19.07.2014, 06:55 Uhr | 1 |

Abflug im Jahr 2021 Arabische Emirate planen unbemannte Marsmission

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben ehrgeizige Weltraumpläne bekanntgegeben: Spätestens 2021 wollen sie eine Raumsonde zum Mars schicken. Das sei laut Scheich Al Nahyan der Eintritt der islamischen Welt in die Ära der Weltraumforschung. 

Bislang haben die VAE vier Milliarden Euro in die Entwicklung der Weltraumtechnik gesteckt
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Die NASA-Raumsonde Maven ist im November 2013 zum Mars aufgebrochen. Bislang haben die Arabischen Emirate vier Milliarden Euro in die Entwicklung der Weltraumtechnik gesteckt, um nachzuziehen. Eine Sonde soll in sieben Jahren die 70 Millionen Kilometer zum Mars zurücklegen. 

Foto: NASA

Eine Marsmission ist gewissermaßen die Königsdisziplin in der Weltraumforschung. Die Erfolgsrate für die höchst komplizierte Reise inklusive Landung auf dem roten Planeten liegt seit den 1960er Jahren bei weniger als 50 Prozent. Nun melden die Nachrichtenagenturen, dass sich auch die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) an einer Marsmission versuchen wollen.

Das Land ist bisher nicht als Weltraumnation aufgefallen, aber Scheich Chalifa bin Zayid Al Nahyan, der Staatspräsident der VAE, ist optimistisch. „Die Marsmission der Vereinigten Arabischen Emirate ist der Eintritt der islamischen Welt in die Ära der Weltraumforschung. Wir werden beweisen, dass wir in der Lage sind, neue wissenschaftliche Beiträge für die Menschheit zu liefern“, sagte der Scheich gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

VAE haben schon vier Milliarden Euro investiert

Spätestens 2021 wollen die VAE eine Raumsonde zum Mars schicken. Welche speziellen wissenschaftlichen Fragestellungen dabei eine Rolle spielen, ist indes unklar. Bei der geplanten Mission geht es offenbar, zumindest zunächst, um ein Prestigeprojekt. Die VAE würden damit zu den neun Staaten gehören, die Programme zur Marserkundung aufgelegt haben.

Die Finanzierung des Großprojekts scheint zumindest nicht das Problem zu sein. Mit einer geschätzten Einwohnerzahl von nur 5,5 Millionen gehören die VAE mit ihrem riesigen Erdölvorkommen zu den reichsten Ländern der Welt. Nach eigenen Angaben wurden bereits mehr als vier Milliarden Euro in die Entwicklung der Weltraumtechnologien gesteckt.

Die starke Finanzkraft des Landes könnte auch den Schlüssel zum Erfolg liefern, vermuten Experten. John Logsdon, ehemaliger Professor an der George Washington University und Kenner in Sachen Weltraumpolitik, hält es für möglich, dass die Mission gelingt. „Die Emirate sind im All bereits aktiv gewesen mit Kommunikations- und Erdbeobachtungssatelliten“, sagte Logsdon dem Magazin Time. Das sei deshalb möglich gewesen, weil die Satelliten und die Starttechnik aus dem Ausland eingekauft worden seien.

Diese Strategie könne bei einer Marsmission ebenfalls zum Erfolg führen, spekuliert Logsdon. „Ein großer Teil der Technik könnte vertraglich an Dritte vergeben und einige Komponenten im eigenen Land entwickelt werden. Wenn dann die Weltraumingenieure der VAE die Missionsleitung übernehmen, können sie sagen, dass es ihre eigene Mission war.“

Geringe Anziehungskraft macht Landungen auf dem Mars schwierig

Tatsächlich gehört eine Marsmission auch für weltraumerfahrene Nationen zu den größten Herausforderungen. Immerhin müssen 70 Millionen Kilometer zurückgelegt werden und selbst wenn das gelingt, ist die Landung auf der Marsoberfläche eine riskante Sache. Der Mars, etwa halb so groß wie die Erde, hat eine deutlich geringere Anziehungskraft. Außerdem ist die Lufthülle etwa 100-mal dünner als bei uns. Das bedeutet, dass ein Objekt bei der Landung kaum abgebremst wird. Wegen der hohen Fallgeschwindigkeit bleibt extrem wenig Zeit für Bremsmanöver.

Am besten schneiden bisher die Amerikaner in der Statistik der geglückten Marserkundungen ab. Ihnen gelang 1965 mit dem Mariner 4 der erste Vorbeiflug. Die Sonde lieferte damals erste Nahaufnahmen vom Mars, insgesamt 22 Fotos. Von den 21 Missionen der NASA scheiterten bisher nur sechs. Die letzte Landung eines Rovers der NASA gelang 2012. Die Curiosity ist seither in Betrieb.

Zurzeit liefern sich gleich zwei Marssonden eine Art Wettrennen. Im November 2013 startete die Mars Orbiter Mission, die erste indische Marssonde. Nur zwei Wochen später folgte Maven, die zu einem NASA-Programm gehört, das die Marsatmosphäre untersuchen soll.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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kommentare
19.07.2014, 12:31 Uhr Progetti
Wenn bemannte Raumfahrt eine gute Zukunft haben soll, dann muss eine Schutzschirm- Technik entwickelt werden. Denn, je länger der interplanetare Weg, desto wahrscheinlicher eine Kollision mit Meteoriten.

Sehr starke Magnetfelder, erzeugt durch Ladungs- Lokomotion könnten durch magnetische Gegeninduktion eine Kollision verhindern. Supraleiter- Magneten sind dafür zu schwach, weil es bei ihnen eine kritische Feldstärke gibt, über die man nicht hinauskommt, wobei dann die Gegeninduktions- Effekte zu schwach sind.

Sehr starke Magnetfelder aber führen in den abgewehrten Objekten ab einem kritischen Wert zur Bildung von Riesen-Molekül- Orbitalen, in denen dann die erfolgreiche Gegen- Induktion stattfindet. Dabei sind auch günstige trägheitsvermindernde Gravitations- Feld- Effekte zu erwarten.

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