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15.06.2015, 13:04 Uhr | 0 |

Paris Air Show In Paris startet die größte Luftfahrtmesse der Welt

Die Paris Air Show in Le Bourget nahe Paris ist gestartet: Auf der weltgrößten Flugmesse bläst der kanadische Flugzeughersteller Bombardier zum Angriff auf die Branchenriesen Boeing und Airbus. Zu den Messehighlights zählt auch eine Flugshow mit einem Senkrechtstart des Boeing Dreamliners. 

A380 auf der Paris Air Show
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Ankunft eines A380 am Montag auf der Paris Air Show. 

Foto: H Goussé/Airbus

Die Paris Air Show ist für Flugzeughersteller ideale Gelegenheit, ihre Muskeln spielen zu lassen: 2260 Aussteller aus 47 Länder zeigen der Branche vom 15. bis 21. Juni ihre Neuheiten. Die ersten vier Ausstellungstage sind den 140.000 erwarteten Fachbesuchern vorbehalten. Danach können sich auch Laien einen Überblick verschaffen.

Bombardier bläst zum Angriff auf Boeing und Airbus

Und was gibt es zu sehen? Besonderes Augenmerk legt die Branche auf Bombardier. Der kanadische Flugzeughersteller präsentiert die Modelle CS100 und CS300. Dabei handelt es sich um neu entwickelte Mittelstreckenflugzeuge, die 20 % weniger Sprit verbrauchen und zudem deutlich leiser sein sollen. Sie könnten sich zur ernstzunehmenden Konkurrenz für den Airbus A320 und die Boeing 737 mausern – die bisherigen Könige der Mittelstreckenjets.

 

Bombardier, bislang bekannt für kleinere Regionaljets, nimmt Mittelstreckenflugzeuge mit bis zu 150 Sitzen ins Visier, weil sich ihr Markt immer weiter vergrößert: Bis 2034 sollen 12.700 Maschinen im Wert von knapp 50 Milliarden Euro den Besitzer wechseln. „Wir wollen einen großen Anteil an diesem Markt“, sagt Bombardier-Chef Fred Cromer. Die ersten Exemplare der C-Serie werden 2016 bei der Lufthansa-Tochter Swiss den Liniendienst antreten. Die Ausstellungsmodelle auf der Paris Air Show haben deswegen auch einen Swiss-Anstrich erhalten und fliegen nach der Messe zur Heimatbasis von Swiss nach Zürich.

Boeing-Prognose: Marktvolumen wächst auf 5,6 Billionen US-Dollar

Mit den Flügeln zittern muss Boeing allerdings nicht. Der US-amerikanische Flugzeughersteller prognostiziert der Branche für die nächsten 20 Jahre eine Nachfrage für 38.050 Flugzeuge im Wert von 5,6 Billionen US-Dollar. Die Prognose liegt damit 3,5 % höher als im Vorjahr. „Der Markt für Verkehrsflugzeuge ist weiterhin stark und stabil“, sagt Boeing-Marketingchef Randy Tinseth. Der Passagierverkehr wird weiterhin um 4,9 Prozent wachsen, der Frachtverkehr um 4,7 Prozent.

 

Schlechter sieht Boeing hingegen die Zukunft der Großraumflugzeuge Airbus A380 und Boeing 747: Der Flugzeughersteller rechnet mit einem Absatz von 540 Stück der beiden Modelle in den nächsten 20 Jahren. 2014 ging Boeing noch von 560 Maschinen aus. Airbus sieht die Sache optimistischer. Der europäische Flugzeugbauer rechnet mit 1500 Exemplaren. Er präsentiert auf der Paris Air Show vier Flugzeuge der Typen A350 XWB und A380.

Außerdem schickt Airbus während der Flugshow den Militärtransporter A400M in die Luft, um Vertrauen nach dem Absturz in der Nähe von Sevilla mit vier Todesopfern zurückzugewinnen. „Wir haben vollständiges Vertrauen in die A400M und sind erfreut, die Flugvorführung wie geplant durchzuführen“, sagt Fernando Alonso, Chef der Airbus-Militärflugzeugsparte.

Boeing Dreamliner startet fast senkrecht in die Luft

Für die Luftfahrtshow der Messe hat sich Boeing eine kleine Sensation einfallen lassen: Ein Dreamliner 787-9, gedacht für die Vietnam Airlines, wird nahezu senkrecht in die Luft steigen.

Boeing hat dieses für eine Passagiermaschine ungewöhnliche Flugmanöver vorab auf Youtube veröffentlicht ­– und in nur vier Tagen über 7,5 Millionen Klicks erhalten. Im Video fliegt der blaue Mittelstreckenjet kurzzeitig in einem Winkel von über 80°. Kurz vor dem Looping zieht der Pilot die Maschine wieder in die Waagerechte.

Spaceliner des DLR soll 20-fache Schallgeschwindigkeit erreichen

Auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) ist auf der Paris Air Show: Es zeigt dort das Konzept des sogenannten Spaceliners, der 50 Passagiere in 90 Minuten von Europa nach Australien fliegen könnte. Der Raumgleiter würde ähnlich wie ein Spaceshuttle mit Raketenantrieb senkrecht starten und nach acht Minuten in einen Gleitflug mit 20-facher Schallgeschwindigkeit wechseln. Landen soll das Shuttle wie ein herkömmliches Flugzeug. 

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Von Patrick Schroeder
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