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19.03.2013, 12:03 Uhr | 0 |

Rekordaufträge für Airbus Bestellungen von 400 Maschinen sichern Jobs bis 2021

Der Flugzeugbauer Airbus hat innerhalb einer Woche die größten Aufträge aller Zeiten erhalten. Die drei Fluggesellschaften Lion Air, Lufthansa und Turkish Airlines haben insgesamt 400 Maschinen im Wert von 36,7 Milliarden Euro bestellt. Damit ist die Arbeit von 5000 Mitarbeitern bei Airbus in Frankreich bis zum Jahr 2021 gesichert.

Lion-Mitarbeiter in Paris vor einem Airbus A320.
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Lion-Mitarbeiter in Paris vor einem Airbus A320. Die indonesische Lion Air hat 234 Flugzeuge bestellt, der größte zivile Auftrag in der Luftfahrtgeschichte.

Foto: Airbus

Der indonesische Billigflieger Lion Air erteilte am vergangenen Montag den größten Einzelauftrag in der Geschichte der zivilen Luftfahrt. Insgesamt 234 Maschinen des Mittelklassetyps A 320 für einen Listenpreis von 18,4 Milliarden Euro bestellte Lion Air. Davon sollen 174 Maschinen aus der neuen Baureihe A320neo und A321neo kommen. Hinzu kommen 60 Modelle des herkömmlichen A320.

Damit hat der Airbus-Konkurrent Boeing eine empfindliche Schlappe erlitten. Denn bislang war Lion Air ein Boeing-Kunde. Noch im November 2011 hatte Lion einen Großauftrag an  Boeing erteilt.

„Ich werde neue Airlines in anderen Ländern gründen, im asiatisch-pazifischen Raum“, begründete Lion-Air-Chef Rusdi Kirana die hohe Nachfrage. Lion Air wurde im Jahr 1999 gegründet und gilt als die größte private Fluggesellschaft Indonesiens. 2015 plant Kirana einen neuen Anlauf an die Börse.

Weitere Großaufträge von Lufthansa und Turkish Airlines

Neben dem Rekordauftrag aus Indonesien erhielt Airbus in den vergangenen Tage zwei weitere Großbestellungen. 100 Flugzeuge der Airbus-A320-Familie und zwei Doppeldeck-Airbus A 380 orderte Lufthansa. Der Auftrag hat einen Wert von 11,2 Milliarden US-Dollar. Turkish Airlines folgte schon einen Tag später mit 82 Maschinen der A320-Reihe im Wert von 9,3 Milliarden Dollar, verbunden mit einer Option auf weitere 35 Flugzeuge.

Bei diesen Bestellungen wird eine Großzahl der Maschinen des Typs „Neo“ (New Engine Option) ausgeliefert. Das Modell Neo soll mit neuartigen Triebwerken bis zu 15 Prozent Treibstoff einsparen können.

Frankreichs Präsident Hollande sehr zufrieden

Die Großaufträge sichern nicht nur Arbeitsplätze am Airbus-Standort in Hamburg, wo unter anderem der A 320 montiert wird. Vor allem Frankreich, das unter einer hohen Arbeitslosenrate und einer Krise seiner Autoindustrie leidet, freut sich über die hohe Auslastung der Airbus-Produktion in Frankreich.

Bei der Vertragsunterzeichnung in Paris feierte Frankreichs Präsident François Hollande den Rekordauftrag aus Indonesien als „den größten Airbus-Auftrag aller Zeiten“. Für Hollande ist diese Riesenbestellung aufgrund der stark ansteigenden Arbeitslosigkeit in Frankreich besonders wichtig. "Ich freue mich für die Beschäftigungslage", sagte Hollande erfreut. Der  Auftrag sichere zehn Jahre lang 5000 Arbeitsplätze in Frankreich.

Weiterhin Rivalität zwischen Airbus und Boeing

Auch wenn Airbus im Wettstreit mit Boeing die Nase vorn hat, wird der US-Rivale schon bald mit einem Großauftrag aus Irland kontern. Die irische Billigfluglinie Ryanair plant eine Großbestellung von 170 Boeing-Maschinen des Typs B737 im Wert von 15 Milliarden US-Dollar.

Währenddessen arbeitet Boeing an einer Lösung für das Akku-Problem des Langstreckenflugzeugs "Dreamliner" B787. Die Boeing 787 musste seit Mitte Januar wegen eines Akku-Problems am Boden bleiben. Die Lithium-Ionen-Akkus hatten sich so stark erhitzt, dass sie in Flammen standen. Die  amerikanische Flugaufsicht FAA hatte daraufhin ein Flugverbot erlassen. Offenbar hat Boeing nun eine Lösung des Problems gefunden, die neuen Konstruktionspläne wurden von der Flugaufsicht genehmigt. Damit dürften die modifizierten Dreamliner bald wieder abheben.

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Von Petra Funk
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