15.04.2015, 10:16 Uhr | 0 |

Radarsystem und Abwehrraketen Israel und USA testen Waffensystem David´s Sling

Im eigenen Raketenprogramm ist Israel einen Schritt vorangekommen: Das Land hat gemeinsam mit dem US-Verteidigungsministerium das Waffensystem David´s Sling getestet. Es besteht aus Hochleistungs-Radarsystem und Abwehrraketen.

Abwehrrakete David´s Sling im Test
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David´s Sling im Test: Die Abwehrrakete soll feindliche Raketen in bis zu 300 Kilometern Entfernung abschießen können. Das reicht aus, um beispielsweise Angriffen aus dem Libanon zu begegnen.

Foto: Rafael Advanced Defense Systems

Israel fühlt sich von einer Vielzahl von Feinden bedroht: Das reicht von mehreren arabischen Nachbarländern, über die Palästinenser an der Südgrenze des Landes bis hin zum Iran. Da zahlreiche Feinde Raketen besitzen oder zu entwickeln bemüht sind, sieht sich Israel immer wieder Raketenangriffen ausgesetzt. Das erklärt die große Bedeutung des eigenen Raketen-Entwicklungsprogramms.

Schon im Frühsommer dieses Jahres sollen sogenannte David’s Sling Raketen überall im Land einsatzbereit sein, berichtet das israelische Verteidigungsministerium. David’s Sling steht für die Steinschleuder, mit der in der biblischen Geschichte David erfolgreich Goliath bekämpfte. In Kombination mit einem Hochleistungs-Radarsystem sollen sich feindliche Raketen in einer Entfernung von bis zu 300 Kilometern aufspüren und abschießen lassen. Das System berechnet automatisch den Punkt, an dem ein Abschuss am günstigsten ist.

USA haben Raketenabwehrsystem mit 250 Millionen US-Dollar unterstützt

Anfang April kam es in Israel zum Test des Systems. Daran beteiligt waren die US Missile Defense Agency des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums und der israelische industrielle Hauptauftragnehmer, Rafael Advanced Defense Systems. Die Entwicklung von David’s Sling soll mehr als 300 Millionen US-Dollar gekostet haben, von denen die USA 250 Millionen Dollar bezahlt haben sollen.

Das israelische Verteidigungsministerium geht davon aus, dass das neue Abwehrsystem vor allem für die Ausschaltung von Angriffen aus dem Libanon geeignet ist. Dazu reicht die Reichweite von David’s Sling gut aus. Zugleich rechnet das Verteidigungsministerium damit, dass die sogenannte Hisbollah-Organisation im Libanon sich mit einer Vielzahl von Raketen eindecken könnte. Dabei soll es sich um russische, iranische und vermutlich auch nordkoreanische GPS-gesteuerte Raketen handeln, die auf israelische zivile und militärische Ziele abgefeuert werden könnten.

Das Verteidigungsministerium erwartet, dass beim Aufflammen eines Konflikts mit der Hisbollah und den libanesischen Shiiten bis zu tausend Raketen am Tag auf israelische Städte und militärische Ziele abgefeuert werden könnten. David’s Sling soll dazu in der Lage sein, auch einem derartig massiven Angriff erfolgreich begegnen zu können.

Insgesamt hat das israelische Raketenprogramm fünf Stufen

Von diesen fünf Stufen sind drei auf die Entwicklung von Abwehrraketen und zwei auf Offensivraketen konzentriert. Stufe Eins sind die sogenannten Iron Dome Abwehrraketen mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern. Diese Raketen sind gegen palästinensische Angriffe bereits in großer Zahl eingesetzt worden. 90 Prozent der gestarteten Iron Dome Raketen erreichten und zerstörten dabei ihr fliegendes Ziel. Stufe Zwei sind die David’s Sling Abwehrraketen.

Stufe Drei sind die Arrow 2 Offensivraketen mit einer projektierten Reichweite von mehreren tausend Kilometern. Stufe Vier ist die Arrow 3 Abwehrrakete mit einer Reichweite von bis zu 2500 Kilometern. Sie ist bei iranischen Raketenangriffen und solchen aus entfernter liegenden arabischen Regionen geeignet. Stufe Fünf sind schließlich die Jericho 3 Interkontinentalraketen mit einer Reichweite von mehr als 10.000 Kilometern. Diese Raketen befinden sich bereits im Teststadium.

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Von Peter Odrich
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