andere Frau arbeitete länger in einer Entfernung von 400 Kilometer über der Erde.

Absturz der Progress M-27M macht Cristoforetti zur neuen Rekordhalterin

Eigentlich war ihr Rückflug für Ende Mai geplant gewesen. Doch mit dem Absturz des russischen Raumfrachters Progress M-27M musste der Heimflug zur Erde verschoben werden.

Zunächst wollte die ESA untersuchen, weshalb es zum Absturz kam. Erst dann sollten Astronauten wieder zur Erde zurück gebracht werden. Und da sich an Bord der ISS noch genügend Vorräte für viele Wochen befinden, ist dies problemlos möglich. Nun hat die Flugleitzentrale bei Moskau einen neuen Termin festgelegt. Am 11. Juni soll die Sojus-Kapsel nun abgekoppelt werden und Cristoforetti zurück zur Erde bringen. „Sieht aus, als würden sie es diesmal ernst meinen“, scherzte die Astronautin. Eine „großartige Leistung“ gratulierte auch der künftige ESA-Chef Jan Wörner. 

Cristoforetti ist seit 23. November im All

Cristoforetti war am 23. November 2014 vom Weltraumbahnhof Baikonur zur ISS geflogen. Seitdem arbeitet sie dort an der Forschungsmission „Futura“ und experimentiert im Bereich Physik, Biologie und Physiologie des Menschen. Dazu gehört auch, den Einfluss der Schwerelosigkeit und des Weltalls auf dem menschlichen Körper mit Blick auf Langzeitmissionen etwa zum Mars genauer zu untersuchen.

Die Italienerin zeigte in einem neunwöchigen Programm „Mission-X“ Kindern aus 25 Ländern im Alter von 8 bis 12 Jahren mit Videobotschaften, wie man gesund lebt – sowohl auf der Erde als auch im Weltall. Dazu gehört eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Die Kinder führten dazu auch wissenschaftliche Experimente durch.

Die Wartezeit bis zum Rückflug vertreibt sich die Italienerin zwischenzeitlich mit frisch gebrühtem Espresso. Eine speziell für die ISS entwickelte Espressomaschine versorgt die Astronauten seit Mitte April mit der italienischen Köstlichkeit.  

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Von Petra Funk
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