03.02.2016, 14:17 Uhr | 0 |

Zunächst für Israel Boeings Dreamliner wird mit Raketenabwehr ausgestattet

Boeings Dreamliner wird es in Kürze auch in einer Version bestückt mit einem Raketenabwehr-System geben. Über die technischen Einzelheiten verhandelt der US-Flugzeughersteller seit einigen Wochen mit dem israelischen Wehrtechnik-Unternehmen Elbit. Beteiligt ist auch El Al, die israelische Fluggesellschaft, die als erste die Boeing-Maschinen mit der Lasertechnik einsetzen wird.

Boeing feiert Weltpremiere des 787 Dreamliner
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Am 8. Juli 2007 feierte Boeings Dreamliner Weltpremiere. Jetzt sollen einige der Passagierflugzeuge mit einem Raketenabwehr-System ausgestattet werden.

Foto: Tim Stake/dpa

Seitdem im Jahr 2002 in Mombasa in Kenia zwei Raketen auf ein israelisches Verkehrsflugzeug vom Typ Boeing 757 der Luftfahrtgesellschaft Arkia abgefeuert wurden, forciert die israelische Regierung Entwicklung und Einbau von Raketenabwehr-Systemen verschiedener Bauart. 

Finanzielle Zuschüsse der israelischen Regierung

Die staatliche Fluggesellschaft El Al hat 2013 damit begonnen, derartige Systeme in alle ihre Flugzeuge zu installieren. Von der Boeing 787, dem so genannten Dreamliner, hat El Al drei Maschinen im Oktober 2015 fest bestellt und zugleich eine Option auf weitere zwölf Exemplare der mit  “Trent 1000” Triebwerken von Rolls-Royce ausgestatteten Maschine erteilt. 

Die erforderlichen Staatsmittel für das Abwehrsystem werden von El Al und anderen israelischen Fluggesellschaften nicht so sehr mit dem Kaufpreis dieser Technik sondern mit den dauerhaften Mehrkosten des Betriebs begründet. Letztere erklären sich einmal aus dem zusätzlichen Gewicht des Abwehrsystems, das die Nutzlast-Zuladung etwas verringert, sowie aus dem zusätzlichen Luftwiderstand, den das System, das größenteils außen – unter dem Rumpf – angebracht ist, mit sich bringt. Dieser erhöhte Luftwiderstand liegt um rund ein Prozent über dem Wert, den ein Flugzeug ohne derartige Einrichtung erreicht.

Rumpf aus Verbundwerkstoff ist Herausforderung

Beim Dreamliner handelt es sich um das erste Verkehrsflugzeug mit einem Rumpf der ausschließlich aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff  hergestellt wird.

Das erfordert von Elbit und Boeing eine andere Anbringung des Abwehrsystems als bei Flugzeugen mit einem metallischen Rumpf. 

Passives Raketenabwehr-System "C-music"

Das “C-music” genannte Raketenabwehr-System von Elbit wurde vor mehreren Jahren entwickelt. Es ist 270 cm lang und 160 kg  schwer. Inzwischen wird dieses System für immer neue Anwendungen und Reichweiten laufend angepasst und weiterentwickelt.

“C-music” beobachtet während des Fluges den Erdboden, um Raketenabschüsse so früh wie möglich zu erkennen. Dabei kann es sich genauso um Raketen von schultergestützten Abschussgeräten wie auch um wesentlich größere Raketen handeln.

epa03929650 A member of ground staff of All Nippon Airways Co. closes a door near the battery room of a Boeing 787 Dreamliner before departure at Tokyo International Airport at Haneda, Tokyo, Japan, 30 October 2013. ANA Holdings Inc. announced on 30 October 2013 its financial results for six months ended on 30 September 2013 fell about 30% on the year. Boeing 787 Dreamliner's battery troubles forced its grounding for several months and ANA was forced to cancel about 1,700 flights of its own 787 Dreamliner. EPA/KIMIMASA MAYAMA +++(c) dpa - Bildfunk+++  Die Boeing 787, auch Dreamliner, ist ein zweistrahliges Langstrecken-Verkehrsflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing für 200 bis 300 Passagiere.
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Die Boeing 787, auch Dreamliner, ist ein zweistrahliges Langstrecken-Verkehrsflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers Boeing für 200 bis 300 Passagiere.

Foto: Kimimasa Mayama/dpa

Entdeckt “C-music” einen solchen Abschuss in Richtung auf das Flugzeug, so löst dies elektronische Gegenmaßnahmen im Infrarot-Bereich aus. Der Hitze suchende Zielsensor der abgefeuerten Rakete wird anvisiert, um diesen dann mit dem Laser-Strahl von “C-music” zu zerstören, so dass er nicht mehr auf das Flugzeug zielen kann. 

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Von Peter Odrich
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