Luft- & Raumfahrt

RSS Feeds  | Alle Branchen Luft- & Raumfahrt-Visual-122538176
05.03.2014, 13:45 Uhr | 0 |

Internetversorgung über Drohnen Facebook will Titan Aerospace kaufen

Facebook will offenbar den Drohnenhersteller „Titan Aerospace“ kaufen. Die solarbetriebenen Flugkörper sollen das Internet in Regionen zugänglich machen, die bisher noch nicht versorgt sind. Auch Konkurrent Google plant die Internetversorgungslücke zu schließen.

Drohne Solara 50 der US-Firma Titan Aerospace
Á

Die Drohne Solara 50 der US-Firma Titan Aerospace könnte in 20 Kilometern Höhe Aufgaben von Satelliten übernehmen, auch die Kommunikationsübertragung.

Foto: Titan Aerospace

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg plant offenbar nach dem spektakulären Einkauf der Nachrichten-App „WhatsApp“ die nächste größere Akquisition für sein Imperium. Wie das amerikanische Technikportal „TechCrunch“ berichtet, ist Facebook an einer Übernahme der 2012 gegründeten US-Firma „Titan Aerospace“ interessiert. Das Unternehmen aus New Mexiko baut Drohnen, die als „atmosphärische Satelliten“ die Internetversorgung in abgelegenen Gegenden der Erde übernehmen könnten.

Flotte mit 11.000 Drohnen soll Internet in abgelegene Gebiete bringen

Vielleicht, so spekuliert „TechCrunch“, könne Facebook freies Internet in Entwicklungsländer bringen und dieses Angebot mit einer Basis-Version von WhatsApp verknüpfen. Ein attraktiver Markt, denn derzeit sind noch fünf Milliarden Menschen ohne Zugang zum Internet.

Genau genommen will Zuckerberg Titan Aerospace aber nicht direkt für sich erwerben, sondern für die Initiative „Internet.org“, die Facebook im letzten Jahr zusammen mit Samsung, Ericsson, MediaTek, Nokia, Opera und Qualcomm gegründet hat. Die gemeinnützige Organisation hat sich die weltweite Verbreitung des Internets auf die Fahnen geschrieben. Nach der Übernahme, die nach Informationen von TechCrunch 60 Millionen Dollar kosten soll, würde Titan Aerospace ausschließlich für Internet.org arbeiten.

Laut TechCrunch soll dann mit dem Bau von 11.000 Drohnen begonnen werden, die zunächst in Afrika die Internetversorgungslücke schließen könnten. Speziell das Modell „Solara 60“ von Titan Aerospace würde eingesetzt werden. Die unbemannte Drohne kann im Grunde ähnliche Aufgaben wie ein Satellit übernehmen, also Wetter- und Erdbeobachtung sowie Kommunikationsübertragung. Sie ist jedoch beweglicher und wesentlich kostengünstiger. Gestartet würden die Drohnen nachts mithilfe einer Batterie. Bei Sonnenaufgang beginnen sie damit genügend Energie zu speichern, um sich auf 20 Kilometer über dem Meeresspiegel hochzuschrauben. Dort könne die Drohne, auch „Atmosat“ genannt, volle fünf Jahre lang bleiben, ohne landen zu müssen.

Konkurrent Google will im „Project Loon“ Ballons aufsteigen lassen

Dabei nutzen die satellitenähnlichen Flugobjekte aus, dass die Regulierungen der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde nur bis rund 18 Kilometer greifen. Hat es die „Solara 60“ also erst einmal bis in diese Höhe geschafft, könnte sie dort frei kreisen. Selbst wenn in anderen Ländern die Gesetzeslage eine andere sein sollte, würde sie wahrscheinlich nicht so strikt sein wie in den USA. Das hofft zumindest „Internet.org“ mit Blick auf die sich entwickelnden Märkte, auf die sich die Organisation fokussiert hat.

Aber auch die Konkurrenz ist nicht untätig geblieben bei dem Versuch, das Internet flächendeckend über den Erdball zu verbreiten. Bereits vor einem dreiviertel Jahr verkündete „Google X“, das Geheimlabor der Internetsuchmaschine, sein „Project Loon“. Hier würden keine Drohnen, sondern Ballons entlegene Gebiete des Planeten mit einem Zugang zum Breitband-Internet versorgen. Der Internetnutzer würde sich per Smartphone mit einem Ballon verbinden. Dieser stünde wiederum innerhalb eines Netzwerkes in Kontakt zu anderen Ballons. So würde das Signal von Ballon zu Ballon weitergereicht werden, bis es schließlich eine Empfängerantenne auf der Erde erreicht. Bevor das „Project Loon“ von Google technisch umgesetzt werden kann, müssen allerdings noch wesentliche Probleme geklärt werden. Zum Beispiel die Frage, wie die Ballons auf einer vorgesehenen Flugbahn und Höhe gehalten werden können. 

Anzeige
Von Gudrun von Schoenebeck
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden