24.06.2015, 15:44 Uhr | 0 |

Istok-Krater untersucht DLR findet Beweise für Wasserströme auf dem Mars

Auf dem Mars gab es Wasserströme: Das haben Forscher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt herausgefunden. Den Beweis liefert der eine Million Jahre alte Istok-Krater. Damit bestätigen die DLR-Forscher die Ergebnisse des Rovers Curiosity, der im Frühjahr Hinweise auf Wasser gefunden hatte.

Istok-Krater auf dem Mars
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Istok-Krater auf dem Mars: Die DLR-Forscher fanden dort Fließspuren flüssigen Wassers.  

Foto: DLR

DLR-Forscher untersuchten den Istok-Krater, der sich in den mittleren südlichen Breiten des Mars' befindet. Sie fanden heraus: In regelmäßigen Abständen strömten von den Wänden sogenannte Muren ins Kraterinnere – ein Gemisch aus flüssigem Wasser, Gesteins- und Staubpartikeln. „Das Überraschende daran ist: Dies muss ziemlich häufig geschehen sein", erläutert Ernst Hauber, Planetenforscher am DLR und Koautor der Studie, die von Tjalling de Haas von der Universität Utrecht geleitet wurde.

Schneeschmelze führte zu flüssigem Wasser

Die Forscher haben untersucht, wie viel Muren in welchen zeitlichen Abständen notwendig waren, um die Ablagerungen im Krater zu erklären. „Mindestens anderthalb bis fünf Zentimeter Schmelzwasser sind für solche großen Muren notwendig", erklärt de Haas. „Das bedeutet, dass die Schneeschichten im Krater mehrere Dezimeter dick gewesen sein müssen. Die Schneeschmelze hat dann zu flüssigem Wasser und der Bildung von Muren geführt.“

Die jüngsten Ströme gab es nach diesen Schätzungen in den letzten Hunderttausend Jahren. „Für uns Planetenforscher ist das quasi gestern“, sagt Hauber.

Große Klimaschwankungen auf dem Mars

Die Neigung der Rotationsachse des Mars' zur Sonne hat in den letzten zehn Millionen Jahren zwischen 15° und 35° variiert. Das führte zu extremen Klimaschwankungen. Zur Schneeschmelze kam es immer dann, wenn die Rotationsachse um mehr als 30° zur Sonne geneigt war. Dann war der schneebedeckte Teil der Sonne zugewandt und es bildeten sich Muren.

Nach Aussage der Planetenforscher kommt es nur etwa alle 120.000 Jahre zu dieser Situation. „Zurzeit schmilzt auf dem Mars allerdings nichts", sagt Hauber. „Und es könnte auch wieder einige Hunderttausend Jahre dauern, bis es wieder flüssiges Wasser dort gibt."

Auch Marsrover Curiosity entdeckte Hinweise auf Wasser

Hinweise auf Wasser fand auch der Marsrover Curiosity im Gale-Krater. „Wir haben die Substanz Kalziumperchlorat im Boden entdeckt und unter den richtigen Bedingungen absorbiert sie Wasserdampf aus der Atmosphäre", erläuterte der Forscher Morten Bo Madsen von der Universität Kopenhagen. Der Gale-Krater soll sogar ein riesiger See gewesen sein.

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Von Petra Funk
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