29.11.2013, 08:32 Uhr | 0 |

ELEKTRONIK auf dem Kopf Sony entwickelt Perücke mit GPS und Morsezeichen

Sony entwickelt eine Perücke, in die Kommunikations- und Datenverarbeitsungsgeräte integriert sind. Der Patentantrag ist bereits eingereicht. Das Haarteil soll navigieren können, Fotos aufnehmen und sich sogar in ein WLAN-Netz einwählen können.

Perücke von Sony
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Der japanische Elektronikkonzern Sony entwickelt derzeit eine Perücke mit eingebauten Sensoren, Navigationsgerät und WLAN-Funktion.

Foto: Sony

Unvermittelt steht die junge Frau auf und eilt aus dem Kongresssaal. Im Foyer kramt sie in ihrer Handtasche, angelt das Smartphone heraus und liest die Mail, die gerade angekommen ist. Alarmiert wurde sie durch ihre Perücke. Denn die begann plötzlich zu vibrieren. Ein Piezokristall, verborgen in der Haarpracht, war ausgelöst worden, und zwar von einem Mikroprozessor, der ebenfalls in der Perücke steckt. Ein zwischen den Haaren verborgener Bluetooth-Empfänger, der mit dem Smartphone kommuniziert, hatte den Eingang der Mail gemeldet.

Was nach blühender Phantasie klingt, hat einen realen Hintergrund. Der japanische Elektronikriese Sony hat in den USA ein Patent auf die Perücke beantragt – eine smarte Perücke, in der es von Elektronik nur so wimmeln soll. „Die SmartWig lässt sich zusätzlich zu normalem Haar tragen und ist in der Lage, Daten zu verarbeiten und kabellos mit anderen Geräten zu kommunizieren“, heißt es im Patentantrag.

Haarteil mit Navigationsfunktion

Sony glaubt, dass die Perücke GPS-Navigationssignale weitergeben könnte. So ließen sich Sehbehinderte durch eine Stadt schleusen. Anweisungen und Warnungen, etwa „links abbiegen“ oder „halt, Verkehrsampel“ könnten mit einer Art Morsecode übermittelt werden. Ebenso könnte die Haarpracht Daten über das aktuelle körperliche Befinden von Joggern und Warnmeldungen weitergeben, wenn die Läufer sich überanstrengen. An warmen Sommertagen wäre die Perücke allerdings lästig.

SmartWig ist von einer echten Perücke nicht zu unterscheiden, verspricht Sony. Die Bauteile sind so winzig, dass sie komplett verborgen sind. Es sei denn, der Träger besteht auf einem Igelhaarschnitt. Auch die Stromversorgung ist kein Problem. Längst gibt es extrem flache Batterien, die kabellos aufgeladen werden, wenn der Besitzer seinen eigenen Haaren wieder ein bisschen Luft gönnen will.

Sony stellt sich vor, dass Interessenten zwischen den Haaren von Menschen, Büffeln, Pferden und Yaks wählen können. Auch Wolle, Federn und jegliche Art von Kunststoff ließe sich verwenden.

Kamera könnte in Perücke integriert werden

Sony denkt auch daran, eine winzige Kamera in die künstliche Haarpracht zu integrieren. Wenn Haare vor der Linse hängen, könnte warnend der Piezokristall in Aktion treten. Winzige Lautsprecher könnten die Lieder, die auf dem Smartphone gespeichert sind, direkt in den Schädel einspeisen, ebenso das, was ein Gesprächspartner beim Telefonieren sagt. Um zu antworten wäre allerdings ein Mikrofon nötig, das sich nach kurzem Wühlen aus den Haaren herausziehen lässt. Was allerdings zu Lasten der Frisur ginge.

Wer jetzt begeistert ist ob der Möglichkeiten der SmartWig wird im nächsten Satz enttäuscht. Denn Sony ist noch mitten in der Entwicklung. Wann das Gerät serienreif wird, ist noch offen.

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Von Wolfgang Kempkens
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