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08.05.2013, 15:25 Uhr | 0 |

Verkaufszahlen abgestürzt Windows 8 wird bis Jahresende generalüberholt

Mit welchen Vorschusslorbeeren war es gestartet, das neue Betriebssystem Windows 8 von Microsoft. Doch die neue Optik mit viereckigen Kacheln, über die sich Programme aufrufen lassen, ist bei den Kunden nicht angekommen. Gerade ein halbes Jahr auf dem Markt, wird Windows 8 jetzt kräftig überarbeitet. Eine neue Version kommt noch dieses Jahr auf den Markt.

Markteinführung Windows 8 in Singapur
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Im Oktober 2012 war die Welt noch in Ordnung: Die Menschen in Singapur drängen sich in einem IT-Geschäft, um als erste Windows 8 zu kaufen. Doch das neue Betriebssystem hat einen Absturz in den Verkaufszahlen erlebt und wird nun gründlich überarbeitet.

Foto: Microsoft

Die Kunden sind verärgert: Sie müssen viel Zeit investieren, um das jüngste Betriebssystem von Microsoft zu verstehen und optimal nutzen zu können. So braucht man Zeit und detektivisches Gespür,um die aus Vista oder Windows 7 gewohnten Funktionen zu finden. Noch mehr Mühe kostet es, das zu nutzen, was sich hinter den Kacheln befindet. Intuitiv ist da gar nichts.

Intuitiv ist da gar nichts

Wer wie der Autor mit MS-DOS angefangen und niemals einen Computerkurs belegt hat, sieht sich jetzt beinahe gezwungen, wegen Windows 8 noch mal die Schulbank zu drücken. Selbst das Abmelden oder Herunterfahren ist eine Herausforderung.

Immerhin erscheint ein Ausschaltbutton, wenn man „Strg“, “Alt“ und „Entf“ gleichzeitig drückt. Und unvermittelt zeigt das System auf einer plötzlich auftauchenden schwarzen Riesenkachel Tag, Datum und Uhrzeit an. Dass der Media Player nur noch mit Mühe nutzbar ist, sei nur am Rande erwähnt.

Zugegeben: Ich habe nicht die Zeit, mich stunden- oder gar tagelang mit dem neuen Betriebssystem zu beschäftigen. Deshalb habe ich mich damit arrangiert. Es stört nur noch wenig bei meiner Arbeit, obwohl sie eigentlich leichter von der Hand gehen sollte. Doch der Versuch, ein Betriebssystem zu entwickeln, das sowohl auf Maus/Mauspad, als auch auf Wischbewegungen anspricht, wie sie beim Touchscreen nötig sind, ist wohl gescheitert.

Verkaufszahlen: Windows 8 von Windows 7 abgehängt

Daraus zieht Microsoft jetzt die Konsequenz. Blue, so der interne Codename, ist im Anmarsch, ein überarbeitetes Windows 8, das intuitiv bedienbar sein soll. Der Software-Riese zog gewissermaßen die Notbremse. In den beiden ersten Monaten seit dem Verkaufsstart am 26. Oktober 2012 verkaufte Microsoft 60 Millionen Lizenzen, in diesem Jahr kamen innerhalb von vier Monaten ganze 40 Millionen dazu. Windows 7 etwa fand 240 Millionen Käufer.

Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass der Umstieg von den Vorgängerversionen auf Windows 8 nicht problemlos vonstatten geht. Noch in diesem Jahr soll das überarbeitete Betriebssystem auf den Markt kommen. Der Preis steht noch nicht fest.

Dass Windows 8 ein Betriebsunfall war, will Microsoft-Finanzchefin Tami Reller nicht zugeben: „Wir haben unsere Prinzipien, sind aber nicht störrisch.” Man wisse jetzt, wo die Nutzer von Windows 8 bisweilen hängenblieben und könne ihnen helfen. Möglicherweise erscheint bei der neuen Version statt der Kacheln wieder die gewohnte Desktop-Optik. Das gelingt heute nur Tüftlern mit Zusatzprogrammen.

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Von Wolfgang Kempkens
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