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09.05.2013, 14:30 Uhr | 0 |

Pläne der NASA Bemannte Mission zum Mars hat bis 2030 oberste Priorität

Die Träume von einer bemannten Mission zum Mars bleiben lebendig. Alle verfügbaren Mittel will die amerikanische Weltraumbehörde NASA dafür in den kommenden Jahren einsetzen. Ob die Leistungsfähigkeit von Mensch und Technik für das ehrgeizige Projekt ausreichen, bleibt ungewiss.

Roboter Curiosity: Vorbote auf dem Mars
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Vorbote auf dem Roten Planeten: Die NASA lässt den Roboter Curiosity schon mal das Gelände auf dem Mars erforschen. In nicht allzu ferner Zukunft hofft die amerikanische Raumfahrtbehörde, Menschen dorthin bringen zu können. Die Anreise wird knapp zwei Jahre dauern. 

Foto: NASA/JPL-Caltech

Für die Teilnehmer der dreitägigen Konferenz „Menschen auf dem Mars“ („Humans to Mars H2M“), die an der George Washington University in Washington D.C. in diesen Tagen stattfindet, kann es nicht schnell genug gehen. So früh wie möglich wollen sie ein Astronautenteam auf die lange Reise schicken: Allein der Hinflug würde zwischen 500 und 600 Tagen dauern.

NASA-Chef Charles Bolden, einer der Hauptredner der Konferenz, unterstützte den Enthusiasmus für die Vision. „Eine bemannte Mission zum Mars ist für die Menschheit derzeit das Fernziel in unserem Sonnensystem“, sagte Bolden. Für die NASA habe eine solche Mission bis zum Jahr 2030 daher oberste Priorität. „Wir werden jede Minute unserer Zeit und jeden Dollar unseres Budgets dafür verwenden. Das Interesse an einer Mars-Mission ist nie größer gewesen.“

Tausende Anwärter für eine Mars-Mission

Noch fehlten der NASA allerdings die technischen Möglichkeiten, warnte Bolden vor allzu überschwänglichem Optimismus. Er könne sich vorstellen, dass der Flug zum Mars in den 2030er Jahren machbar sein werde. Aber schon jetzt hätten sich Tausende Astronautenanwärter beworben, die das Training für die Spezial-Mission mitmachen wollten. In den nächsten Wochen werde man 20 davon auswählen.

Als nächsten Schritt hat die NASA dann eine auf den ersten Blick ungewöhnliche Mission vorgesehen. 2025 sollen Astronauten im All nach einem geeigneten kleinen Asteroiden, der als Zwischenstation dienen könnte, suchen.

Der Asteroid würde eingefangen, in ein stabiles Orbit in der Nähe des Mondes „abgeschleppt“ und Gesteinsproben von seiner Oberfläche mitgenommen. Spätere Mars-Missionen würden dann von hier aus starten, ohne dass sie erst die Erdatmosphäre überwinden müssten.

Die Wissenschaftler erhoffen sich außerdem wichtige Erkenntnisse darüber, was es für den menschlichen Organismus bedeutet, in die Tiefen des Alls vorzudringen.

Langzeitversuch in der Schwerelosigkeit

Bisher bleiben Astronauten aus aller Welt maximal sechs Monate auf der Internationalen Raumstation. Jetzt wolle die NASA testen, wie sich Schwerelosigkeit über einen längeren Zeitraum auf den menschlichen Körper auswirke, sagte Bolden. Dann sei die Entwicklung eines Raumschiffes notwendig, mit dem Menschen die lange Reise überhaupt zurücklegen könnten.

Ab dem Frühjahr 2015 werden die erfahrenen Raumfahrer Scott Kelly aus den USA und der Russe Mikhail Kornienko zwölf Monate an Bord der Internationalen Raumstation verbringen. Dass längere Aufenthalte in der Schwerelosigkeit bei Raumfahrern Veränderungen an Augen und Gehirn verursachen können ist bereits bekannt. Die beiden Ü-50-Astronauten lassen sich somit auf ein durchaus gefährliches Experiment ein.

Zwei Jahre lang trainieren sie für ihren Einsatz. Nach Ende der Langzeitmission soll es Ergebnisse über die Arbeitsfähigkeit der Besatzung und Risiken bei künftigen Flügen zu Asteroiden und letztlich zum Mars geben.

Auch die Russen haben, gemeinsam mit der europäischen Weltraumagentur ESA, Erfahrungen in der Simulation von Mars-Missionen vorzuweisen. Von Juni 2010 bis November 2011 führten sechs Freiwillige in der Nähe von Moskau das Experiment Mars-500 durch. 520 Tage waren die „Astronauten“ in dem Versuchskomplex unter annähernd realen Bedingungen einer Mars-Mission eingeschlossen. Nach Ende der Zeit zeigten sich die Probanden zunächst in bester körperlicher Verfassung. Erst später entwickelten vier der sechs Versuchsteilnehmer Schlafstörungen. 

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Von Gudrun von Schoenebeck
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