04.03.2014, 11:27 Uhr | 0 |

Windows XP läuft aus Microsoft testet Gratis-Windows mit eingebauter Werbung

Microsoft will offenbar eine Gratisversion seines Betriebssystems Windows auf den Markt bringen. Damit reagiert der Konzern auf die weiterhin schlechten Absatzzahlen seiner aktuellen Windows-Version 8. Das kostenlose Windows ist eng mit der Microsoft-Suchmaschine Bing verknüpft und spielt laufend Werbung ein. Unterdessen stellt Microsoft am 8. April endgültig die Unterstützung für das Uralt-Betriebssystem XP ein.

Startbildschirm von Windows 8
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Startbildschirm von Windows 8: Auf die schwachen Absatzzahlen reagiert Microsoft mit einem Update. Das Windows 8.1 Update 1 kommt am 8. April 2014. An diesem Tag stellt der Konzern die Unterstützung für das Uralt-Betriebssystem Windows XP ein.

Foto: Screenshot Ingenieur.de

Man mag es ja kaum glauben, aber kurz vor dem Auslaufen des immerhin 13 Jahre alten Betriebssystems Windows XP am 8. April gibt es von Microsoft immer noch kein echtes Ersatzprodukt. Windows 8 kann man kaum als solches bezeichnen, weil die Anwender die Bevormundung durch den inzwischen von Satya Nadella abgelösten Microsoft-CEO Steve Ballmer nicht akzeptiert haben.

Neben der bunten Verkachelung, die ernsthafte Benutzer von einem schnellen und effizienten Zugriff auf Programme und Dateien abhält, und der fehlenden Möglichkeit des Durchstartens in den Desktop ist besonders der Startknopf, der bei allen früheren Windows-Versionen vorhanden war und über das dahinter stehende Startmenü einen schnellen Zugriff auf wichtige Funktionen des Rechners erlaubte, Stein des Anstoßes.

Windows 8 wird weiterhin nicht akzeptiert

Mit dem Update Windows auf 8.1 kam diese Startknopf zwar wegen der heftigen Reaktionen der Kundschaft wieder, allerdings nur als kosmetisches Entgegenkommen an den User – das Startmenü war nämlich auch bei Windows 8.1 nicht vorhanden. Das war ein eindeutiger Etikettenschwindel, mit dem der Konzern aus Redmond seine eigenen Kunden regelrecht für dumm verkaufen wollte.

Das Durchstarten in den Desktop wurde zwar wieder ermöglicht, aber auch hier nur halbherzig, denn die Voreinstellung bringt den Benutzer nicht etwa wieder auf den Desktop, sondern weiterhin in die Metro-Oberfläche mit ihren bunten Klick-Kacheln.

Wer als Low-End-User mit den Kacheln zurechtkommt, kommt aber auch mit einem Tablet unter Android oder iOS klar und braucht nicht wirklich ein Windows-Betriebssystem auf einem PC – das haben die Microsoft-Manager offensichtlich völlig aus dem Auge verloren. Und wer als Entwickler von den wichtigen Systemfunktionen regelrecht abgeklemmt wird, lässt sich eben nicht auf ein dermaßen restriktives Betriebssystem ein.

Diese Fehleinschätzung kostete Steve Ballmer letztlich den Arbeitsplatz, was aber für einen Mann, der mit 36 Milliarden Dollar Vermögen auf Platz 36 der aktuellen Forbes-Milliardärsliste steht, kein Weltuntergang ist. Für das Betriebssystem Windows 8 aber schon: Die Quittung gab und gibt es über die Absatzzahlen.

Microsoft will Windows 8 mit Gratis-Version retten

Die erste Alternative des Konzerns zur Verbesserung war die Ankündigung von Windows 8.1 Update 1. Das Update 1 soll wieder per Voreinstellung direkt in den Desktop hinein starten und auch wieder einen Startknopf mit Startmenü dahinter besitzen. Der Ruf bleibt allerdings bei Usern, die ihren Rechner professionell für die Softwareentwicklung, die Realisierung von Internetlösungen oder die Erstellung oder Nutzung von betriebswirtschaftlichen Programmen in ihrer Firma nutzen müssen, weiterhin komplett ruiniert.

Diese neue Version soll jetzt passend am 8. April veröffentlicht werden, dem Tag, an dem Microsoft die Unterstützung für das Uralt-Betriebssystem Windows XP endgültig einstellt. Gerüchten zufolge soll das Update 1 von Windows 8.1 unter der neuen Bezeichnung Windows 9 herauskommen. Das ist aber offensichtlich nicht der Fall. Stattdessen setzt Microsoft unter seinem neuen CEO Satya Nadella auf ein neues Konzept: eine Gratisversion von Windows unter der Bezeichnung „Windows 8.1 mit Bing“. Das neue Windows soll für PC-Hersteller kostenlos bereitgestellt werden, um konkurrenzfähige Gerätepreise zu ermöglichen.

Bing-Windows wird laufend Werbung einblenden

Das passt auch zu jüngsten Informationen, nach denen Microsoft für besonders billige Geräte auch den Preis für reguläre Lizenzen stark senken will. Das Bing-Windows soll allerdings komplett gratis sein, aber dafür ständig Werbung einblenden. Die Bing-Ausgabe soll erst nach dem Update 1 für Windows 8.1 herauskommen, weil dadurch die Hardwareanforderungen auf nur 1 GByte RAM gesenkt werden.

Ob und wann Microsoft wirklich ein werbefinanziertes Windows auf Basis von Bing anbieten wird, dürfte der Konzern wohl erst auf seiner Build-Konferenz bekanntgeben, die Anfang April 2014 in San Francisco läuft. 

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Von Klaus Ahrens
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