14.07.2014, 15:50 Uhr | 0 |

Farnborough Air Show Airbus bestätigt Markteinführung des spritsparenden A330neo

Was Experten lange vermutet hatten, ist heute eingetroffen: Airbus hat auf der Luftfahrtmesse in Farnborough bestätigt, dass der Langstreckenjet A330 in einer umweltschonenden Version auf den Markt kommt. Ende 2017 wird der Flugzeugbauer die ersten Exemplare ausliefern, die 14 Prozent weniger Sprit verbrauchen.

Airbus A330neo
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Neue Triebwerke von Rolls-Royce machen den A330neo deutlich spritsparender. Die ersten Exemplare will Airbus im vierten Quartal 2017 ausliefern. 

Foto: Airbus

Neue Triebwerke von Rolls-Royce und Verbesserungen in der Aerodynamik lassen die A330neo 14 Prozent weniger Sprit verbrauchen. Die Entwicklungskosten würden die für 2015 geplante Umsatzrendite zwar um 0,7 Prozent nach unten ziehen, sagt Airbus-Chef Tom Enders. „Allerdings besitzen wir ein sehr gutes Geschäftsmodell mit der A330neo, die nach ihrer Indienstnahme erheblich zum Konzerngewinn beitragen wird.“ Die ersten Maschinen will Airbus im vierten Quartal 2017 ausliefern.

Concept Plane von Airbus sorgt auf der Messe für Staunen

Spannend, aber futuristisch und noch rein theoretisch ist auch das Concept Plane, das Airbus auf der Luftfahrtmesse präsentiert. Es ist Teil des Smarter-Sky-Konzepts, mit dem Airbus die Luftfahrt bis zum Jahr 2050 noch spritsparender gestalten möchte. Unglaublich wird es schon beim Start: In einem Imagevideo liegt eine Maschine auf einem flachen Assistenzfahrzeug, das die Startbahn hinunterflitzt und das Flugzeug innerhalb kürzester Zeit zum Abheben bringt. Das nennt Airbus den Eco-climb.

In der Luft trifft sich die Maschine dann mit anderen und fliegt wie ein Vogelschwarm in einer spritsparenden Formation. Die Maschine selbst nutzt Solarzellen zur Energieversorgung. Die Ideen von Airbus gehen so weit, dass sich auch die Körperwärme der Passagiere zur Energiegewinnung nutzen lassen soll.

Airbus kam bei der Messevorbereitung aber auch etwas ins Schleudern. Denn eigentlich sollte Qatar Airways das erste von 13 bestellten Großraumflugzeugen A380 im Juni erhalten und jetzt in Farnborough präsentieren. Doch laut einem Bericht der Welt ist die arabische Fluggesellschaft mit der Kabinenausstattung unzufrieden – unter anderem mit den Teppichen. Deswegen findet die Auslieferung erst im Herbst statt und Airbus zeigt kurzerhand ein eigenes A380-Modell. Versöhnlich zeigt sich Qatar Airways hingegen als erster Kunde des A350: Der neue Langstreckenjet präsentiert sich auf der Messe stolz in den Farben der Airline.

Kampfjet von Lockheed Martin hat Flugverbot

Für Lockheed Martin begann die Luftfahrtmesse hingegen mit einem Desaster: Der US-amerikanische Rüstungskonzern wollte eigentlich den F-35 Joint Strike Fighter (JSF) dem europäischen Publikum vorstellen. Ein wichtiger Termin, denn der neue Kampfjet soll in den nächsten Jahrzehnten bei vielen Nato-Partnern zum Einsatz kommen. Doch Pustekuchen. Alle 100 bisher in den USA ausgelieferten Modelle haben Flugverbot, weil in einem Modell das Triebwerk des US-Herstellers Pratt & Whithey beim Start Feuer fing.

Auch die Präsentationsmaschine durfte nicht über den Atlantik zur Messe fliegen. Jetzt hoffen die Besucher, dass die US-Militärsicherheitsaufsicht das Flugverbot noch vor dem Ende der Messe am 20. Juli aufhebt. Es wäre wahrscheinlich ein optisches Highlight der Messe: Denn der JSF kann auf kurzer Strecke starten und sogar senkrecht landen.

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Von Patrick Schroeder
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