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05.05.2014, 14:52 Uhr | 0 |

Umbau im Walldorfer Softwarekonzern SAP verliert seinen Technikvorstand Vishal Sikka

In der Vorstandsetage von Europas größtem Softwareunternehmen SAP geht der Umbau in der Führungsmannschaft weiter. Überraschend verlässt jetzt der Technik-Chef Vishal Sikka „aus persönlichen Gründen“ den Konzern. Sikka galt als besonderer Schützling von SAP-Gründer Hasso Plattner.

SAP baut Vorstand um
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Der Softwarehersteller SAP baut seinen Vorstand um. Jetzt verlässt überraschend Technikvorstand Vishal Sikka das Walldorfer Unternehmen.

Foto: dpa/Uwe Anspach

Sein gegenwärtiger Vertrag wäre erst 2017 ausgelaufen. Aber nun hat Vishal Sikka, 46-jähriger Technik-Chef von SAP aus persönlichen Gründen und mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt verkündet. Seit 2002 war Sikka im Unternehmen und 2007 zum ersten Technischen Leiter dort aufgestiegen. In den SAP-Vorstand wurde Sikka 2010 berufen, gemeinsam mit Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe, die dort schon seit 2008 als Doppelspitze die Geschäfte leiteten. Jetzt werden die Karten wieder neu gemischt, denn auch die Doppelspitze Snabe/McDermott ist ein Auslaufmodell. Schon seit Sommer letzten Jahres ist bekannt, dass sich Snabe nach der Hauptversammlung am 21. Mai in den Aufsichtsrat zurückziehen wird. Den Konzern soll dann Bill McDermott als alleiniger Chef lenken.

Sikka war zentrale Figur bei Entwicklung der In-Memory-Datenbank HANA

Spekulationen, nach denen Sikka der neue zweite Mann hätte werden können, haben sich nun erledigt. Technik-Vorstand Sikka war nicht nur die zentrale Figur bei der Entwicklung der SAP-In-Memory-Datenbank HANA, die statt der Festplatte den Arbeitsspeicher des Computers als Datenspeicher verwendet. Er galt auch als besonderer Schützling von SAP-Gründer Hasso Plattner, der an Sikka einen Teil von Snabes Aufgaben delegiert hatte. „Kein Unternehmen in der IT-Branche kann, was SAP heute in der Cloud auf der SAP HANA Plattform anbietet. Vishal hat einen entscheidenden Beitrag geleistet, um SAP in diese Position zu bringen und dafür möchte ich mich bei ihm persönlich bedanken. Unsere Freundschaft wird auch in Zukunft bestehen bleiben”, sagte Hasso Plattner gestern.  

ARCHIV - Vishal Sikka, SAP-Vorstandsmitglied, aufgenommen am 11.02.2011 in Potsdam. Foto: Jens Wolf/dpa (Zu lsw: ´Der erstaunliche Vishal Sikka - ´Mr. Amazing» verlässt SAP» vom 05.05.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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SAP-Vorstand Sishal Sikka verlässt den Walldorfer Softwarekonzern. Er war seit 2002 im Unternehmen, sein aktueller Vertrag wäre eigentlich erst 2017 ausgelaufen.  Doch nun hat der 46-Jährige aus persönlichen Gründen und mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt verkündet. 

Foto: dpa/Jens Wolf

Nun soll McDermott den Konzern mit einem erfahrenen Führungsteam leiten. Neben Vertriebschef Rob Enslin wird auch Bernd Leukert in den Vorstand nachrücken. Beide sind seit den frühen 1990er Jahren bei SAP. Leukert soll künftig die weltweite Entwicklungsorganisation übernehmen, Enslin leitet weiterhin den Vertrieb. Beide gehörten bislang dem sogenannten „Global Managing Board“ an, einem erweiterten Führungszirkel. Der wird nun aufgestockt mit Helen Arnold, der IT-Chefin von SAP und dem Personalchef Stefan Ries.

SAP-Chef Plattner sieht junge Talente als wesentlichen Erfolgsfaktor

Erst im vergangenen Jahr waren Personalchefin Luisa Delgado und Lars Dalgaard, der für das Cloud-Geschäft zuständig war, aus dem Vorstand ausgeschieden. Damals hatte SAP-Chef Hasso Plattner sich auch öffentlich Gedanken über wichtige Entwicklungen für sein Unternehmen gemacht. In einem Interview mit der Wirtschaftswoche im Sommer 2013 betonte Plattner, dass SAP weniger komplex und unbürokratischer werden müsse. Eine andere Kultur müsste entwickelt werden, die junge Leute anziehe, die auch die Freiheit haben müssten, mal einen Fehler machen zu dürfen. „Der langfristige Erfolg einer Firma hängt ganz klar direkt davon ab, welche Talente sie bekommt“, so Plattner. Das habe er auch gegenüber dem Management gesagt und betont, dass die Talentsuche eine Aufgabe des Vorstands sei. Dass er das Recruitment, um das er sich anfangs persönlich gekümmert habe, später delegiert habe, sei ein Fehler gewesen, meinte Plattner. „In meinen guten Zeiten wusste ich nach wenigen Minuten, ob ich jemanden einstelle.“

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Von Gudrun von Schoenebeck
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