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12.11.2013, 14:21 Uhr | 0 |

Günstiger als die Konkurrenz Indien will in den Markt mit kommerziellen Satellitenstarts einsteigen

Der Start einer indischen Rakete Anfang November, die eine Sonde zum Mars bringt, ist für Indien nur ein Schritt auf dem Wege zu einer kommerziellen Raumfahrt, mit der sich Geld verdienen lässt. Frühere spektakuläre Ziele wie ein bemannter Flug ins All hat die indische Raumfahrtorganisation ISRO dagegen aufgegeben.

Start der indischen Trägerrakete PSVL
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Start der indischen Trägerrakete PSVL auf dem Weltraumbahnhof Sriharikota im südindischen Andhra Pradesh: Indien will ins Geschäft mit dem Transport von Satelliten ins Weltall einsteigen

Foto: ISPRO

Indien ist es wirtschaftlich bisher nicht gelungen, den Anschluss an die chinesische Führungsrolle in Asien herzustellen. Indien hinkt sogar weit hinter China her. In Sachen Raumfahrt schickt sich das Land dagegen an, ein ernsthafter Konkurrent zu werden.

Die indische Raumfahrtbehörde Indian Space Research Organisation (ISRO) beschäftigt gegenwärtig rund 16 000 Mitarbeiter, darunter sehr viele sehr gut ausgebildete Ingenieure. Selbst wenn dieses Personal nur einen Bruchteil dessen kostet, was die amerikanische NASA für ihre Belegschaft ausgeben kann, so ist die ISRO doch effektiv eine ganz erhebliche Belastung für die indische Staatskasse.

Indischer Satellitentransport in den Weltraum

Seine Zukunft sieht Indien im Geschäft mit dem Transport von Satelliten ins Weltall. Allerdings muss das Land dabei gegen Europa mit seiner Trägerrakete Ariane, die Russen mit der Sojus und den Amerikanern mit zwei privaten Transportfirmen antreten. Auch die Chinesen könnten in absehbarer Zeit in das Geschäft einsteigen.

In diesem Umfeld zielt die ISRO ausdrücklich auf besonders kostengünstige Satellitenstarts, die sich noch dazu durch ein hohes Maß an Zuverlässigkeit auszeichnen sollen. Das soll die Versicherungskosten für die Satelliten massiv nach unten zu treiben.

Soweit es um die Kosten geht, kann sich die ISRO auf eine umfangreiche Zulieferindustrie im eigenen Lande stützen. Von der Rakete, die die Marssonde Mangalyaan in den Weltraum transportiert, stammen 90 bis 95 Prozent der Komponenten – gerechnet vom Wert her – aus indischer Produktion. Bei dem Mars-Raumfahrtzeug liegt diese Quote mit 50 bis 60 Prozent ungleich niedriger. Damit ist Indien bei Raumfahrzeugen noch einige Zeit auf ausländische Zulieferer angewiesen.

Abschied von spektakulären Zielen

ISRO-Chef Koppillil Radhakrishnan hält es für möglich, dass Indien noch im laufenden Jahrzehnt kommerzielle Raketenstarts am Weltmarkt anbieten könnte. Diese dürften anfangs sogar staatlich subventioniert sein, um ins Geschäft zu kommen.

Indien verfügt immerhin auch schon über eine gewisse Bodenorganisation außerhalb der eigenen Landesgrenzen für derartige Raketenstarts. Dazu zählen auch verschiedene Schiffe, die Anfang November vom Südpazifik aus den Start der indischen Marssonde überwachten.

Verabschiedet hat sich Indien dagegen von spektakulären Zielen in der bemannten Raumfahrt. So ist keine Rede mehr davon, dass 2016 der erste indische Astronaut ins Weltall fliegen könnte.

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Von Peter Odrich
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