03.03.2015, 12:14 Uhr | 0 |

Umstellung auf IP Telekom investiert 6 Milliarden Euro in Ausbau des Europa-Netzes

Sechs Milliarden Euro will die Deutsche Telekom in den Ausbau ihres Netzes in Europa investieren. Das gab der Konzern auf der Mobilfunkmesse in Barcelona bekannt. Kroatien, Ungarn und die Slowakei werden als erste Länder in ein Europa-Netz eingebunden, das bis 2020 stehen soll. Bis dahin seien sämtliche Telekom-Netze auf IP umgestellt. 

Telekom-Chef Timotheus Höttges auf dem Mobile World Congress in Barcelona
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Telekom-Chef Timotheus Höttges auf dem Mobile World Congress in Barcelona: Die Telekom will sechs Milliarden Euro in den Aufbau eines europäischen Netzes investieren.

Foto: Alberto Estevez/dpa

Die Deutsche Telekom will bis 2020 ein „Europa-Netz“ mit einer länderübergreifenden Infrastruktur aufbauen und dafür sechs Milliarden Euro investieren. Das sagte Konzernchef Timotheus Höttges am Rande der Mobilfunkmesse Mobile World Congress in Barcelona.

Kroatien, Ungarn und die Slowakei sind die ersten von zehn Ländern, die über eine Plattform standardisierte Produkte beziehen können. Damit sei die Telekom das erste multinationale Telekommunikationsunternehmen, das Synergien seiner Landesgesellschaften wirklich ausnutzen könne, so Höttges.

Höttges: "Nicht der Musik aus Asien und den USA hinterher laufen"

„Wir brauchen mehr Europa und dafür legen wir heute einen entscheidenden technischen Grundstein“, sagte Höttges weiter. „Mit unserem Europa-Netz und der länderübergreifenden Infrastruktur schaffen wir es, den Ton anzugeben und nicht nur der Musik aus den USA und Asien hinterher zu laufen.“

Den Anfang unter den Produkten mache ab sofort ein Geschäftskundenservice für Virtuelle Private Netzwerke „Cloud VPN“. Im Laufe des Jahres würden Fernsehdienste und Videospiel-Angebote für Privatkunden folgen.

Die Landesgesellschaften würden sich aus einem zentralen Katalog mit standardisierten Produktbausteinen bedienen, erklärte Claudia Nemat, die im Vorstand für Europa und Technik zuständig ist. „Statt etwa zehn Fabriken in zehn Ländern für zehn Lösungen nutzen wir künftig zentrale Produktionsstätten für alle“, sagte Nemat. Die Voraussetzungen für diese „Technologieführerschaft“ wolle die Telekom bis 2018 schaffen, indem sie ihre Infrastruktur ausbaue und sechs Milliarden Euro für die Weiterentwicklung ihrer Netze in Europa investiere.

Pro Woche werden 100.000 Kundenanschlüsse auf IP umgestellt

„Europaweit stellen wir mittlerweile bis zu 100.000 Kundenanschlüsse pro Woche auf IP-Technik um“, sagte Nemat. Das sei mehr als bei jedem anderen Unternehmen. Europaweit seien bereits mehr als acht Millionen Anschlüsse auf die IP-Technik umgestellt, davon in Deutschland fünf Millionen. Bis Ende 2018 würden sämtliche Telekom-Netze eine Sprache sprechen – IP. So könne der Konzern diese Netze zentral betreiben.

Bis 2020 sollen alle Funkmasten der Telekom in Europa mit LTE Technik ausgerüstet sein. Schon 2018 könnten 95 Prozent der Bevölkerung im Europa-Netz den „Mobilfunkturbo“ mit Spitzengeschwindigkeiten bis zu 300 MBit pro Sekunde nutzen. Bis dahin werde außerdem die Hälfte aller Haushalte am Telekom Netz in Europa über Breitbandanbindungen mit mindestens 100 MBit pro Sekunde im Internet surfen können.

Die Geschwindigkeit werde im Festnetz in den kommenden Jahren für rund 12 Prozent der Haushalte auf bis zu 500 MBit pro Sekunde gesteigert. Das werde vor allem durch die Kombination aus Glasfasertechnik und neuer Technologien wie „G.Fast“ und „Super Vectoring“ erreicht.

Neuer Hybrid-Router für Festnetz und Mobilfunk

Seit gestern ist auch der neue Hybrid-Router der Telekom erhältlich. Die Technik bündelt Festnetz- und Mobilfunk-Zugang und könne doppelt so viel Leistung zur Verfügung stellen, verspricht die Telekom. Ziel sei es, bis Ende 2016 insgesamt 100 000 Geräte zu verkaufen.

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Von Gudrun von Schoenebeck
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