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01.04.2014, 14:01 Uhr | 0 |

Kampf gegen Skin-Effekt Telekom will mit Spielfilmen verstopfte Kupferleitungen freispülen

Mit Download-Blockbustern wie James Bonds „Golden April“, Ottos „April April 3“ und aktuellen Serien will die Deutsche Telekom ihre verstopften Kupferkabel wieder freispülen. Viele Leitungen leiden unter dem so genannten Skin-Effekt, bei dem Kupferleitungen besonders in den äußeren Bereichen überlastet werden. Durch Down- und Upload riesiger Filmdateien soll der Skin-Effekt nun neutralisiert werden.

Bittorent-Werbung
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Werbung für die Nutzung von Bittorrent zur Sanierung von Internetleitungen in Tokio: Jetzt will auch die Deutsche Telekom ihre Kupferleitungen mit Hilfe der Kunden "freispülen".

Foto: Screenshot Intenieur.de

Der Skin-Effekt führt bei metallischen Leitern dazu, dass die Ladungsträger sich mit höher werdender Übertragungsfrequenz immer stärker am Außenrand des Leiters konzentrieren – sozusagen direkt unter der „Haut“ des Kabels, daher auch der Name. Das merken besonders die Betreiber von Internet-Breitbandanschlüssen auf Kupferbasis. 

Bisher versuchte die Deutsche Telekom, den Skin-Effekt durch eigene technische Maßnahmen in den Griff zu bekommen. So berichtet das Portal Heise, dass die Telekom verstopfte Kabel aus der Erde geholt und in umgekehrter Richtung neu verlegt hat. Offenbar ohne Erfolg. Auch das zusätzliche Auftragen magnetisierter Kabelcremes hat bislang nicht den erwünschten Effekt gebracht und den Skin-Effekt nicht beseitigen können. Deshalb bittet die Telekom nun ihre Kunden um tätige Mithilfe.

Asymmetrisches DSL bringt auch asymmetrische Belastung

Wegen des von den großen deutschen Internetprovidern in aller Regel genutzten asymmetrischen DSL-Protokolls, bei dem Downloads um ein vielfaches schneller als Uploads sind, wird das Atomgitter nicht nur im äußeren Bereich der Adern, sondern durch die Migration ionisierter Kupferatome durchgehend gestört.

Diese Störungen des Atomgitters sorgen nach neuesten Forschungen des japanischen Technologiepartners der Deutschen Telekom für eine permanente Degradation der Transferkapazität der Leitung in beide Richtungen und können nur durch eine gleich starke Nutzung in Gegenrichtung wieder ausgeglichen werden.

Mehr Upload-Volumen reduziert Störstellen: Kunden sollen Leitungen freispülen

Deshalb fordert der größte deutsche Internetprovider seine Kunden jetzt dazu auf, ihre Uploadraten zu erhöhen, um so beim “Freispülen” der Leitungen mitzuhelfen. Dabei soll nach Möglichkeit auf das gegen den Skin-Effekt besonders wirksame Bittorrent-Protokoll zurückgegriffen werden, das ursprünglich für die bandbreitenschonende Verteilung von Software-Updates entwickelt wurde.

Um die Kunden zur Nutzung von Bittorrent zu motivieren, stellt die Deutsche Telekom mehrere aktuelle Hollywood-Spielfilme und sogar einige bisher noch nicht im Fernsehen ausgestrahlte Folgen der angesagtesten deutschen Fernsehserien zum Download über das Bittorrent-Protokoll bereit. Dazu gehören beispielsweise aus der Lindenstraße die Folge „Die Kupferdiebe“ und aus der Serie „Sex and the City“ die Folge „Verliebt in einen Ingenieur“.

Spezieller Bittorrent-Client erzeugt mehr Uploadvolumen

Für den Download der Filme und Serien verteilt das Unternehmen auch einen speziell konfigurierten Bittorrent-Client, der optimal für die Reparatur defekter Atomgitter eingestellt ist. So ist die Uploadrate dieses Clients auf „unbegrenzt“ eingestellt, der Download aber auf einen sehr kleinen Wert, so dass mehr Daten indirekt über den Upload anderer Teilnehmer (Leecher) kommen als direkt von der Downloadseite (Seeder).

„Parallel arbeiten wir an einem Mechanismus, der das Prinzip der Quantenteleportation nutzt, um das gestörte Gitter aus Kupferatomen vollautomatisch zu regenerieren“, sagt April Fukiu, Pressesprecherin des japanischen Partners der Telekom, im Interview mit Ingenieur.de und ergänzt: „ Hier sind aber noch Probleme mit den Ionenfallen zu lösen, so dass die Erhöhung der Uploadraten auf den betroffenen Kabeln derzeit der einzig gangbare Weg zur Sanierung der Internetleitungen ist.“

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Von Klaus Ahrens
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