05.12.2014, 15:10 Uhr | 1 |

Für 2030 Mars angepeilt Erster Testflug: NASA bringt Orion erfolgreich ins All

Die NASA ist zurück im Weltall: Heute startete die unbemannte Raumkapsel Orion mit einer Trägerrakete vom Typ Delta IV von Cape Canaveral. Sie wird zweimal die Erde umrunden und nach vier Stunden von 5.800 Kilometern Höhe in den Pazifik fallen. Eines Tages sollen mit der Orion auch Menschen zum Mars fliegen.

Die Delta IV-Trägerrakete mit der Orion-Kapsel oben drauf ist am 5. Dezember 2014 unterwegs ins All.
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Es ist vollbracht: Die Delta IV-Trägerrakete mit der Orion-Kapsel oben drauf ist am 5. Dezember 2014 unterwegs ins All. Winde und eine Treibstoffklappe, die sich nicht schließen ließ, hatten den Start gestern verhindert.

Foto: NASA/dpa

Heute um 13.05 Uhr MEZ haben sich die USA mit dem Start der Orion-Mission von ihrem Raumfahrt-Bahnhof Cape Canaveral als Raumfahrt-Nation eindrucksvoll zurück gemeldet. Oben auf der mächtigen Trägerrakete von Typ Delta IV steckt das Raumschiff Orion, mit dem bald bis zu sechs Astronauten zum Mond, zu einem Asteroiden oder noch weiter fliegen sollen. „Das ist unser nächster Schritt auf dem Weg zum Mars, und es ist ein großer“, sagte NASA-Manager William Gerstenmaier.

Raumschiff umrundet zweimal die Erde 

Der große Schritt heute begann gestern allerdings kläglich: Nach mehreren Startversuchen im vorgegebenen Zeitfenster von zwei Stunden und 39 Minuten musste die NASA um 9.44 Uhr Ortszeit enttäuscht aufgeben. Wind und auch technische Probleme verhinderten die glanzvolle Rückkehr in den Olymp der Raumfahrer-Nationen. Die jetzt erfolgreich abgehobene Orion-Mission ist ein unbemannter Jungfernflug. Das Raumschiff wird in viereinhalb Stunden zwei Runden um die Erde drehen. Die erste Runde rast Orion in einem erdnahen Orbit in 200 bis 900 Kilometern. Danach wird die Oberstufe der Rakete noch einmal fünf Minuten lang ordentlich Gas geben. Orion soll dadurch in eine Höhe von 5.800 Kilometern katapultiert werden.

Orion-Mission dient dem Sammeln von Daten

Es geht der US-Raumfahrtbehörde und ihrem Industriepartner Lockheed Martin bei diesem Testflug vor allem um Daten zur Flugdynamik, zur mechanischen und thermischen Belastung und zur kosmischen Strahlung.

epa04514038 A handout picture made available by NASA shows NASA's Orion spacecraft, mounted atop a United Launch Alliance Delta IV Heavy rocket after the Mobile Service Tower was finished rolling back at Cape Canaveral Air Force Station's Space Launch Complex 37, Florida, USA, 04 December 2014. Orion is scheduled to make its first flight test on 04 December with a morning launch atop the Delta IV Heavy. The spacecraft will orbit Earth twice, reaching an altitude of approximately 3,600 miles above Earth before landing in the Pacific Ocean. No one will be aboard Orion for this flight test, but the spacecraft is designed to allow us to journey to destinations never before visited by humans, including an asteroid and Mars. EPA/NASA/BILL INGALLS HANDOUT EDITORIAL USE ONLY +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Die Raumkapsel Orion vor dem Start. 

Foto: NASA/dpa

Denn diese für den Menschen gefährliche kosmische Strahlung hat bei Langzeitflügen ins All außerhalb des schützenden Magnetfeldes der Erde eine große Bedeutung. Nach den NASA-Plänen soll die Orion 2021 Menschen zu einem Asteroiden fliegen, im Jahr 2030 sollen damit Astronauten zum Mars aufbrechen.

Dummy des Servicemoduls EMS fliegt mir

Mit an Bord der Orion ist das Servicemodul EMS. Mit dem Bau dieses Servicemoduls hat die Europäische Raumfahrtagentur ESA das Unternehmen Airbus Defence and Space beauftragt. Ein Auftrag über 390 Millionen Euro. Festgezurrt am 17. November. 2017/18 soll es fertig sein. Aktuell befindet sich an Bord der Orion daher nur ein ESM-Dummy.

Rücksturz zur Erde belastet das Hitzeschild enorm

Der Rücksturz der Orion zurück zur Erde wird für das Hitzeschild des Raumschiffs zur Extrem-Bewährungsprobe. Mit 8,9 Kilometern pro Sekunde, das entspricht 32.000 Stundenkilometern, stürzt Orion auf seinen Heimatplaneten zu. Dabei erhitzt sich das Plasma an der Unterseite der Kapsel auf Temperaturen bis zu 2.200 Grad Celsius. „Eine russische Sojus-Kapsel, die aus einem erdnahen Orbit landet, ist nur etwa 3,7 Kilometer pro Sekunde schnell“, verdeutlicht Johannes Weppler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt den Unterschied.

Bis jetzt neun Milliarden Dollar gekostet

Das Aufsteigen in den erdfernen Orbit und die dadurch sehr hohe Rücksturz-Geschwindigkeit ist als Test für die später geplanten Mond- oder Marsmissionen gedacht.

Denn dann wird die Kapsel sogar mit zwölf Kilometern pro Sekunde der Erde entgegenrasen. Eine Herausforderung. Entsprechend ist auch das Budget der Orion-Mission. Diese hat bereits bis jetzt neun Milliarden Dollar verschlungen.

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Von Detlef Stoller
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NASA
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kommentare
23.04.2016, 20:53 Uhr Progetti
Das Erd- Magnetfeld wird durch Ladungs- Lokomotion erzeugt, und das gleiche muss in einem weitreisenden Raumschiff passieren, da es keine sonnenwindresistenten Menschen gibt und keine Supraleiter, welche begrenzt durch die kritische Feldstärke auf relativ kleinem Raum die für die Abschirmung erforderliche Feldstärke erzeugen könnten.
Wir haben hier leider ein Forschungs- Defizit, das aufgeholt werden muss, man sollte aber nicht die Hoffnung verlieren, auch wenn Forschung erforderlich ist!

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