28.01.2014, 14:30 Uhr | 0 |

Flaute im Rüstungsgeschäft Airbus streicht in Deutschland 2600 Arbeitsplätze

Airbus streicht in seiner Rüstungs- und Raumfahrtsparte Airbus Group, früher EADS, in Deutschland 2600 Arbeitsplätze. Auch Gehaltskürzungen stehen im Raum. Der Konzern will dadurch die milliardenschweren Einbrüche im Rüstungsgeschäft abfedern. Auf das Geschäft mit zivilen Flugzeugen scheint hingegen die Sonne: Die Produktion ist für die nächsten neun Jahre ausgelastet. 

Eurofighter
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Das Airbus-Werk im oberbayerischen Manching ist für die Endmontage des Eurofighters zuständig. Hier sollen 1000 von 4200 Mitarbeitern ihre Jobs verlieren. Aufgrund von milliardenschweren Auftragseinbrüchen kann Airbus die Kapazitäten nicht mehr auslasten. 

Foto: Geoffrey Lee

Monatelang haben Mitarbeiter der Airbus-Group, ehemals EADS, um ihre Arbeitsplätze gebangt. Jetzt gibt Airbus erstmals Entlassungszahlen bekannt: Der Konzern will bis 2016 an deutschen Standorten insgesamt 2600 Jobs streichen.

Am härtesten trifft es das Werk im oberbayerischen Manching, das für die Endmontage der Eurofighter-Kampfflugzeuge zuständig ist. Dort sollen 1000 von 4200 Stellen wegfallen. Die restlichen Streichungen treffen mehrere Werke in etwa gleich hart, darunter das Ulmer Werk, das ebenfalls für das Kampfflugzeugprogramm produziert. Dort fallen 315 von 2500 Jobs weg. In Unterschleißheim sind 250 von 1200 Angestellten betroffen, in Friedrichshafen am Bodensee sollen 300 von 2500 Mitarbeitern gehen. 

Auch Gehaltskürzungen stehen im Raum

Airbus gibt sich bei seiner Entlassungsstrategie kreativ. Zunächst will der Konzern möglichst viele Mitarbeiter in Frührente oder in andere Unternehmenssparten schicken. Bei Airbus und Airbus Helicopters will man beispielsweise in den kommenden drei Jahren 1500 Stellen verfügbar machen. Zeitgleich will der Konzern Zeitarbeitsverträge nicht verlängern.

Auch Gehaltskürzungen stehen im Raum. „Um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäfts weiter zu steigern, wollen wir mit den Betriebsräten auch darüber verhandeln, wie die Arbeitskosten (...) gesenkt werden können“, sagte ein Konzernsprecher der Süddeutschen Zeitung. Das könnte den Stellenabbau bremsen. All diese Maßnahmen könnten die tatsächliche Zahl der Entlassungen am Ende auf 1000 reduzieren, schätzt das Unternehmen.

Krise im Airbus-Rüstungsgeschäft 

Das Rüstungsgeschäft der Airbus Group steckt schon länger in der Krise. Bis Ende des Jahres firmierte es noch unter dem Namen EADS. In den vergangenen Jahren hat die Sparte mehrere Milliarden Euro an Auftragsvolumen verloren. Der Grund: Staaten in Europa geben weniger für Militär und Rüstung aus. Die EU hat zudem den Rüstungsbereich schrittweise liberalisiert, so dass Firmen mittlerweile stärkerer Konkurrenz ausgesetzt sind.

„Wir können das nicht einfach locker abfedern oder die betroffenen Standorte und Kapazitäten für andere Aufgaben umwidmen“, rechtfertigte Konzernchef Tom Enders Ende 2013 die Entscheidung, mehrere deutsche Standorte unter dem Dach des neuen Zentrums Airbus Defence and Space zu vereinen. „Wir müssen unsere Wettbewerbsfähigkeit im Verteidigungs- und Raumfahrtgeschäft steigern – und wir müssen jetzt damit beginnen.“

Airbus Flugzeugsparte für neun Jahre ausgelastet 

Der Kontrast zum sonstigen Umsatz des Konzerns könnte größer nicht sein. Das belegen die Geschäftszahlen für 2013: Airbus lieferte 626 Flugzeuge aus, 38 mehr als 2012. Die Zahl der Bestellungen erreichte mit 1619 Maschinen zum Listenpreis von 176 Milliarden Euro einen Höchststand. 

Allein die arabische Fluggesellschaft Emirates bestellte auf der Luftfahrtschau in Dubai Ende letzten Jahres 50 Flugzeuge vom Typ A380. Das spült 23 Milliarden US-Dollar in die Kassen. Die nationale Fluglinie Etihad Airways unterschrieb für 87 Flieger der Airbus-Familie im Wert von 19,1 Milliarden Dollar. Airbus hat nun so viele Aufträge in den Büchern, dass die Produktion für die nächsten neun Jahre ausgelastet ist.

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Von Patrick Schroeder
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