22.04.2014, 17:01 Uhr | 0 |

Vierter Anlauf geglückt Dragon bringt ISS Samen für frischen Salat und neue Raumanzüge

Endlich ist die Zeit des Wartens für die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS vorbei: Der private US-Raumfrachter Dragon hat am Osterwochenende ISS-Crew mit dringend benötigten Versorgungsgütern versorgt. Ursprünglich hatte das ISS-Team bereits Mitte März mit dem Frachter gerechnet.

Raumsonde Dragon
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Raumsonde Dragon, fixiert vom Greifarm der ISS: Erst im vierten Versuch klappte am Osterwochenende der Versorgungsflug zur Internationalen Raumstation.

Foto: NASA

Der Start der unbemannten Versorgungskapsel des US-Unternehmens SpaceX war jedoch mehrmals verschoben worden, weil es immer wieder neue technische Probleme gab. Erst jetzt beim vierten Anlauf konnte die Dragon vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abheben. Am Ostersonntag erreichte der Frachter nach zwei Tagen Flug die Internationale Raumstation – beladen mit 2,3 Tonnen Nachschub. An Bord waren Lebensmittel, Ersatzteile und Ausrüstung, darunter neue Raumanzüge.

Crew kann Pflanzen für Salat züchten

Vor allem verfügt die sechsköpfige ISS-Crew jetzt über Material für mehr als 150 wichtige wissenschaftliche Experimente. Die Astronauten sollen unter anderen Pflanzen züchten, um sich daraus später Salate zu machen.

Mit Hilfe der Ladung soll außerdem erforscht werden, warum die Schwerelosigkeit das Immunsystem von Astronauten schwächt. Und zu guter Letzt kann die Besatzung jetzt den defekten Backup-Computer der Station reparieren. Der Außeneinsatz dafür ist bereits für den morgigen Mittwoch (23. April) geplant.

Mini-Satelliten mit privaten Botschaften im All

Auf dem Weg zur ISS setzte die Dragon außerdem 104 winzige Satelliten im All aus.Die 7,5 Gramm leichten Mini-Satelliten sind mit Sendern versehen und enthalten teilweise persönliche Botschaften von Privatpersonen. Diese privaten Besitzer haben für den Traum vom eigenen Raumgerät rund 300 Dollar bezahlt. Im Weltall umrunden die so genannten Sprites, was so viel wie Kobold oder Elfe heißt, jetzt die Erde. Sie sollen nach drei, vier Tagen verglühen.

Dragon brauchte vier Versuche für einen erfolgreichen Start

Zu der langen Verzögerung des Versorgungsflugs hatte eine unglückliche Pannenserie geführt: Beim ersten Anlauf mussten Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden, beim zweiten Versuch versagte im Vorfeld ein Radar am Weltraumbahnhof und vor gut einer Woche musste die Dragon am Boden bleiben, weil ein Leck in einem Heliumtank an der Trägerrakete Falcon 9 entdeckt wurde. Eine Stunde vor dem geplanten Start wurde der Countdown in Florida abgebrochen.

Nachdem die Raumkapsel ausgeladen wurde, wird sie nur vier Wochen bei der ISS im All bleibt. Dann soll die Raumkapsel unter anderem mit Forschungsergebnissen an Bord zur Erde zurückkehren.

SpaceX startete die erste private Transmission zur ISS

Bis vor vier Jahren hat die US-Raumfahrtbehörde NASA selbst für ihren Nachschub gesorgt. Dann wurde das Shuttle-Programm nach 30 Jahren eingestellt. Seitdem machen die Privatfirmen SpaceX und Orbital Sciences diesen Job.

Der Vertrag mit der NASA beläuft sich auf mehr als 1,1 Milliarden Euro. SpaceX führte 2012 den ersten privaten Versorgungsflug zur ISS durch und hat sich mit diesem Novum in der Raumfahrtgeschichte verewigt. Insgesamt soll es zwölf Versorgungsflüge von SpaceX geben. Der aktuelle ist der dritte. Man darf auf die weiteren gespannt sein, denn bisher verlief keiner ganz pannenfrei. 

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Von Lisa von Prondzinski
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