15.05.2015, 10:14 Uhr | 0 |

Absturz Progress 59 Drei ISS-Astronauten bleiben länger im All als geplant

Wie Nasa und ESA jetzt bekanntgaben, wird die Rückkehr von drei Astronauten, die sich auf der Internationalen Raumstation befinden, verschoben. Grund dafür ist der Absturz des russischen Raumfrachters Progress, der die ISS mit Nachschub versorgen sollte. Er verfehlte die Umlaufbahn und verglühte in der Erdatmosphäre.

Die Nasa-Astronauten Scott Kelly (li.) und Terry Virts bei der Arbeit auf der ISS.
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Die Nasa-Astronauten Scott Kelly (li.) und Terry Virts bei der Arbeit auf der ISS. Sie und ihre Kollegin Samantha Christoforetti müssen mindestens einen Monat länger als geplant auf ihre Rückkehr zur Erde warten. 

Foto: Nasa

Warum genau der russische Raumfrachter Progress 59 am vergangenen Dienstag die für ihn vorgesehene Umlaufbahn nach dem Start verfehlte, ist derzeit noch nicht klar. Progress sollte die Crew der Internationalen Raumstation ISS mit Nachschub versorgen, stattdessen verglühte er bei seinem unkontrollierten Eintritt in die Erdatmosphäre. Bevor die Ursachen für den Absturz nicht geklärt sind, wird es keine weiteren Starts zur Raumstation geben. Deshalb müssen jetzt drei der sechs Astronauten mindestens einen Monat länger auf ihre Rückkehr zur Erde warten.

Die ISS ist bis zum Herbst 2015 mit Vorräten versorgt

Ein genaues Datum für die Rückkehr des NASA Astronauten Terry Virts, der ESA Astronautin Samantha Christoforetti und des russischen Kosmonauten Anton Shkaplerov werde in den nächsten Wochen bekannt gegeben, ließ die Nasa wissen. Jetzt werde zunächst das vorläufige Untersuchungsergebnis über die Fehlfunktion des Raumfrachters der russischen Weltraumbehörde Roscosmos, das am 22. Mai erscheinen soll, abgewartet. Im Juni sollen dann die drei Raumfahrer zurückgebracht werden.

Der nächste russische Raumfrachter, die Progress 60, soll Anfang Juli zur ISS starten und dort einige Tonnen an Lebensmittel, Treibstoff und Materialien abliefern. Einen Versorgungsnotstand werde es aber ohnehin nicht geben, meldete die Nasa. Zumindest vorerst nicht, denn die Vorräte auf der ISS reichten auf jeden Fall bis zum Herbst 2015.

Raumfähre Dragon des kommerziellen Anbieters SpaceX startet im Juni

Vorher, ab dem 19. Juni, soll aber noch ein Raumfrachter Dragon von SpaceX, dem kommerziellen Partner der Nasa, zur ISS starten. Dieser siebte SpaceX-Flug wird neben Vorräten auch Forschungskomponenten hoch bringen, inklusive zweier internationaler Docking-Adapter, mit denen zukünftig bemannte Raumfähren kommerzieller Anbieter andocken können.

Für ihre Raumfähre Dragon testet SpaceX zurzeit einen neuen Mechanismus, der im Notfall die Kapsel vom Antriebsmodul trennt. Diese Art Schleudersitz für Astronauten könnte im Gegensatz zu den bisherigen Auswurfmechanismen nicht nur unmittelbar nach dem Start, sondern bis hinauf ins All ausgelöst werden. Vor etwa einer Woche probierte SpaceX den Mechanismus bei einem Probestart auf Cape Canaveral aus und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Die Raumfähre Dragon soll ab 2017 auch Astronauten ins All und zurück befördern.

Hoffentlich geht Samantha Christoforetti der Espresso nicht aus

Derweil bleibt zu hoffen, dass der italienischen ESA-Astronautin Samantha Christoforetti, die als Nachfolgerin von Alexander Gerst seit dem 24. November 2014 ihren Dienst auf der ISS verrichtet, zumindest nicht der Kaffee ausgeht. Erst im April war die von ihr sehnsüchtig erwartetet Espressomaschine auf die Raumstation geliefert worden. Die eigens von dem Espresso-Spezialisten Lavazza entwickelte Espressomaschine liefert außer Kaffee auch Tee und Suppe.

Zwar müssen die Astronauten auch wie bisher den Kaffee mit dem Strohhalm aus einem Beutel trinken. Aber Lavazza hat mit Ingenieuren zusammen die ISSpresso so entwickelt, dass der Kaffee unter hohem Druck gebraut wird und deshalb wie zu Hause schmecken soll.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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