02.12.2013, 15:26 Uhr | 0 |

Zu niedrige Rendite Telekom soll Massenentlassungen von 6000 Mitarbeitern bei T-Systems planen

Bangen bei T-Systems: Bis zu 6000 Arbeitsplätze könnten gestrichen werden, wenn es im nächsten Jahr zur geplanten Neuausrichtung der Telekom-Tochter kommt. Die Gewerkschaft Verdi spricht sogar von 8000 Jobs, die gestrichen werden sollen.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Rene Obermann (l) und Finanzvorstand Timotheus Höttges (r)
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Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, René Obermann (l), und Finanzvorstand Timotheus Höttges: Offenbar plant die Telekom einen massiven Stellenabbau bei der Großkundentochter T-Systems. Angeblich ist Höttges die Rendite der Tochter zu gering.

Foto: dpa/Oliver Berg

Der 12. Dezember 2013 könnte für 29.000 Mitarbeiter der Telekom-Tochter T-Systems zu einem schwarzen Tag werden: Dann will der Konzernvorstand dem Aufsichtsrat Pläne für eine Neuausrichtung der IT- und Großkundensparte vorzulegen.

Bis zu 6000 Stellen könnten der Neuorientierung im Laufe des nächsten Jahres zum Opfer fallen, Gewerkschaften sprechen sogar von 8000 Arbeitsplätzen. Sie befürchten zudem betriebsbedingte Entlassungen und kündigen schon jetzt Widerstand an: „Wenn das so ist, machen wir nicht mit“, kündigt Verdi-Bundesvorstand Lothar Schröder, der auch im Aufsichtsrat der Telekom sitzt, Widerstand der Gewerkschaft an. Der Bonner Konzern will angeblich auch seine französische Tochtergesellschaft verkleinern und sich von der spanischen Tochter ganz trennen.

Telekom hat Zahlen zum Stellenabbau noch nicht bestätigt

Die Telekom kommentierte die Zahlen zum Jobabbau bislang nicht. Ein Sprecher sagte lediglich, dass es bei T-Systems in den letzten Jahren immer wieder Personalschwankungen gegeben habe. Das sei normal bei einem Unternehmen, das die IT von Großkonzernen manage, weil man Sparvorgaben der Auftraggeber beachten müsse. Nach einem Bericht des Handelsblatt will T-Systems in Zukunft stärker auf digitale Geschäftsfelder wie Cloud-Services setzen, um zweistellige Gewinnmargen einzufahren.

T-System liefert aktuell 10 Prozent zum Konzernumsatz

T-Systems gilt gemeinhin als Sorgenkind der Telekom. Anders aber äußerte sich Vorstandsvorsitzender René Obermann Anfang November, als er in einer Pressemitteilung die Zahlen des aktuellen Quartals kommentierte. „Insgesamt haben wir im dritten Quartal 2013 den ausgewiesenen Konzernumsatz um 6 Prozent gesteigert“.

Neben dem starken Wachstum in den USA und dem stabilen Geschäft in Deutschland spiele dabei auch T-Systems eine Rolle: „Zusätzlich haben wir mit T-Systems den Umsatz mit externen Kunden auf organischer Basis um 2,7 Prozent erhöht. In der konsolidierten Betrachtung liefert T-Systems einen Beitrag von 10 Prozent zum Konzernumsatz.“ 

Konkurrenz aus Schwellenländern drückt Preise

Dem zukünftigen Telekom-Chef Timotheus Höttges scheinen diese Zahlen nicht zu gut genug zu sein. Er stört sich an der „katastrophal niedrigen“ Rendite im Kerngeschäft, zitiert dasHandelsblatteinen Insider. 2012 habe die Marge vor Zinsen und Steuern bei gerade einmal 1,1 Prozent gelegen. Und Besserung sei kaum in Sicht, weil neue Konkurrenten aus Schwellenländern bei diesem Outsourcing-Geschäft Preise weiter drücken. 

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Von Patrick Schroeder
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