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11.11.2014, 14:01 Uhr | 0 |

Moffet Airfield zum Testen Google mietet NASA-Flugplatz für 1,16 Milliarden US-Dollar

Google hat kurzerhand Lust auf einen eigenen Flugplatz – und kann sich das auch leisten: Für 1,16 Milliarden Euro pachtet der IT-Gigant den NASA-Flugplatz Moffet Airfield für die nächsten 60 Jahre. Google will dort an Raumfahrt- und Robotertechnologie forschen. 

Hangar One auf dem Moffet Airfield in Kalifornien
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Der Hangar One auf dem Moffet Airfield in Kalifornien ist derzeit nur ein Gerüst: Die NASA hat ihn rückbauen lassen, nachdem man im Gebäude giftige Substanzen entdeckt hatte.

Foto: NASA

Nach Angaben der amerikanischen Weltraumagentur NASA hat die Google-Tochterfirma Planetary Ventures den Pachtvertrag für das Moffet Airfield unterschrieben. Der Konzern verfügt somit über einen eigenen Flugplatz in Kalifornien – nur wenige Kilometer entfernt vom Hauptsitz Mountain View und dem berühmten Denkerparadies Silicon Valley. Für die Reisesituation der Google-Gründer Larry Page und Sergey Brin ändert der Pachtvertrag nichts. Sie parken schon länger ihre Privatjets auf dem Flugplatz.

Raumfahrt- und Roboterforschung im berühmten Hangar One

Doch Google will mehr als einen Flugzeugparkplatz für die jährlichen Betriebskosten von 6,3 Millionen US-Dollar und die 1,16 Milliarden US-Dollar Miete, die in den nächsten 60 Jahren fällig sind: Der Konzern investiert deshalb 200 Millionen Dollar in die teilweise maroden Anlagen – etwa in den berühmten Hangar One.

Er brachte nach der Flugplatzeröffnung 1933 Luftschiffe vom Typ USS Macon unter, wurde jedoch abgerissen, nachdem man giftige Stoffe fand. Google will den Hangar wiederherstellen und darin Raumfahrt- und Roboterforschung betreiben. Außerdem plant der Konzern den Bau eines Bildungszentrums, das der Öffentlichkeit die Geschichte des Moffet Airfields näher bringt.

NASA freut sich über Pachtvertrag

Neben dem Hangar One hat das Moffet Airfield noch mehr zu bieten: zwei Landebahnen, zwei weitere Hangars, ein großes Gebäude für den Flugbetrieb und sogar einen Golfplatz. Doch diese Infrastruktur gibt die NASA gerne auf. „Wir wollen Steuergelder in wissenschaftliche Entdeckungen und die Erkundung des Weltraums investieren, nicht in den Erhalt von Infrastrukturen, die wir nicht länger brauchen“, sagt NASA-Administrator Charles Bolden.

1933 diente der Hangar One dazu, das Luftschiff USS Macon unterzubringen. An die Historie soll ein Bildungszentrum erinnern, das Google auf dem Moffet Airfield baut. 

Den Mietvertrag begrüßt auch Aktivist Lenny Siegel, der sich seit Jahren für den Erhalt des Hangar One einsetzt. „Das sind tolle Nachrichten“, sagt Siegel dem Online-Magazin Mercury News. „Wir haben endlich die Gewissheit, dass Hangar One wiederhergestellt wird, die Einrichtungen wissenschaftlich genutzt werden und es ein Bildungszentrum für die Öffentlichkeit geben wird.“

Google liebäugelt derzeit mit der Raumfahrt

Erst im Juni 2014 hat der Konzern für 500 Millionen US-Dollar Skybox Imaging übernommen, eine junge Raumfahrtfirma, die mit zwei Satelliten im All Bilder und hochauflösende Videos liefert. Google könnte sie zukünftig für seinen Kartendienst Google Maps nutzen. Des Weiteren beteiligt sich Google an Virgin Galactic. Mit Hilfe des britischen Raumfahrtunternehmens des Milliardärs Richard Branson will der Konzern ein Netz mit 180 Satelliten aufbauen. Es soll auf der Erde flächendeckend Internetverbindungen ermöglichen.

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Von Patrick Schroeder
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