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12.09.2013, 14:20 Uhr | 0 |

IAA 2013 Smartphone-Anschluss ist wichtiger als die PS-Zahl

Die Multimedia-Anwendungen im Auto sind teilweise schon wichtiger als die Leistungsfähigkeit eines Autos. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des IT-Verbandes Bitkom hervor. Weiter gewachsen ist das Interesse der Autofahrer an intelligenten Verkehrssystemen.

Das wird den Autoherstellern, die gerade auf der IAA ihre neuen, leistungsfähigen Modelle vorstellen, gar nicht gefallen. Immer mehr Autofahrer achten beim Autokauf weniger auf PS als auf die Multimedia- und Elektronik-Funktionen. Laut einer aktuellen Bitkom- Untersuchung ist 49 Prozent aller Autofahrern ein Smartphone-Anschluss im Auto wichtiger als eine hohe PS-Zahl. Letztere wird nur von 47 Prozent aller Befragten als besonders wichtiges Kriterium genannt.

Bei den Autofahrern unter 30 Jahren sind es sogar 66 Prozent, die den Smartphone-Anschluss als ganz wichtiges Kaufkriterium nennen, für ein Drittel ist eine Online-Anbindung an soziale Netzwerke wichtig. In dieser Altersgruppe rangiert die PS-Stärke des Motors mit nur 42 Prozent der Befragten weit hinter den Elektronik-Funktionen.

Bemerkenswert ist zugleich, dass 91 Prozent aller Autofahrer elektronische Fahrhilfen für ganz besonders wichtig halten. Nach Einschätzung von Bitkom-Präsidiumsmitglied Martina Koederitz sind die Vernetzung und IT inzwischen auch im Automobilgeschäft zu entscheidenden Innovationstreibern geworden.

Selbst am Steuer werden SMS gelesen und geschrieben

Das hohe Interesse der Autofahrer an der modernen Elektronik hat allerdings auch gewisse Schattenseiten. Dazu zählt beispielsweise, dass laut Bitkom 17 Prozent aller Fahrer am Steuer sitzend häufig SMS lesen. Weitere 28 Prozent tun dies gelegentlich. Das bedeutet: Fast jeder zweite Autofahrer liest Kurznachrichten während der Fahrt.

Aber es kommt noch schlimmer: Vier Prozent der Fahrer schreiben sogar häufig SMS ams Steuer. Weitere 17 Prozent tun dies gelegentlich. Ähnlich sind die Zahlen für Autofahrer, die E-Mails lesen und schreiben, während sie eigentlich ihr Auto steuern.

 

Zugenommen hat auch das Interesse der Autofahrer an intelligenten Verkehrssystemen. 78 Prozent aller befragten Autofahrer fordern höhere Investitionen der öffentlichen Hand in intelligente Verkehrssysteme. Vor zwei Jahren waren es noch 72 Prozent. Das soll vor allem aus Steuermitteln und nicht aus Mauteinnahmen finanziert werden, so die Mehrheit der Befragten. „Die bestehenden, begrenzten Verkehrswege sollten besser gesteuert und ausgelastet werden“, sagte Martina Koederitz vom BITKOM-Präsidium.

Drangvolle Enge auf überfüllten Straßen fördert dieses Verlangen

Ganz überwiegend herrscht die Auffassung vor, dass die bestehenden, nicht ausreichenden Verkehrswege durch intelligente Verkehrssteuerung deutlich besser ausgelastet werden könnten und sollten. Martina Koederitz sieht große Vorteile im flächendeckenden Aufbaus verkehrstelematischer Systeme. Dabei könne kurzfristig das bestehende Maut-System für Lastkraftwagen genutzt werden. Gegenwärtig bezahlen die Lastkraftwagen für die Nutzung sowohl der Autobahnen wie auch einiger Bundesstraßen. Die dafür automatisiert erhobenen Daten werden aber lediglich für Abrechnungszwecke und nicht zur Verkehrssteuerung ausgewertet.

Hoher wirtschaftlicher Nutzen einer Verkehrssteuerung

Die Nutzung einer auf der Mautdaten aufbauenden Verkehrssteuerung könnte einen gesamtwirtschaftlichen Nutzen in der Größenorndung von zehn Milliarden Euro im Jahr bringen, ergab eine Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung im Auftrage von Bitkom. Den größten Nutzen mit rund 4,4 Milliarden Euro im Jahr errechnet Fraunhofer aus der Vermeidung von Staus beziehungsweise den daraus resultierenden Zeitverlusten der Autofahrer sowie auch Umweltschäden. Neue Logistiksysteme sollen eine Ersparnis von 3,5 Milliarden Euro im Jahr bringen. Hinzu kommen Impulse für das Wirtschaftswachstum aus der Verkehrssteuerung, die neue Dienstleistungen und Applikationen auslösen wird.

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Von Peter Odrich
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