20.01.2015, 13:26 Uhr | 0 |

Sony-Attacke nicht verhindert NSA beobachtet schon seit 2010 die nordkoreanischen Computer-Hacker

Die NSA überwacht seit Jahren Nordkoreas Internetverbindungen. Laut New York Times war das nordkoreanische Regime in der Tat Drahtzieher des Cyberangriffs auf Sony Pictures Entertainment. Vorausgesehen hat die NSA die Hackerattacke aber offenbar nicht.

Nordkoreas Diktator Kim Jong-un gemeinsam mit Armeeangehörigen vor einem Computer
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Nordkoreas Diktator Kim Jong-un gemeinsam mit Armeeangehörigen vor einem Computer: Schon seit 2010 hat sich die NSA in das nordkoreanische Computernetz eingehackt und beobachtet die nordkoreanischen Hacker im Staatsdienst, die den Cyberangriff auf Sony Pictures durchgeführt haben. Verhindern konnte die NSA den Angriff jedoch nicht.

Foto: YONHAP/KCNA/dpa

Hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Schon vor Jahren habe sich der US-amerikanische Geheimdienst National Security Agency (NSA) Zugang zu den Computernetzwerken von Nordkoreas Cyberstreitkräften verschafft und könne deshalb jetzt auch nachvollziehen, dass der große Hackerangriff auf das Filmproduktionsunternehmen Sony Pictures Entertainment auf das Konto Nordkoreas gehe. Das berichtet die New York Times und erklärt damit, warum US-Präsident Barack Obama schon kurz nach dem Hack Nordkoreas Diktator Kim Jong-un öffentlich beschuldigen konnte, die Attacke angeordnet zu haben.

6000 Mann starkes Hackerheer in Nordkorea

Der New York Times zufolge hat sich die NSA schon 2010 Zugang zu Computern und Netzwerken nordkoreanischer Hacker verschafft. Angaben des südkoreanischen Militärs zufolge unterhalte Nordkoreas Regierung eine Cyberstreitkraft von rund 6000 Personen. Diese unterstehe hauptsächlich einer „Buerau 121“ genannten Abteilung des Hauptgeheimdienst des Landes, dem Reconnaissance General Bureau.

Die NSA habe deren Internetverbindungen nach China, Südkorea und Malaysia angezapft und Schadsoftware eingeschleust, mit der sie die Aktivitäten der Hacker nach Nordkorea zurückverfolgen könne – so auch die Aktivitäten im Falle des Sony-Hacks.

Anzeichen für bevorstehende Attacke nicht erkannt

Bei dem Cyberangriff auf Sony im November waren unveröffentlichte Filme, vertrauliche Dokumente und persönliche Daten von Schauspielern und Belegschaft gestohlen worden, die danach im Inernet auftauchten. Sogar ein frühes Drehbuch des nächsten James-Bond-Streifens wurde bei der Attacke gestohlen. Eine Hackergruppe namens „Guardians of Peace“ hatte sich zu dem Cyberanschlag bekannt und unter anderem gefordert, den Start des von Sony produzierten Films „The Interview“ zu stoppen.

ARCHIV - A file photo dated 31 May 2007 shows staff at the Korea Computer Centre in Pyongyang, North Korea, developing software for commercial and institutional applications. Photo: EPA/ADRIAN BRADSHAW (zu dpa «Nach Internetausfall in Nordkorea: Spekulationen über Hacker-Angriff» vom 23.12.2014) +++(c) dpa - Bildfunk+++
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Computer-Zentrum in der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang: Hier wird Software für das Land entwickelt.

Foto: Adrian Bradshaw/dpa

 

Darin werden zwei TV-Journalisten von der CIA aufgefordert, Nordkoreas Diktator Kim Jong-un zu ermorden, mit dem sie einen Interviewtermin haben. Das nordkoreanische Regime hatte die Komödie ebenfalls scharf kritisiert. Daraufhin hatte Sony den Start des Films zunächst ausgesetzt.

Erst im Nachhinein hätten die Spione der NSA erkannt, dass nordkoreanische Hacker im Vorfeld der Cyberattacke auf Sony Zugangsdaten eines Systemadministrators von Sony gestohlen hatten, berichtet die New York Times weiter. Bei der normalen Überwachung seien die damit verbundenen Aktivitäten der Hacker und damit die Anzeichen für einen bevorstehenden Angriff nicht erkannt worden.

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Von Susanne Neumann
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