30.10.2014, 11:52 Uhr | 0 |

Neue Sicherheitsmaßnahmen gefordert Britische Studie warnt vor Terroristen mit Drohnen

Terroristen, die Drohnen in der Öffentlichkeit für Biowaffenanschläge nutzen – vor diesem Szenario warnt der ehemalige Direktor des britischen Geheimdienstes GCHQ in einer Studie. Sie fordert bessere Sicherheitsmaßnahmen und gesetzliche Regelungen. 

Eine Drohne der Bundeswehr
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Eine Drohne der Bundeswehr fliegt im Dezember 2013 während einer Übung durch das Camp Marmal in Masar-i-Scharif, Afghanistan. Terroristen könnten Drohnen für Biowaffenanschläge missbrauchen, warnt die britische Studie. 

Foto: dpa

Der Einsatz von Drohnen wird in Großbritannien in den nächsten 20 Jahren deutlich zunehmen. Wie aus einer Untersuchung der Universität Birmingham hervorgeht, wirft das erhebliche Bedenken in Hinblick auf die Sicherheit der Bevölkerung auf. Dem University of Birmingham Policy Commission Report zufolge besteht eine ernstzunehmende Gefahr, dass sich Terrorgruppen Drohnen für Angriffe auf die Öffentlichkeit zunutze machen werden. Er ruft deshalb zu besseren Sicherheitsmaßnahmen und gesetzlichen Regelungen auf. 

Studie warnt vor chemischen und biologischen Angriffen 

Die Sicherheitsgefahr, die durch Drohnen-Missbrauch entsteht, ist laut Studie sehr ernst zu nehmen. Gefährdete Zielgruppen könnten zwar vor Attacken relativ gut geschützt werden, doch schwieriger werde das in öffentlichen Räumen wie Einkaufszentren und Sportstadien. Hier bestünde die Gefahr, dass Terroristen mit Drohnen chemische oder biologische Anschläge durchführen. Die britischen Behörden hatten dieses Szenario während der Olympischen Sommerspiele 2012 sehr ernst genommen. 

Immer mehr Drohnen in ziviler Anwendung

Wurden unbemannte Luftfahrzeuge bisher hauptsächlich in eingeschränkten Flugräumen für militärische Zwecke genutzt, so übernehmen sie inzwischen immer neue Aufgaben im zivilen Bereich: Sie ziehen ihre Bahnen am britischen Himmel, um Such- und Rettungsaktionen zu unterstützen, Stromleitungen zu überwachen, Messungen aller Art vorzunehmen oder für Journalisten Bilder zu beschaffen.

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Der Flugroboter Moviecopter: Seit Jahren steigt die Zahl der behördlichen Genehmigungen für Flugroboter – für Imagefilme liefern sie etwa Luftaufnahmen von firmeneigenen Werkshallen.

Foto: dpa

Das bedeutet laut Studie aber auch, dass neue Sicherheitskonzepte erarbeitet und auch rechtliche Rahmenbedingungen geschaffen und immer wieder analysiert werden müssen.

Zivilisten ist der Betrieb von unbemannten Luftfahrtgeräten in Großbritannien erlaubt, wenn das Gerät unter 20 Kilogramm wiegt und nur in Sichtweite geflogen wird. Der Bericht weist auf zahlreiche Fälle hin, bei denen klar gegen die Regeln verstoßen wurde. Erst dieser Tage wurde ein 41-jähriger Engländer verhaftet, weil er eine Drohne über dem Fußballstadion während des Heimspiels von Manchester City gegen Tottenham Hotspurs hatte fliegen lassen.

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Von Peter Odrich
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