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02.12.2013, 10:49 Uhr | 0 |

Neue Tarifstrategie Nach Gerichtsurteil: Deutsche Telekom entfernt das Wort „Flatrate“ aus gedrosselten Tarifen

Wo Flatrate draufsteht, soll in Zukunft auch bei der Deutschen Telekom Flatrate drin sein. Nachdem dem Konzern gerichtlich verboten wurde, gedrosselte Tarife als Flatrate zu verkaufen, will der Bonner Konzern den Begriff Flatrate aus gedrosselten Tarifen entfernen. Verbraucherschützern reicht das aber nicht.

DSL-Netzwerkkabel
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Nach Gerichtsurteil: Telekom nennt Drosseltarife nicht mehr 'Flatrate'. 

Foto: dpa

Das Kölner Landgericht hat in seinem Urteil vom 30. Oktober Vertragsklauseln für unzulässig erklärt, die eine Drosselung der Geschwindigkeit nach Nutzung eines bestimmten Datenvolumens bei Flatrate-Tarifen vorsehen. Zunächst hatte die Telekom nach dem Urteil angekündigt, in Berufung zu gehen. Jetzt sieht es eher so aus, als wolle das Unternehmen mit einer einfachen Umbenennung seine seit Ende April mit einer Datendrosselung auf 75 Gigabit pro Monat (bei Einsteigertarifen) eingeführte umstrittene Tempobremse bei DSL-Verträgen noch irgendwie retten.

Denn es hat jetzt auf das ergangene Gerichtsurteil mit der simplen Umbenennung seiner gedrosselten Flatrates reagiert und einfach den Begriff Flatrate aus den gedrosselten Tarifen gestrichen.

Verbraucherschützer: Umbenennen reicht nicht

Mit dieser Aktion hat die Telekom das Urteil aber nicht unbedingt erfolgreich umgangen: “Sollte die Telekom lediglich vorhaben, gedrosselte DSL-Verträge künftig nicht mehr Flatrate zu nennen, so wäre das juristisch bedenklich und keinesfalls ausreichend”, zitiert der Focus einen Verbraucherschützer.

Die Anerkennung des Urteils durch die Telekom bezeichnete der Chef der Verbraucherzentrale NRW, Klaus Müller, als einen "Sieg für die Verbraucher". Der Anwalt der Verbraucherzentrale, Thomas Brandler, sagte in einem Interview, Telekom-Kunden sollten weiterhin darauf pochen, dass eine monatliche Volumenbegrenzung unwirksam ist, solange ein gebuchter Tarif ursprünglich als Flatrate verkauft wurde.

Telekom will Details zur neuen Tarifstrategie nennen

Im Grunde hat das Gericht den Konzern mit seinem Urteil aufgefordert, die Zusatzklausel über die Datendrosselung wieder aus den neuen Verträgen herauszunehmen. Nahezu alle Kommentatoren nennen die reine Umbenennung der Tarife unisono eine Umgehung des Urteils „durch die Hintertür“. Am heutigen Montag will die Deutsche Telekom weitere Details zu ihrer neuen Tarifstrategie nennen.

Datendrosselung seit April Thema

Das Thema Drosselung verfolgt die Telekom und ihren scheidenden Chef René Obermann schon seit Ende April 2013. Damals kündigte der Konzern erstmals an, dass fast alle neuen DSL-Tarife mit einer monatlichen Drosselung – je nach Preis – auf zwischen 75 und 200 Gigabyte versehen werden sollten. Dieser Schachzug brachte der Deutschen Telekom einen Shitstorm ohnegleichen und dazu noch den Spottnamen „Drosselkom“ ein.

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hatte geklagt, weil die nachträgliche Drosselung der als Flatrate beworbenen Tarife eine “unangemessene Benachteiligung” für die Kunden sei.“ Kunden sollten über die gesamte Laufzeit die Sicherheit haben, dass das versprochene Surftempo nicht reduziert wird.” Der Verbraucherzentrale ging es dabei um die Verträge der Call-&-Surf- und die Entertain-Tarife der Deutschen Telekom.

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Von Klaus Ahrens
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