07.04.2014, 15:08 Uhr | 0 |

Betriebssystem an Bord Windows 8 im Auto: Musik, Apps und Telefon mit Kacheloptik

Die Einbindung des Betriebssystems Windows für das Infotainmentsystem im Auto ist an sich nicht neu. Aber jetzt will Microsoft mit einem neuen Konzept präsenter werden: Smartphone und Bord-Bildschirm lassen sich miteinander verbinden und über die bekannte Kachel-Optik steuern.

Windows in the Car
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Microsoft will künftig im Auto präsenter werden. Das neue Konzept sieht vor, dass ein Fahrer sofort sieht, dass er es im Wagen mit einem Windows-System zu tun hat, die Bedienoberfläche zeigt das Kachel-Design von Windows 8.

Foto: Screenshot ingenieur.de

Noch ist das Konzept „Windows in the Car“ im Stadium eines Prototyps und auch die Präsentation Anfang April bei der Entwicklerkonferenz „Build 2014“ in San Francisco kam nicht ohne Panne, sprich Absturz des Systems, aus. Aber Steve Teixeira, Programmdirektor bei Microsoft, stellte schon mal klar, wo die Reise hingehen soll. Apple hat die Richtung vorgegeben, als dort im März 2014 gezeigt wurde, wie das Betriebssystem iOS unter dem Namen „CarPlay“ autotauglich gemacht wird. Jetzt präsentierte also auch Microsoft, wie man sich dort die Einbindung von Windows im Auto in Zukunft vorstellt.

Anwendungen des Smartphones können über Bordbildschirm gesteuert werden

Dabei ist die Integration des Windows-Betriebssystems erst mal gar nichts Neues. Seit 2006 bildete „Windows Automotive Embedded“ die Basis für Infotainmentsysteme von etlichen Herstellern, darunter Modelle von BMW, Ford und Fiat. Nur wusste das bislang kaum ein Autofahrer, denn Windows lieferte zwar die Basis, aber die Bedienoberfläche wurde von den Autoherstellern jeweils selbst draufgesetzt, fiel also immer unterschiedlich aus. Künftig soll jetzt sofort sichtbar sein, dass man es als Fahrer mit einem Windows-System zu tun hat, inklusive Kachel-Design von Windows 8.

Microsoft setzt dafür auf eine Schnittstelle, die den Bildschirminhalt eines gekoppelten Smartphones mit Windows Phone als Betriebssystem auf den Bildschirm des Autos spiegelt. Die Musik, die auf dem Handy gespeichert ist, lässt sich so über die Hifi-Anlage des Autos abspielen, wobei das Cover des aktuell gespielten Titels dann auf dem Bordbildschirm eingeblendet wäre. Der Fahrer könnte auch Nachrichten verfassen, sich SMS vorlesen lassen, Telefonate führen oder die Navigationsfunktion nutzen.

Steuerung über die bekannten Kacheln von Windows 8

Gesteuert werden die Anwendungen über die bekannten Kacheln von Windows 8, die sich der Fahrer mit ihren einzelnen Funktionen auf der Startseite selbst zusammenstellen kann. Laut Steve Teixeira sollen die Entwickler ihre Apps auch so programmieren können, dass während der Fahrt nicht alles abrufbar ist, beziehungsweise dass manche Anwendungen nur verwendet werden können, wenn das Auto stillsteht. Wenn das Auto fährt, stünde dann nur ein einfaches Interface zur Verfügung.

Modelle von VW, Honda, Toyota und Citroen unterstützen den Standard Mirrorlink 

Für die Verbindung zwischen Smartphone und Bordsystem setzt Microsoft auf den Standard Mirrorlink. Der Industriestandard wurde vom Car Connectivity Consortium entwickelt, das seit 2011 an globalen Standards für die Verbindung zwischen mobilen Endgeräten und der Fahrzeugelektronik arbeitet. Jetzt müssten nur noch alle Beteiligten den Standard unterstützen. Volkswagen, Honda, Toyota und Citroen haben bereits Modelle im Angebot, die mit Mirrorlink arbeiten. Bei VW ist zum Beispiel der neue Polo mit einem Touch-Screen ausgestattet, an den zwei Telefone angeschlossen werden können. Mit einem Telefon kann der Fahrer telefonieren, über das andere Musik abspielen.

Alpine, Pioneer und Sony planen mit Mirrorlink

Auch einige Anbieter von Autoradios wie Alpine, Pioneer und Sony planen mit Mirrorlink. Nur bei den Smartphones ist die Unterstützung noch nicht weit verbreitet. Bislang bieten Nokias Symbian-Belle-Geräte und das Sony Xperia Z Mirrorlink an. Von der Verbreitung des Mirrorlink-Standards hängt auch ab, wann Microsoft sein neues Konzept als offizielles Produkt vorstellen wird.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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