13.09.2013, 12:56 Uhr | 0 |

Aktionäre stimmen zu Vodafone kann Kabel Deutschland für 10,7 Mrd. Euro übernehmen

Der Übernahme des Kabelnetzbetreibers Kabel Deutschland durch den britischen Mobilfunkonzern Vodafone steht fast nichts mehr im Wege. Mehr als 75 Prozent der Aktionäre haben Vodafone ihre Aktien angeboten. Ausgerechnet jetzt wird Vodafone von einen Datenskandal erschüttert. Zwei Millionen Kundendaten wurden gestohlen.

Vodafone-Zentrale in Düsseldorf
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Vodafone-Zentrale in Düsseldorf: Der britische Mobilfunkkonzern kann Kabel Deutschland übernehmen. Mehr als 75 Prozent der Aktionäre haben der Übernahme zugestimmt.

Foto: Rolf Vennenbernd/dpa

Mehr als 75 Prozent der Aktionäre von Kabel Deutschland haben doch noch das Übernahmeangebot des britischen Mobilfunkkonzerns Vodafone von Ende Juli angenommen. Mindestens 75 Prozent der Aktionäre mussten zustimmen, sonst wäre die Übernahme geplatzt. Jetzt muss nur noch das Bundeskartellamt in Bonn zustimmen.

Das Kaufangebot von Vodafone bewertet Kabel Deutschland mit 87 Euro pro Aktie. Das entspricht einem Unternehmenswert von 7,7 Milliarden Euro. Außerdem übernimmt Vodafone Unternehmensschulden in Höhe von drei Milliarden Euro.

Schon direkt nach der Vorlage des Übernahmeangebotes hatten Vorstand und Aufsichtsrat das Internesse begrüßt. Das Angebot sei im Interesse des Unternehmens, der Aktionäre, Arbeitnehmer und Stakeholder, erklärte Kabel-Deutschland-Chef Adrian v. Hammerstein Anfang August: „Der Angebotspreis ist finanziell attraktiv und die strategische Perspektive durch die Übernahme vielversprechend. Kabel Deutschland und Vodafone ergänzen sich ideal.“

Konkurrenz für die Telekom: Kabel Deutschland investiert in Breitbandausbau

Durch das Zusammengehen von Vodafone und Kabel Deutschland bekommt die Deutsche Telekom einen sehr potenten Konkurrenten nicht nur im Mobilfunk, sondern auch im Wettbewerb um Internetzugänge. Kabel Deutschland hat im ersten Quartal 2013 die Zwei-Millionen-Marke bei ihren Internet- und Telefonkunden überschritten und will sich in Zukunft besonders auf den Breitbandmarkt konzentrieren. „Auf Basis unseres leistungsfähigen Netzes bieten wir genau die richtigen Produkte für den rapide wachsenden Breitbandbedarf unserer Kunden“, so von Hammerstein. „Wir haben dadurch beste Voraussetzungen, auch in Zukunft überdurchschnittlich stark und profitabel zu wachsen.“

Bei Konto-Unregelmäßigkeiten umgehend die eigene Bank kontaktieren

Einziger Klotz am Bein ist der derzeitige Daten-Skandal bei Vodafone. Er verunsichert viele Verbraucher.  So ist es vermutlich einem Insider gelungen, auf einen deutschen Vodafone-Server mit Stammdaten von zwei Millionen Kunden zuzugreifen. Er speicherte Namen, Adressen und Kontonummern. PIN-Nummern und Kreditkarten-Daten seien hingegen sicher gewesen, heißt es in einer Stellungnahme von Vodafone. Es sei somit kaum möglich, mit den gestohlenen Daten direkt auf Bankkonten zu gelangen. Allerdings könnten die Täter später versuchen, die hierfür benötigten Daten mit gefälschten E-Mails abzufragen. Vodafone rät daher seinen Kunden, auf solche Phishing-Mails nicht zu reagieren und bei Unregelmäßigkeiten auf Kontoauszügen umgehend ihre Bank zu kontaktieren.

Federrath:„Insider als Angreifer werden definitiv unterschätzt“

In der Stellungnahme heißt es weiter, Sicherheit habe bei Vodafone höchste Priorität. Man habe sämtliche Zugänge, die der Täter genutzt hatte, sicher verschlossen. Zudem hätten die Behörden mittlerweile einen Tatverdächtigen identifiziert, bei dem bereits eine Hausdurchsuchung vorgenommen wurde. Laut einem Bericht derWeltarbeitete der Verdächtige nicht für Vodafone selbst, sondern für einen IT-Dienstleister. Er habe zuvor polizeiliche Führungszeugnisse vorgelegt und eine Sicherheitsprüfung bestanden.

Der Bericht zitiert auch Hannes Federrath, einen IT-Sicherheitsexperten der Universität Hamburg: „In ganz vielen Fällen gelingt ein Schutz vor verräterischen Insidern überhaupt nicht. Insider als Angreifer werden definitiv unterschätzt. Weil man genau weiß, dass man sich nicht schützen kann, verschließt man vor dem Problem die Augen. Ich nenne das die Vogel-Strauß-Taktik.“

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Von Patrick Schroeder
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