01.05.2014, 11:00 Uhr | 0 |

Tests bei der US Army Hubschrauber ohne Piloten ferngesteuert und sicher gelandet

Krieg wird immer technischer: Demnächst sind auch für Helikopterflüge keine menschlichen Piloten mehr notwendig. Die US Army und der Hubschrauberhersteller Sikorsky haben einen Black-Hawk-Hubschrauber ohne Besatzung ferngesteuert und sicher gelandet. Das Ziel sind vollautomatische Flüge, die schon ab 2015 zunächst für routinemäßige Frachttransporte genutzt werden sollen. Doch auch riskante Einsätze sind für die menschenleeren Hubschrauber irgendwann  vorstellbar. 

Black Hawk
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Bemannte ältere Black-Hawk-Modelle im Einsatz: Die US Army arbeitet darauf hin, künftig zwischen bemannten und unbemannten Hubschrauberflügen wählen zu können. Gemeinsam mit dem Hubschrauberhersteller Sikorsky hat sie erstmals einen Black-Hawk-Hubschrauber ohne Besatzung ferngesteuert und sicher gelandet.

Foto: dpa

Unbemannte Flüge werden immer gängiger: Drohnen sind in der zivilen und militärischen Luftfahrt inzwischen fast selbstverständlich. Die nächste logische Stufe ist jetzt mit dem Flug eines über fünf Tonnen schweren Hubschraubers ohne menschliche Besatzung erreicht. Der US-Hubschrauberhersteller Sikorsky Aircraft Corp. hat im März gemeinsam mit der US Army einen ferngesteuerten Flug eines Black-Hawk-Hubschraubers absolviert. Das Programm wird MURAL genannt, eine Abkürzung für „Manned/Unmanned Resupply Aerial Lifter“, zu deutsch so viel wie „bemannter/unbemannter Nachschub-Lufttransporter“. Die Hubschrauber können wahlweise bemannt oder unbemannt geflogen werden und werden deshalb auch „Optionally Piloted Black Hawk (OPBH)“ genannt. Reguläre Black Hawks werden von der US Army, aber auch von vielen anderen Armeen der Welt eingesetzt – unter anderem von der Bundeswehr.

Das Ziel sind vollautonome, unbemannte Frachtflüge

Auf seinem Testgelände nahe Palm Beach in Florida hat Sikorsky demonstriert, wie man den Helikopter vom Typ UH-60MU vom Boden aus lenkt. Der Pilot bediente den Testhubschrauber mit einer tragbaren Kontrollstation und führte dabei den Transport von Außenlasten vor.

In Zukunft soll der Hubschrauber auch ohne Sichtkontakt unbemannte Flüge durchführen. Das Ziel sind vollautonome Frachtflüge, bei denen der Hubschrauber an einem Punkt Fracht aufnimmt, sie zu einem anderen Ort fliegt und dort ablädt, ohne dass jemand eingreift. Damit dies auch bei Landung, Be- und Ausladung reibungslos funktioniert, setzt Sikorsky in Zusammenarbeit mit weiteren Unternehmen auf sensorbasierte Systeme. Dass dies eine große Herausforderung ist, wissen alle Beteiligten. Trotzdem sollen unbemannte Frachthubschrauber bereits ab 2015 zum Einsatz kommen.

Die Army rechnet sich Vorteile mit dem Einsatz von Hubschraubern aus dem MURAL-Programm aus: So können routinemäßige Frachtflüge geflogen werden, während die Crew am Boden bleibt und sich ausruht. „Die freie Wahl zwischen bemannten und unbemannten Flügen erlaubt es dem Kommander, sich auf heiklere Einsätze zu konzentrieren, ohne die Größe oder Zusammenstellung der Flotte ändern zu müssen”, betont Mark Miller, stellvertretender Leiter des Bereichs Forschung und Technik bei Sikorsky. Auch für gefährliche Militäreinsätze ohne Risiko für die Piloten könnten die Hubschrauber ohne menschliche Besatzung irgendwann einmal eingesetzt werden. 

Weitere Forschungen zu diesem Thema

Der Hubschrauberhersteller Sikorsky Aircraft Corp. arbeitet seit 2007 an der Technik, die für unbemannte Flüge notwendig ist. 2013 machten das US-Militär und das Unternehmen die Zusammenarbeit durch eine offizielle Vereinbarung öffentlich. Bereits 2010 hatte die US Army einen 140 Seiten starken Projektplan zu diesem Thema veröffentlicht. Neben der US Army experimentiert auch die Navy mit ferngesteuerten Hubschraubern und arbeitet dafür mit einem Konkurrenten von Sikorsky, dem amerikanischen Unternehmen Kaman, zusammen. Weitere Forschungen beschäftigen sich mit dem unbemannten Einsatz von Kampfflugzeugen und sind ebenfalls schon in der Testphase angelangt. 

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Von Judith Bexten
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