Informationstechnik iPad im Unternehmen: Apps machen produktiver
Moderne Tablet-PCs optimieren geschäftliche Routineaufgaben mit Apps, die papierbasierte Prozesse ersetzen, Informationen in Echtzeit bereitstellen und die Effizienz alltäglicher Büroaktivitäten erhöhen. Die Einführung ist allerdings zum Teil noch aufwendig.
Mit praktischen Business-Apps können Tablet-PCs die Dateien von Microsoft Office oder iWorks öffnen, Präsentationen ausfeilen und PDFs kommentieren. Mit den mobilen Rechnern kann man auch an Projekten arbeiten, wenn man nicht am Schreibtisch sitzt. Es gibt leistungsstarke Apps, um Word, Excel und Powerpoint von unterwegs zu erstellen und zu bearbeiten. Unbestrittener Marktführer ist Apples iPad, inzwischen in der dritten Generation auf dem Markt: Das dünne Design, zehn Stunden Akkulaufzeit, Instant-On-Funktion und WiFi machen das iPad 3 für viele Firmen zum mobilen Büro.
Studie prognositziert für das iPad wachsendes Firmenkundengeschäft
In einer neuen Studie namens „Global Tech Market“ haben die Analysten von Forrester Research Apples iPad eine rosige Zukunft prognostiziert. In den Jahren 2012 und 2013 soll das Geschäft mit Firmenkunden um bis zu 50 % wachsen. Vor allem die „Bring your own De-
vice“-Strategie wird dazu beitragen. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter nicht ein Notebook, Smartphone oder Tablet gestellt bekommen und sich erst mit dem neuen Gerät auseinandersetzen müssen, sondern dass sie ihr eigenes Gerät mitbringen, an dessen Bedienung sie gewöhnt sind.
Als das iPad auf den Markt kam, erkannte man beim US-Konzern General Electric (GE) schnell, welchen Nutzen es bot – nämlich die Möglichkeit, für die Mitarbeiter einen schnellen, mobilen Datenzugriff bereitzustellen. „Wir setzten schon sehr früh auf mobile Technologien“, erklärt Dayan Anandappa, Director of Digital Technologies and Collaboration bei GE. Und das nicht nur bei E-Mails, sondern auch bei Aufgaben wie der Terminplanung und der ortsunabhängigen Bereitstellung von Inhalten. „Mit meinem iPad kann ich auf Mails, Kontakte, PDFs und Powerpoint-Präsentationen zugreifen“, fügt GEs Chief Information Officer Vic Bhagat hinzu. „Selbst spezielle GE-Daten und Programme kann ich nutzen.“
Vertriebs- und Marketingmitarbeiter von GE schätzen großes iPad-Display
Für die Vertriebs- und Marketingmitarbeiter von GE ist das große iPad-Display sehr praktisch, wenn es darum geht, Geschäftsinformationen und Präsentationen mit anderen zu teilen. So entsteht gegenüber Kunden und Kollegen mehr Nähe und Direktheit. „Man kann es verwenden, wenn man jemandem gegenübersitzt“, sagt Linda Boff, MarCom-Direktorin bei GE. „Es ist nicht einfach nur ein Laptop, der noch kompakter ist – es ist eine völlig andere Technologie, und wir verwenden sie ganz anders.“
Damit die mobilen Möglichkeiten optimal genutzt werden können, hat GE ein Mobile Center of Excellence ins Leben gerufen. Dort wurden bereits Dutzende iPad-Apps für die interne Nutzung entwickelt und mit dem GE Mobile App
Store auch ein eigenes Webportal geschaffen, über das Benutzer ganz leicht Apps finden und laden können. Das Spektrum dieser Apps reicht von branchenspezifischen Überwachungs- und Diagnose-Tools bis hin zu nützlichen Hilfsmitteln für die mobile „Business Intelligence“, sprich die Auswertung und Analyse von Marketing- und Vertriebsdaten. In ähnlicher Weise nutzen mittlerweile auch AT&T und Boeing das iPad.
Blickt man nach Deutschland, so gilt die SAP als Tablet-Pionier: Sie setzt derzeit zwischen 8000 und 11 000 iPads in Entwicklung und Vertrieb ein. Neben Business Intelligence testet der Softwarekonzern derzeit auch Customer-Relationship-Management (CRM) via iPad. Weitere Einsatzszenarien bei SAP sind Reisekostenabrechnung, Social-Media-Anwendungen, Videokonferenzen und Workflow-Management.
Dass die iPad-Einführung mitunter noch aufwendig ist, zeigt das Beispiel der Allianz: Dort hat man ein eigenes Vertriebssteuerungssystem auf iPad-Basis erprobt. „Dieses Pilotprojekt wurde jedoch wieder eingestellt“, bestätigte die Allianz-Pressestelle. Was blieb, sind einerseits die Kunden-Apps wie „Financial Reports“ und der iPad-Einsatz in der Vorstandsetage. Dagegen hat die Provinzial Rheinland unternehmensweit 1600 iPads verschenkt, um alle Topführungskräfte im Innendienst damit auszustatten, und auch der Außendienst ist teilweise eingebunden.
Alle deutschen Premium-Automobilhersteller, ob Audi, BMW oder Porsche, untersuchen derzeit mit ihren IT-Stäben, wie sich das iPad einsetzen lässt. „Mittelständler müssen da noch nachrüsten“, meint Alyosh Agarwal, Geschäftsführer der Softwarefirma Applaud und Professor für Media und Communication Management an der Macromedia Hochschule für Medien und Kommunikation (MHMK) in München. „Es ist in den letzten Jahren eine neue Kategorie von Software – ‚Mobile Device Management‘– entstanden, die die Integration von mobilen Geräten im Unternehmen ermöglicht.“
Das iPad als mobiles Vertriebswerkzeug
Das iPad kann auch als mobiles Vertriebswerkzeug dienen, das Unternehmen bei der Kundenpflege unterstützt. Es bietet z. B. sofort Zugriff auf die eigene CRM-Datenbank, über die Kunden- und Verkaufsdaten sowie Aufgabenlisten abgerufen werden können. So hat die amerikanische Firma Resco.net eine iPad-CRM-App für Microsoft Dynamics entwickelt. In Deutschland ist vom Konstanzer Softwarehaus Cobra eine „Mo-
bile CRM App“ verfügbar, die dem User einen Rundumblick auf sämtliche Kundendaten und -informationen bietet.
Für den universellen mobilen Datenverkehr mit solchen Applikationen benötigt man künftig aber LTE (Long Term Evolution). Schade nur, dass Apples neues iPad zwar die entsprechenden Funkchips in sich trägt, diese aber nicht mit den in Europa verwendeten Frequenzbändern zurechtkommen.






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