15.08.2014, 13:55 Uhr | 1 |

30.000 freiwillige Helfer Forscher finden Sternenstaub in der heimgekehrten Raumsonde Stardust

Im Partikelfänger der Raumsonde Stardust hat ein internationales Wissenschaftsteam interstellaren Sternenstaub gefunden. 30.000 freiwillige Helfer standen ihnen bei der Analyse der eine Million Mikroskopbilder zur Seite. Zu den überraschenden Funden zählen das kristalline Mineral Olivin und Magnesium-Eisen-Silikat.

1999 startete die Raumsonde Stardust zum Kometen Wild 2
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1999 startete die Raumsonde Stardust zum Kometen Wild 2, um Staubpartikel einzusammeln. 30.000 Helfer haben den Staubfänger unter die Lupe genommen und tatsächlich die Spuren von sieben Partikeln gefunden.

Foto: NASA

Bereits im Jahr 1999 startete die US-Weltraumbehörde NASA die Raumsonde Stardust in den Weltraum, um Staub des Kometen Wild 2 einzusammeln. Die Sonde war mit einem Partikelsammler ausgestattet, der die Form eines Tennisschlägers hatte. Die Gitterstreben waren mit Aluminiumfolie umwickelt, die Zwischenräume mit einem speziellen Glasschaum ausgefüllt. Dieses Aerogel hatte die Aufgabe, schnelle Staubteilchen abzubremsen.

Jetzt, acht Jahre nach der Rückkehr der Raumsonde, haben Wissenschaftler den Staub analysiert, der seinen Ursprung außerhalb unseres Sonnensystems hat. „Es ist das erste Mal, dass wir neuzeitlichen interstellaren Staub auf der Erde untersuchen konnten", sagt Peter Hoppe vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz, Koautor der Studie, die das internationale Forscherteam um Andrew Westphal von der University of California in Berkeley im Magazin Science veröffentlicht hat.

Partikel sind nur zwei Tausendstel Millimeter klein

Die größten eingefangen Staubteilchen waren mit zwei Tausendstel Millimetern im Vergleich zur Oberfläche des Partikelsammlers winzig klein. Um sie überhaupt finden zu können, erstellten die Forscher etwa eine Million Mikroskopfotos. Und sie rekrutierten 30.000 freiwillige Helfer, die sogenannten Dusters, die im Projekt Stardust@home die Aufnahmen nach kleinsten Spuren von Einschlägen absuchten.

Im Partikelsammler fanden die Wissenschaftler schließlich die Spuren von sieben Staubpartikeln. Vier rasten in die Alufolie und drei in den Glasschaum. Die Forscher gehen davon aus, dass sie mit einer Geschwindigkeit von über 15 Kilometer pro Sekunde aufprallten und dann verdampften. Spuren am Rand des Kraters gaben Hinweise auf Silizium und Kohlenstoff.

Zusammensetzung des Staubs ist vielfältiger als bisher angenommen

Der bisher bekannte über vier Milliarden alte Sternenstaub ist recht kohlenstoffreich. Die jetzt analysierten Teilchen hingegen sind sehr unterschiedlich hinsichtlich ihrer Struktur, Größe und der chemischen Elemente. So sind die meisten der Partikel viel leichter als die Astronomen erwartet hatten. In den zwei größeren Partikeln wurde zudem das kristalline Mineral Olivin und Magnesium-Eisen-Silikat gefunden. Dieser Fund könnte darauf hinweisen, "dass diese Partikel von einer Scheibe um andere Sterne stammen und im interstellaren Raum verändert wurden", erklärt Westphal.

Noch sind die Untersuchungen nicht beendet, denn Alufolie und Glasschaum sind noch nicht komplett abgesucht worden. Westphal rechnet damit, dass noch mehr als ein Dutzend weitere Staubkörnchen gefunden werden können. Sternenstaub ist der Urstoff, aus dem das Sonnensystem entstanden ist. Er besteht aus verschiedenen Kristallen, amorphen Festkörpern und Molekülketten.

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Von Petra Funk
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kommentare
21.08.2014, 02:18 Uhr Progetti
Die Oberfläche von Tschuri dürfte ein sehr aufschlussreicher Staubfänger für Sternen- Staub sein!

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