22.09.2014, 13:26 Uhr | 0 |

Weitere Sonden im Anflug Geschafft: NASA-Sonde Maven ist im Orbit des Mars’ eingeschwenkt

Nach zehnmonatiger Reise ist die US-Sonde Maven in der vergangenen Nacht erfolgreich in die Umlaufbahn des Mars’ eingeschwenkt. Dort wird in nächster Zeit einiges los sein: Am Mittwoch trifft dort auch eine indische Mars-Sonde ein, Mitte Oktober wird der Komet Siding Spring in nächster Nähe einen enormen Meteorschauer auslösen.

Die Marssonde Maven
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Die Marssonde Maven ist in der Nacht zu Montag in die Umlaufbahn des Mars' eingeschwenkt.

Foto: NASA/Goddard Space Flight Center

Am 18. November 2013 war Maven – Kurzform für Mars Atmosphere and Volatile Evolution – von Cape Canaveral aus auf die 770 Millionen Kilometer lange Reise zum Mars gestartet. Zwischenzeitlich stand die Mission sogar auf der Kippe wegen der dramatischen Haushaltssperre in den USA im vergangenen Jahr.

Jetzt meldete die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA, dass die knapp 2,5 Tonnen schwere Sonde in der Nacht zum Montag erfolgreich in die Umlaufbahn des Mars eingeschwenkt ist.

Maven soll die Atmosphäre des Mars untersuchen

Dazu hatte Maven sechs kleine Düsen gezündet, um sich zu stabilisieren, bevor die Triebwerke für eine gute halbe Stunde reduziert wurden, damit die Sonde von der Anziehungskraft des Mars in dessen Umlaufbahn gezogen wird. Die wird elliptisch sein und Maven im Laufe einer 35-stündigen Umrundung zwischen 150 und 6200 Kilometer am roten Planeten vorbeiführen.

Maven hat gewissermaßen einen Spezialauftrag zu erledigen. Während die bisherigen Mars-Missionen in erster Linie die Oberfläche des Planeten im Visier hatten, wird die jüngste NASA-Sonde mit neun Instrumenten an Bord ihren Fokus auf die Atmosphäre richten.

Wissenschaftler vermuten, dass diese einst wesentlich dichter gewesen ist als die Hülle aus Kohlendioxid, die den Mars heute umgibt. Wasser wurde bisher nicht auf dem Mars gefunden, aber viele Hinweise darauf, dass es in früheren Zeiten reichlich davon gegeben hat. Ausgetrocknete Flussbetten, Seen und chemische Spuren zeugen davon, dass der Mars wärmer und feuchter war.

Indische Mars-Sonde Mangalyaan wird am Mittwoch erwartet

„Das Wasser könnte in zwei Richtungen verschwunden sein“, sagt Bruce Jakosky von der University of Colorado, der die Maven-Mission leitet. „Entweder ist es in der Kruste verschwunden oder über die Atmosphäre ins All.“ Im Laufe des kommenden Jahres soll Maven nun beobachten, wie der Sonnenwind und andere geladene Teilchen, die auf die Mars-Atmosphäre treffen, diese abtragen.

Mit Hilfe von Computermodellen wollen die Wissenschaftler dann versuchen, daraus eine Zeitreise in die Vergangenheit zu simulieren, um herauszufinden, ob auf dem Mars irgendwann einmal die passenden Bedingungen herrschten, damit Leben entstehen konnte. Ob die Astronomen Hinweise auf Leben auf dem Mars finden, ist also ungewiss.

Sicher ist unterdessen, dass es in nächster Zeit einiges an Action auf unserem Nachbarplaneten geben wird. Schon jetzt umkreisen zwei amerikanische und ein europäischer Orbiter den Mars, während zwei US-Rover auf der Oberfläche unterwegs sind. Am Mittwoch soll außerdem die indische Mars-Sonde Mangalyaan eintreffen. Sie war am 5. November 2013 gestartet und hat Forschungsgeräte an Bord, die in den nächsten sechs Monaten ebenfalls die Zusammensetzung der äußeren Atmosphäre-Schichten untersuchen sollen.

Komet Siding Spring streift am 19. Oktober die Atmosphäre des Mars

Beide Sonden, Mangalyaan und Maven, werden voraussichtlich im Oktober Zeugen eines außergewöhnlichen Schauspiels werden. Der Komet Siding Spring ist derzeit mit einer Geschwindigkeit von 200.000 Kilometern pro Stunde in Richtung Mars unterwegs und wird den Planeten am 19. Oktober in einem Abstand von 132.000 Kilometern streifen. Die NASA-Wissenschaftler erwarten einen der stärksten Meteorschauer aller Zeiten.

Zwar besteht eine gewisse Gefahr für die Sonden, dass die umhergeschleuderten Gesteinstrümmer des Meteoriten beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre Schaden anrichten könnten. Aber die Gelegenheit, dieses natürliche Experiment zu beobachten und aufzuzeichnen, ist einzigartig. Die Instrumente der Orbiter sind für diese Aufgabe perfekt gerüstet.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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