02.02.2016, 11:07 Uhr | 0 |

Beleuchtung ausgetauscht Deutsche Tornados können auch wieder nachts in Syrien aufklären

Die deutschen Tornados, die in Syrien Aufklärungsflüge über den Stellungen der Terrorgruppe IS fliegen, können nun auch nachts starten. Inzwischen hat die Bundeswehr die Beleuchtung in den Cockpits ausgetauscht.

Rote Cockpitbeleuchtung in einem Tornado, die sich im Visier des Helms des Piloten spiegelt
Á

Die rote Cockpitbeleuchtung in einem Tornado spiegelt sich im Visier des Helms des Piloten: Die Cockpitbeleuchtung wurde jetzt von rot auf grün umgestellt.

Foto: Rott/Bundeswehr

Vor zwei Wochen war bekannt geworden, dass die sechs Tornados, die im türkischen Stützpunkt Incirlik stationiert sind, nachts nicht zu Aufklärungsflügen starten können. Beim Benutzen der vorhandenen Nachtsichtbrillen würden die Piloten bei weißem oder rotem Licht geblendet.

Jetzt hat die Bundeswehr nach eigenen Angaben eine „Behelfslösung“ installiert. Sie habe die Cockpitbeleuchtung in den Flugzeugen von rotem auf grünes Licht umgerüstet. Dazu wurden jeweils zehn Lampen und LED-Leuchten im vorderen und hinteren Cockpit ausgetauscht. Zudem werden in jedem Tornado-Cockpit 34 Schalterbeleuchtungen und Tastenfelder ausgewechselt, teilte die Bundeswehr mit.

Für die Umrüstung auf grünes Licht brauchte die Bundeswehr allerdings eine luftfahrttechnische Zulassung und Genehmigung, die jetzt kurzfristig erfolgt sei. Zudem hat die Bundeswehr die Nachtsichtgeräte nun mit einer grünen Klarsichtscheibe ausgestattet. Die Geräte verstärken das Restlicht. 

Umrüstung dauert elf Stunden pro Tornado

Die ersten drei Tornados wurden am Sonntag mit der neuen Cockpitbeleuchtung ausgerüstet. Für die Umrüstung hat die Bundeswehr pro Maschine elf Stunden angesetzt. „Von Maschine zu Maschine wird man aber etwas schneller“, so ein Luftfahrzeugavioniker beim Einbau laut Bundeswehr. Allerdings soll es sich bei der jetzt gefundenen Beleuchtung nur um eine Behelfslösung handeln. Bis Oktober soll es eine endgültige Lösung geben.

Erstaunlich ist, dass die Bundeswehr das Problem erst jetzt löst. Denn bekannt ist das Problem offenbar schon seit 1999, als die Bundeswehr im Kosovo eingesetzt wurde. In Afghanistan haben sich die Piloten teilweise mit Pappschildern gegen die Blendung geschützt.

 

Beim aktuellen Einsatz in Syrien haben die sechs Tornados die Aufgabe, Stellungen und Bewegungen der Terrorgruppe IS aufzuzeichnen. Die Daten werden schon während des Fluges an die Bodenstation übertragen, wo Luftbildauswerter sofort mit der Analyse der Bilder beginnen.

Die Auswerter können sogar über eine SMS-Funktion der Tornado-Besatzung mitteilen, ob das Ziel richtig aufgenommen wurde oder erneut angeflogen werden muss, so die Bundeswehr.

Bilddaten werden noch während des Fluges am Boden analysiert

Die Bilddaten werden natürlich verschlüsselt übertragen. Computer übernehmen das Zusammensetzen der Einzelbilder und vergleichen die Aufnahmen mit Satellitenbildern. Dadurch kann auch die genaue Position der aufgenommenen Objekte bestimmt werden. „Das Berechnen ist intensiv. In weniger als einer Minute ist so ein aus rund 100 Einzelbildern bestehendes Bild zusammengesetzt", so Major Peter T. in einer Mitteilung der Bundeswehr.

Anzeige
Von Axel Mörer-Funk
Zur StartseiteZur Startseite
schlagworte: 
kommentare

Aktuell wurden noch keine Kommentare zu diesem Artikel abgegeben. Loggen Sie ich ein oder melden Sie sich neu an, wenn Sie noch keine Zugangsdaten haben
> Zum Login     > Neu anmelden