13.07.2014, 08:12 Uhr | 0 |

Farnborough Air Show Boeing rechnet mit starker Nachfrage für neue Mittelstreckenjets

35.000 Flugzeuge im Gesamtwert von 3,8 Billionen Euro werden Fluggesellschaften in den nächsten zwei Jahrzehnten anfordern. Diese Schätzung legt Flugzeugbauer Boeing anlässlich der anstehenden Luftfahrtmesse im englischen Farnborough vor. Im Trend lägen spritsparende Mittelstreckenjets, weniger vierstrahlige Großraumflugzeuge. 

Der Mittelstreckenjet 737 Max von Boeing
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Der Mittelstreckenjet 737 Max von Boeing: Der Treibstoffverbrauch liegt angeblich 13 Prozent unter dem der Konkurrenz. Zum Einsatz kommen sogenannte LEAP-1B-Triebwerke. 

Foto: Boeing

Im Südwesten von London beginnt am 14. Juli die Farnborough Airshow. Neben dem Luftfahrtsalon Le Bourget, der Dubai Airshow, der Singapore Airshow und der ILA in Berlin gehört die britische Luftfahrtmesse zu den größten Treffpunkten der Branche. Traditionell werden hier viele milliardenschwere Aufträge vergeben. Für Boeing ist der Zeitpunkt günstig, um eine stärkere Nachfrage nach neuen Maschinen zu verkünden.

Randy Tinseth, der Marketing-Vorstand von Boeing, erwartet, dass der Markt in den nächsten 20 Jahren um 4,2 Prozent schneller wachsen wird als bisher erwartet. Vor einem Jahr hatte der amerikanische Konkurrent Airbus vorausgesagt, dass es bis 2033 einen weltweiten Bedarf an 35.280 Maschinen im Wert von 4,8 Billionen US-Dollar geben werde. Jetzt korrigierte Tinseth diese Prognose deutlich nach oben. 36.770 neue Passagier- und Frachtmaschinen für 5,2 Billionen Dollar, umgerechnet 3,8 Billionen Euro, sieht seine Schätzung vor.

Spritsparende Mittelstreckenjets sind besonders beliebt

Der Boeing-Prognose zufolge entfallen rund 70 Prozent der erwarteten Nachfrage auf Mittelstreckenjets wie die Boeing-Reihe 737, den Airbus A320 und den A320neo, die dank ihres günstigen Kerosinverbrauchs attraktiv sind. Zu den größten Abnehmern zählen China und Indien. Nicht in den Aufwärtstrend einbezogen sind allerdings die ganz großen Maschinen mit über 400 Sitzplätzen, wie der Boeing Jumbo 747-8 oder der doppelstöckige Superjumbo Airbus A380. Der Bedarf an solchen vierstrahligen Großraumflugzeugen werde sinken, meint Tinseth und rechnet für den Boeing-Jumbo nur noch mit 620 Bestellungen statt 760 Maschinen, wie noch vor einem Jahr.

Die veränderte Nachfrage habe mit den Wünschen der Passagiere zu tun, sagte Tinseth. Sie wollten mehr direkte Routen und eine größere Auswahl an unterschiedlichen Abflugzeiten. Dadurch würden mehr mittelgroße und wirtschaftliche Flugzeuge zum Einsatz kommen. 

Lufthansa und Air China gehen Joint Venture ein

Auch für große Fluggesellschaften sind solche Marktprognosen von großem Interesse. Erst vor wenigen Tagen hatte Lufthansa-Chef Carsten Spohr eine verstärkte Zusammenarbeit mit Air China in einem Memorandum festgelegt. Noch steht zwar eine kartellrechtliche Genehmigung für den Joint-Venture aus, aber die Koordination der Flugpläne soll schon ab diesem Winter erfolgen. China ist nach den USA der zweitgrößte Luftverkehrsmarkt und soll nun die bereits bestehenden Partnerschaften von Lufthansa mit United Airlines, Air Canada und All Nippon Airways ergänzen. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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