07.10.2013, 14:30 Uhr | 0 |

Shutdown in den USA Erleichterung bei der NASA: Mars-Mission MAVEN ist gerettet

Im Chaos des Shutdowns ist es dem Hauptquartier der US-Weltraumbehörde in Washington gelungen, die 650 Millionen Dollar teure MAVEN-Mission als Notfall weiterbetreiben zu dürfen. MAVEN zählt zu den wichtigsten NASA-Projekten. Die Raumsonde soll die Mars-Atmosphäre untersuchen. Deadline für den Start ist der 7. Dezember. Danach lässt die nächste günstige Planetenkonstellation bis 2016 auf sich warten. 

Raumsonde MAVEN
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Die Raumsonde MAVEN soll die Mars-Atmosphäre untersuchen.

Foto: NASA

„Wegen des Ausfalls der staatlichen Förderung ist diese Website derzeit nicht erreichbar“, heißt es auf der Homepage der NASA. Denn auch die US-Weltraumbehörde ist vom Shutdown betroffen: Während sich rund 18 000 Angestellte im Zwangsurlaub befinden, sorgen lediglich 800 für den Erhalt der wichtigsten Funktionen – etwa für die Sicherheit der Astronauten an Bord der ISS. Vollkommen unklar war im Finanzchaos der USA zunächst das Schicksal der 650 Millionen Dollar teuren Mars-Mission MAVEN. Denn für sie hätte eine Verzögerung um wenige Wochen bedeutet, dass die NASA bis zur nächsten günstigen Planetenkonstellation im Jahr 2016 warten muss. Doch jetzt es gibt Entwarnung: Wie nbcnews.de meldet, ist es dem NASA-Hauptquartier gelungen, die Mission in Washington als Notfall zu deklarieren. Wenn die Vorbereitungen wie geplant weiter laufen, startet die Weltraumsonde am 16. November in Cape Canaveral. 

MAVEN soll Klimaverhältnisse auf dem Mars erforschen

Die Sonde MAVEN (Mars Atmosphere Volatile Evolution) wird den Mars nach zehn Monaten Flugzeit erreichen, in dessen Umlaufbahn einschwenken und den Planeten alle 4,5 Stunden umkreisen. Aus 6000 Kilometer Entfernung zur Oberfläche macht sie zu Kartierungs-Zwecken Aufnahmen des gesamten Planeten im ultravioletten Wellenlängenbereich. Beim sogenannten Deep-Dip-Manöver nähert sie sich anschließend der Oberfläche auf 130 Kilometer, um Proben aus der obersten Schicht der unteren Atmosphäre einzusammeln. Diese Primär-Mission dauert bis Oktober 2015. Anschließend werden Wissenschaftler die Daten auswerten. Sie erhoffen sich dabei einen Einblick in Klimaverhältnisse, die Auswirkungen der Sonnenaktivität und wollen herausfinden, warum die einstige Atmosphäre vor langer Zeit verschwunden ist.

Privatunternehmen federn Auswirkungen des Shutdowns auf US-Raumfahrt ab

Zwar ist die NASA eine der Bundesregierung unterstellte Einrichtung und verfügt somit über keine eigenen finanziellen Mittel. Doch werden die Auswirkungen des Government-Shutdowns durch den Vormarsch privater Unternehmen in der US-Raumfahrt abgefedert. Ein Beispiel: Seitdem die NASA das eigene Shuttle-Programm im Jahr 2011 eingestellt hat, konkurrieren Privatunternehmen um die Aufgabe, Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS zu starten. So forscht das Unternehmen SpaceX derzeit an der neuen Trägerrakete Falcon 9, während es das Unternehmen Orbital vergangenen Sonntag geschafft hat, mit der Versorgungskapsel Cygnus an die ISS anzudocken. Auch das Jet Propulsion Labaratory in Pesadena, das die beiden Voyager-Raumsonden auf ihrem Weg aus unserem Sonnensystem hinaus überwacht, zeigt sich vom Shutdown unbeeindruckt. Denn die Einrichtung gehört nicht direkt zur Nasa, sondern zum California Institute of Technology. 

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Von Patrick Schroeder
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