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16.04.2015, 06:55 Uhr | 1 |

Kollision nicht ausgeschlossen Asteroid TC4 nimmt schon wieder Kurs auf die Erde

Der Asteroid TC4, der schon 2012 knapp an der Erde vorgeflogen ist, kehrt zurück. 2017 erwarten Astronomen den Himmelskörper wieder in Erdnähe und können zur Zeit nicht ausschließen, dass er auf Kollisionskurs mit der Erde einschwenkt.

Asteroid in der Region Tscheljabinsk
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Am 15. Februar 2013 schlug ein Asteroid in der Region Tscheljabinsk östlich des Urals ein. 1700 Menschen wurden dabei verletzt. Auch 2017 könnte wieder ein Asteroid auf der Erde einschlagen.

Foto: Alex Alishevskikh/Flikr/CC BY-SA 2.0

Am 12. Oktober 2017 könnte es irgendwo auf der Erde einschlagen. Der Asteroid TC4, der am 12. Oktober 2012 in einer Entfernung von lediglich 94.800 Kilometern an der Erde vorbei flog – eine Winzigkeit angesichts der Dimensionen des Weltalls – kehrt zurück. Pessimistische Astronomen halten eine Kollision mit der Erde für nicht ausgeschlossen.

Optimisten wie Detlef Koschny, bei der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) zuständig für erdnahe Himmelskörper, sehen eine Wahrscheinlichkeit von eins zu einer Million, dass TC4 die Erde trifft. Ganz präzise drückt sich Judit Györgyey-Ries aus, Astronomin an der University of Texas. Sie bezifferte die Kollisionswahrscheinlichkeit gegenüber dem Astronomenportal www.astrowatch.net mit 0,00055 Prozent, schließt aber Überraschungen nicht aus. Das Objekt müsse weiter intensiv beobachtet werden, um seinen realen Kurs ermitteln zu können.

Die Größe des Asteroiden ist nicht bekannt

Beruhigend ist das alles nicht, denn niemand kann die exakte Bahn des Himmelskörpers berechnen. Die hängt unter anderem von seiner Zusammensetzung und seiner Größe ab. Sie könnte einem mehrstöckigen Haus oder einer Fischerhütte entsprechen. Dass die Astronomen so wenig wissen, liegt daran, dass niemand seine Oberfläche kennt. Ist sie sehr hell, kommt auch viel Licht auf der Erde an. Daraus lässt sich schließen, dass er relativ klein ist. Reflektiert TC4 dagegen nur wenig Licht, ist er ziemlich groß.

Koschny glaubt, dass ein 40 Meter großer Felsblock – das ist die Obergrenze – auf der Erde Verheerungen anrichten könnte, die denen beim Einschlag eines Meteoriten in der Region Tscheljabinsk östlich des Urals vor zwei Jahren entsprechen. Der Feuerball schlug einen gewaltigen Krater. Dabei wurden 1700 Menschen verletzt und 7000 Gebäude beschädigt oder zerstört.

Derzeit, so meldet Astrowatch, sind 1572 Asteroiden unterwegs, die der Erde nahe kommen könnten. Auf direktem Kollisionskurs sei jedoch keiner.

NASA will Asteroiden aus der Bahn schubsen

Und wenn uns doch einer zu nahe kommt? Dann will die amerikanische Weltraumagentur NASA eingreifen. Sie hat ein Modul entwickelt, das Asteroiden aus der Bahn werfen kann. Ob es tatsächlich möglich ist werden wir allerdings erst 2022 wissen.

Dann wird ein Prototyp auf dem Asteroiden Didymoon aufschlagen, der dann eine Entfernung von elf Millionen Kilometern zur Erde hat, also weit genug weg ist, dass auch dann nichts passiert, wenn die NASA-Mission Didymoon eine andere Richtung gibt als geplant. Vor der Kollision wird die ESA auf dem Asteroiden ein Labor platzieren, dessen Sensoren messen, was beim Aufschlag des NASA-Moduls passiert, und zu Erde funken.

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Von Wolfgang Kempkens
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kommentare
17.04.2015, 11:49 Uhr Progetti
TC4 sollte mit Hilfe von Hochenergie- Lasern gebremst werden, wobei der Schub, der durch Hitze- Verdampfung an der Asteroidenoberfläche erzeugt wird, die Bahngeschwindigkeit vermindert. Auch der erzeugte Lichtdruck bei Anstrahlung aus großer Entfernung dürfte sich sinngemäß auswirken. Der Bahn- Verlauf des Asteroiden wird dadurch der Sonne angenähert, wodurch die Erde dann nicht mehr gefährdet ist. Die Laser sollte man am Besten in den Anden mit den großen Spiegelteleskopen als Zielvorrichtung koppeln. In großer Höhe sind auch die atmosphärenbedingten Laser- Energieverluste nicht so groß. Für Hochenergie- Laser in der Erdumlaufbahn oder auf dem Mond bleibt uns für TC4 zu wenig Zeit.

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