14.08.2014, 12:33 Uhr | 0 |

Deutsche Post stürmt den Messenger-Markt SIMSme verspricht Datensicherheit für den Nutzer

Die Deutsche Post macht Facebook Konkurrenz: Mit „SIMSme“ tritt sie gegen den Messenger WhatsApp an. Künftigen Nutzern verspricht die Post mehr Sicherheit und Datenhoheit.

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Messenger „Made in Germany“: Mit SIMSme will die Deutsche Post gegen WhatsApp und Co. antreten.

Foto: dpa/Daniel Naupold

SIMSme kann alles, was WhatsApp auch kann: Der Messenger verschickt Textnachrichten, Bilder, Videos, Kontakte und Informationen über den eigenen Standort. Anders als WhatsApp arbeitet er aber mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung – die soll das Abfischen und Mitlesen von Nachrichten während der Übertragung unmöglich machen.

Die Nachrichten werden beim Absender verschlüsselt und können nur vom Empfänger wieder entschlüsselt werden. Dafür verwendet die Post das als sicher geltende Verfahren AES-256. Außerdem will sie alle Daten ausschließlich auf Servern in Deutschland ablegen und nach der Zustellung von den Servern löschen.

Weitere Messenger mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Auch mit diesem Sicherheitsversprechen ist die Deutsche Post nicht allein auf dem Messenger-Markt unterwegs. Es gibt inzwischen eine ganze Reihe von Anbietern, die mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung arbeiten. Beispiele dafür sind Threema, surespot, Telegram, TextSecure, Hoccer XO und myENIGMA. Der bekannteste ist derzeit der schweizerische Anbieter Threema. Die Schweizer profitieren nach wie vor von den Schlagzeilen, die WhatsApp immer wieder mit Sicherheitslücken macht: Im Apple-Appstore ist der Messenger ganz oben auf der Liste der am meisten heruntergeladenen Apps.

Einen Vorteil gegenüber Threema hat SIMSme: Es ist kostenlos. Außerdem bietet die Deutsche Post den Nutzern eine Selbstzerstörungsfunktion an, mit der die Daten nach einer bestimmten Zeit verschwinden. Die kostet einmalig 89 Cent, ist für die erste Million Anwender allerdings kostenlos. Der Quellcode wird nicht offengelegt und kann somit auch nicht überprüft werden.

Zugriff auf das persönliche Telefonbuch

SIMSme gibt es für iPhones und Android-Smartphones in den jeweiligen Stores. Die Nutzer melden sich nur mit der eigenen Mobilnummer zu dem Messenger-Dienst an. Darüber wird der Account verifiziert und mit anderen Kontakten aus dem persönlichen Telefonbuch abgeglichen.

Der Kunde soll auf diese Weise erfahren, welcher seiner Kontakte ebenfalls SIMSme nutzt. „Selbstverständlich wird dein Telefonbuch nicht auf unserem Server gespeichert“, verspricht die Post.

Kostenlose App

Auch wenn die App kostenlos ist, erhofft sich die Deutsche Post von SIMSme kommerziellen Nutzen. Über eine möglichst breite Nutzerbasis sollen künftig auch Banken und andere Unternehmen dafür gewonnen werden, den Messenger für eine sichere Kommunikation mit Kunden einzusetzen.

Konkurrenz gibt es dafür nicht nur vom internationalen Markt: Die Deutsche Telekom hat eine App angekündigt, mit der sich verschlüsselte Telefonate führen lassen. Dieses Angebot soll sich zunächst aber nur an Geschäftskunden richten.

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Von Andrea Ziech
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