24.09.2013, 20:35 Uhr | 0 |

Private Raumkapsel Cygnus Andocken an Internationale Raumstation ISS erneut verschoben

Die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS muss sich noch gedulden, bis neue Nahrung und Kleidung bei ihnen ankommt. Erst am kommenden Samstag und damit mit fast einer Woche Verspätung soll die „Cygnus-Kapsel“ des privaten Unternehmens Orbital Sciences samt Fracht an die ISS andocken. 

Internationale Raumstation ISS
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In den kommenden Jahren wollen Wissenschaftler Langzeitaufenthalte von Astronauten außerhalb der Erdumlaufbahn vorbereiten. Geplante Missionen ab 2025 sollen Menschen zu Asteroiden und zum Mars bringen. 

Foto: dpa/NASA

Die Ankunft der Raumkapsel „Cygnus“ war ursprünglich für den vergangenen Sonntag vorgesehen. Erst auf Dienstag verschoben, soll sie nun am kommenden Samstag ihr Ziel erreichen. Grund für die Verschiebung waren zunächst Softwareprobleme. Jetzt gibt es einen weiteren Anlass für die Verspätung:Auf dem Weg zur ISS befindet sich auch eine mit drei Astronauten besetzte russische Sojus-Kapsel. Deren Ankunft wird am Mittwoch erwartet. Es sei "die richtige Entscheidung, die Annäherung und das Andocken von Cygnus zu verschieben, bis die Sojus-Operationen abgeschlossen sind", erklärte die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA.

Andocken an die ISS

Ob Cygnus problemlos an der ISS andocken kann, wird sich zeigen. Fest steht, dass die Ingenieure Luca Parmitano und Karen Nyberg den Vorgang des Andockens begleiten. Während Parmitano in der Kuppel die Roboterarme überwacht, wird Nyberg ihm Rückhalt an der Robotik Workstation im Destiny-Labor gewähren. Anschließend wird die Kapsel auf Lecks untersucht und Stromanschlüsse werden geöffnet. Dann bleibt die Kapsel einen Monat im All, so dass die Astronauten genügend Zeit haben werden, die Fracht auszuladen und mit etwa 750 Kilogramm Müll zu füllen. Cygnus wird nicht auf die Erde zurückkehren, sondern auf ihrem Rückflug beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglühen.

Acht Versorgungsflüge ab 2016 geplant

Sollte die Mission erfolgreich verlaufen, könnte Orbital Sciences in einigen Monaten regelmäßig Fracht zur Raumstation bringen. Geplant sind acht Versorgungsflüge ab Anfang 2016. Dafür will die NASA 1,9 Milliarden Dollar (rund 1,4 Milliarden Euro) zahlen.

Die NASA ist abhängig von anderen Raumtransportern, da sie im Jahr 2011 den Einsatz ihrer eigenen Space-Shuttles eingestellt hat. Orbital Sciences mit der Kapsel „Cygnus“ und SpaceX mit der Kapsel „Dragon“ sind bisher die beiden einzigen privaten US-amerikanische Unternehmen, die künftig diese Lücke schließen sollen.

Dragon flog bereits dreimal zur ISS

Die unbemannte Raumkapsel „Dragon“ der Firma SpaceX reiste bereits dreimal zur ISS. Im Gegensatz zu Cygnus ist sie „wiederverwertbar“ und wird nach ihrer Rückkehr zur Erde jeweils von einem Schiff eingesammelt und an Land gebracht.

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Von Petra Funk
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