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12.08.2014, 11:01 Uhr | 0 |

Zustellung per Octocopter Amzon will Paketdrohne in Indien weiterentwickeln

Der Online-Versandhändler Amazon will die Entwicklung seines fliegenden Postboten in Indien vorantreiben. Das Land hat bereits Luftraum freigegeben, Amazon eine eigene Fluggesellschaft beantragt. Zudem will der Konzern mit Energieversorgern zusammenarbeiten, damit sich die Drohne bei der Navigation am Stromnetz orientieren kann. 

Angeblich will Amazon in Indien auch mit Energieversorgern verhandeln
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Angeblich will Amazon in Indien auch mit Energieversorgern verhandeln. Die Drohne könnte sich nämlich beim Navigieren an den Stromzählern der Haushalte orientieren. Tragen kann sie Päckchen, die maximal 2,25 Kilogramm wiegen. 

Foto: Amazon

Amazon hegt Befürchtungen, dass es in den Vereinigten Staaten nicht schnell genug mit den Genehmigungen für die Paketdrohne voran geht. Das Unternehmen hat deshalb Indien als Testland für seinen Octocopter – ein Kleinsthubschrauber, der mit acht kleinen Luftschrauben vertikal und horizontal fliegt – ausgespäht. Profitieren will der Konzern dabei auch von den vielen Softwareentwicklern des Landes. Indien hat bereits Luftraum zwischen 180 und 360 Metern Höhe für unbemannte Kleinflugzeuge freigegeben, Amazon eine eigene Fluggesellschaft gegründet: Amazon Prime Air.

Drohne könnte sich an Stromzählern der Bürger orientieren

Für Amazon scheint auch die Zusammenarbeit mit regionalen Energieversorgern interessant – speziell mit Elektrizitätsunternehmen. Denn die Stromleitungen könnten für die Navigation der Kleinflugzeuge als Hilfsmittel dienen. Wenn bei Kunden die GPS-Daten für den Platz vor dem Stromzähler außerhalb des Hauses erfasst und in die Adressenkartei Amazons eingespeichert würden, könnte der Octocopter voll automatisiert direkt vor dem Stromzähler landen.

Die Drohne soll Päckchen mit einem Maximalgewicht von 2,25 Kilogramm tragen können. Flachbildschirme lassen sich zwar nicht mit dem Kleinflugzeug zustellen – wohl aber 86 Prozent aller Artikel aus dem Amazon-Warenangebot. Im zweiten Quartal dieses Jahres wäre für rund 69 Prozent aller Auslieferungen die Luftzustellung infrage gekommen.

USA fürchten den Anschluss zu verlieren

Während die amerikanische Luftfahrtbehörde (FAA) bislang den allermeisten Versuchen, unbemannte Kleinflugzeuge in großem Stil einzusetzen, ablehnend gegenüberstand, kommt diesen Plänen inzwischen starker politischer Druck aus Washington zur Hilfe. So wird in den USA gegenwärtig angenommen, dass Amazon schon im Laufe des dritten Quartals 2014 die vorläufige Betriebsgenehmigung für Versuche mit der voll automatisierten Zustellung durch Kleinflugzeuge erhält. Damit könnten diese Versuche Anfang kommenden Jahres in Amerika tatsächlich anlaufen.

Der politische Druck aus Washington, die Versuche zu fördern und nicht zu behindern, hängt mit der Befürchtung zusammen, dass bei einem zu langen Zögern in den USA andere Länder die Luftzustellung schneller einführen und damit auch starke Marktanteile bei den Kleinflugzeugen gewinnen könnten. In Washington wird derzeit damit gerechnet, dass im Jahre 2020 der Weltmarkt für kommerziell nutzbare, pilotenlose Kleinflugzeuge ein Volumen von rund 8,4 Milliarden Euro erreichen wird. 

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Von Peter Odrich
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