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15.10.2014, 10:51 Uhr | 0 |

Gezogen vom Flugzeug Amerikanischer Ingenieur entwickelt fliegendes Surfbrett

Es wäre ein Trauste-dich der Superlative: der Flug auf einem Surfbrett, das von einem Flugzeug durch die Lüfte gezogen wird. An diesem Adrenalinkick tüftelt ein amerikanischer Ingenieur. 

Das Wingboard von Aaron Wypyzynski
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Das Wingboard von Aaron Wypyzynski. Der Surfer steuert das Brett, indem er den Körperschwerpunkt verlagert. Dabei helfen ihm Sensoren in den Bindungen der Schuhe. 

Foto: Kickstarter/Wingboard (Screenshot Ingenieur.de)

Extremsportarten üben einen eigentümlichen Reiz auf viele Menschen aus. Als neueste Spielart zeichnet sich nun das Himmelssurfen ab. Dabei geht es darum, sich auf einer Art Surfbrett balancierend durch die Luft zu bewegen – gezogen von einem Flugzeug. Wingboarding nennt das Aaron Wypyszynski. Der amerikanische Erfinder sucht derzeit nach Geldgebern und hofft, 2017 mit seiner Firma Wyp Aviation die Serienproduktion des Fluggefährts aufzunehmen.

Anstoß lieferte die Serie TaleSpin von Disney

Die Idee zum Surfbrett für die Lüfte lieferte die Trickfilmserie TaleSpin von Disney, in der ein 12 Jahre alter brauner Bär namens Kit Cloudkicker auf einem Metallbrett hinter einem Flugzeug durch die Wolken surft. Diese Idee faszinierte Wypyszynki so sehr, dass er sich daran machte, aus der Phantasie Wirklichkeit werden zu lassen. 

Als erstes entwarf Wypyzynski das Wingboard selbst, das im Grunde wie eine Tragfläche funktioniert. Mit dem Flugzeug ist es durch eine Leine verbunden, die sich drei Meter vor dem Surfbrett teilt. Ein Teil der Leine ist mit einem Holzstab verbunden, den der Surfer in der Hand hält. Der andere Teil ist unter dem Brett festgemacht. Laut Wypyzynski wirkt bei einer Fluggeschwindigkeit von 160 km/h eine Zugkraft von 36 Kilogramm auf den Surfer ein. Seine Füße sind durch eine snowboardartige Bindung mit dem Surfbrett verbunden.

Die Form des Surfbretts ist auf eine Aufwärtsflugbewegung ausgelegt. Diese kann der Surfer aber regulieren, indem er seinen Körperschwerpunkt verlagert. Sensoren in den Bindungen unterstützen ihn dabei, Kräfte besser einzuschätzen und zu regulieren.

Landung per Schleppleine oder Fallschirm

Unter dem Surfbrett befinden sich zwei kleine Räder. Wenn das Flugzeug startet, dann zieht es das Surfbrett hinter sich her in die Luft – im Prinzip genauso wie auch ein Segelflugzeug startet. Für die Landung bieten sich dem Surfer zwei verschiedene Möglichkeiten: Entweder lässt er sich an der Schleppleine vom Flugzeug zurück auf den Boden ziehen. Oder er klinkt die Leine in der Luft aus und landet per Fallschirm. In diesem Falle stößt er auch das Surfbrett ab, das an einem getrennten Fallschirm zur Erde zurückkehrt.

Erster Surfer könnte 2016 in die Luft steigen

Geflogen ist bisher lediglich ein Modell im Maßstab 1:6, das von einem ferngesteuerten Flugzeug aus durch die Luft gezogen wurde und das die Aufgabe hatte, die aerodynamische Stabilität zu beweisen.

Wenn die Kapitalbeschaffung über die Crowdfundingplattform Kickstarter Erfolg hat, soll ein weiteres Modell folgen, das im Maßstab 2:5 gebaut wird. Wenn alles gut geht, könnte dann der erste menschliche Flugversuch im Jahre 2016 unternommen werden. Allerdings läuft die Kampagne eher schleppend: Bislang sind knapp 4500 US-Dollar zusammengekommen. Wypyzynski braucht allerdings 32.000 Dollar. 

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Von Peter Odrich
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