29.01.2015, 06:55 Uhr | 0 |

Bessere Bilder als Hubble Dawn-Sonde der NASA erreicht den Zwergplaneten Ceres

Die NASA-Sonde Dawn nähert sich derzeit nach fast achtjährigem Flug dem Zwergplaneten Ceres. Dort will Dawn Informationen über die Geburt des Sonnensystems und der Planeten sammeln. Dawn hat nun erstmals in der Auflösung um 30 Prozent bessere Bilder von Ceres zur Erde geschickt als das Weltraumteleskop Hubble.

20 Kilometer hohes Bergmassiv auf dem Planeten Vesta
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Der Südpol von Vesta: Vor ihrem Weiterflug zum Zwergplaneten Ceres hat die Raumsonde Dawn den Planeten Vesta aufgenommen. Die perspektivische, in Falschfarben dargestellte Topographie des Südpols von Vesta zeigt in blauen Farbtönen Teile des 500 Kilometer großen Rheasilvia-Beckens mit einem über 20 Kilometer hohen Bergmassiv in grünen, gelben und roten Tönen.

Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Die Planetenforscher der NASA sind Ceres so nahe gekommen, wie nie zuvor. Lediglich 237.000 Kilometer trennen die Raumsonde Dawn noch vom Planeten Ceres. In himmlischen Dimensionen ist das ein Witz. Erst vor zwei Tagen konnten die Menschen mit einem guten Fernglas bewaffnet Zeuge davon werden, wie der „Asteroid „2004 BL86“ mit 1,2 Millionen Kilometer nur knapp an Mutter Erde vorbeischrappte.

Ankunft bei Ceres ist für den 6. März geplant

Die Aufnahmen der Raumsonde Dawn zeigen erstmals Details, die selbst auf Bildern des Weltraumteleskops Hubble nicht zu erkennen waren. „Wir sehen große, fast den gesamten Zwergplaneten umspannende Strukturen. Auch wenn man noch nicht genau sagen kann, um was es sich dabei handelt, ist doch klar, dass gewaltige Prozesse die Oberfläche von Ceres verändert haben“, sagt Prof. Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), Planetenforscher und Mitglied im Dawn-Team.

Für ihn beginnt nun die spannende Annäherung an Ceres. „Mit jeder neuen Aufnahme werden wir von nun an weitere Hinweise darauf erhalten, was uns bei unserer Ankunft am 6. März dieses Jahres bei Ceres erwartet.“

Reise in die Geburtsstunde des Sonnensystems

Es geht, wie auch bei der spektakulären Rosetta-Mission darum, einen Einblick in die Zeit vor etwa 4,5 Milliarden Jahren zu erhalten, der Geburtsstunde unseres Sonnensystems. „Asteroiden sind Bausteine eines Planeten, der nie fertiggestellt wurde“, sagt Ralf Jaumann.

Es waren die Gravitationskräfte des Jupiters, die dafür sorgten, dass die einzelnen Planeten-Fragmente immer wieder auseinanderbrachen und dadurch keine Planeten entstehen konnten. So entstand der Asteroidengürtel zwischen Jupiter und Mars, der den drei besterhaltenen embryonalen Planeten in unserem Sonnensystem eine Heimat bot: Vesta, Pallas und eben Ceres.

 

Auf Vesta ein doppelt so hoher Berg wie der Mount Everest

Zwischen 2011 und 2012 war die Dawn-Sonde zu Besuch bei Vesta und funkte sich förmlich schwindelig: Über 30.000 Bilder, 18 Millionen spektrale Messungen und viele andere wissenschaftliche Daten sendete Dawn in dieser Zeit zur Erde. Dieser Himmelskörper mit einem mittleren Durchmesser von 525 Kilometern überraschte: Er hat einen Berg, der mehr als doppelt so hoch ist wie der Mount Everest auf der Erde.

Im September 2012 verabschiedete sich die Dawn-Sonde von Veres und nahm mit ihrem Ionenantrieb Kurs auf Ceres. Und Ceres wird der erste Zwergplanet überhaupt sein, den eine Sonde aus dem Orbit untersucht. „Wir sind bisher noch nie um solch einen Himmelskörper geflogen“, betont Ralf Jaumann. „In Ceres ist vermutlich die Anfangsphase der Planetenentstehung konserviert – ähnlich wie uns eine Fliege in Bernstein die Geschichte urzeitlicher Insekten erzählt.“

Ceres wurde 1801 von Giuseppe Piazzi in Palermo entdeckt

Ceres hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Entdeckt wurde der kleine Planet am 1. Januar 1801 vom italienischen Astronom und katholischen Priester Giuseppe Piazzi an der Sternwarte Palermo. Lange galt er als Komet, dann als Asteroid, seit 2006 gilt er als Zwergplanet.

Ceres ist mit einem Äquatordurchmesser von 975 Kilometern das größte Objekt im Asteroiden-Hauptgürtel, der zwischen den Planetenbahnen von Mars und Jupiter unser Zentralgestirn umkreist. Benannt ist er nach der römischen Göttin des Ackerbaus – dabei kann man Landwirtschaft auf seiner eisigen Oberfläche glatt vergessen.

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Von Detlef Stoller
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